Telematik gestützte Regionale Netze

Themenfelder 
Bereich 
Wirtschaft und Finanzen
Bearbeiter 
Dr. Busso Grabow (Projektltg.), Bütow, Marten, Oertel [ext.]
Laufzeit 
1998 bis 2000
Jahresbericht 
2000
Status 
abgeschlossen

Derzeit sind in Europa diverse Initiativen zum Aufbau lokaler oder regionaler Informations- und Kommunikationsinfrastrukturen zu beobachten, die sowohl den Aufbau kleinräumlicher, den besonderen Bedürfnissen einer Region entsprechender Telekommunikationsnetze betreffen als auch die Entwicklung regionaler Online-Angebote, so genannter telematikgestützter regionaler Netze (TRN).
Das Ziel der Untersuchung war eine Bestandsaufnahme vorhandener regionaler Netze und regionsspezifischer Online-Angebote in ausgewählten Bundesländern Deutschlands. Europäische Beispiele wurden vergleichend zu deutschen Beispielen diskutiert. So wurden praktische Netzwerk-Projekte in Schweden empirisch untersucht und mit ausgewählten Praxisbeispielen deutscher TRN verglichen. Die Untersuchung der Fallbeispiele konzentrierte sich dabei vor allem auf die Ermittlung von qualitativen Beziehungsmodi zwischen den Akteuren des Netzwerks, auf die Ermittlung von Nutzungsmustern sowie die Darstellung der Inhalte und Besonderheiten des jeweiligen TRN. Die so erfassten Leistungsprofile von TRN wurden dann hinsichtlich deren Relevanz für die Regionalentwicklung diskutiert. Anhand der vergleichenden Fallstudien wurden Funktionen und Wirkungsmechanismen verschiedener Typen von regionalen Netzen dargestellt. Im abschließenden Vergleich wurden die existierenden TRN strukturiert sowie deren Wirksamkeit im Rahmen der Wirtschaftsförderung der Länder bewertet.

Die Fallbeispiele zeigen, welche Möglichkeiten, Chancen, aber auch Probleme mit der Realisierung unterschiedlicher Formen von TRN verbunden sind. Im Vergleich der deutschen Fallbeispiele mit schwedischen Netzwerken zeigt sich dort ein pragmatischeres Herangehen bei der Umsetzung. Dort wird die Netzwerkidee im regionalen Umfeld kleiner und mittlerer Betriebe in ausgewählten Branchen etabliert, indem Netzwerkbeziehungen zwischen den Akteuren auf niedrigem Niveau, d.h. auch mit geringer Telematikunterstützung, aufgebaut werden. In Deutschland entstehen vernetzte Strukturen eher im Umfeld von Förderprojekten. Wesentliche Hemmnisse der Leistungsfähigkeit von TRN sind die Investitionsschwäche kleiner Firmen und ihre mangelnden Kompetenzen im Umgang mit multimedialen Anwendungen. TRN können daher nicht unkritisch als "Königsweg" einer leistungsfähigen regionalen Wirtschaftsförderung analysiert und dargestellt werden.
Das Projekt wurde von der Deutschen Forschungsgesellschaft (DFG) im Rahmen des Schwerpunktprogramms "Technologischer Wandel und Regionalentwicklung in Europa" (Phase III) gefördert. Eine Veröffentlichung ist in Vorbereitung.

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