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"Lotsen im Übergang" - Rahmenbedingungen und Standards bei der Gestaltung von Übergängen bei Pflegekindern
Nicht jedes Kind hat die Möglichkeit, in seiner Familie aufwachsen zu können. Pflegekinder, die nicht mehr bei ihren leiblichen Eltern leben können, sind auf verlässliche Bezugspersonen und Kontinuität angewiesen. Sie brauchen ein ihrem Wohl, ihren verschiedenen, sehr individuellen Bedürfnissen entsprechendes neues Zuhause – zeitweise oder längerfristig.
In den letzten Jahren und aktuell verstärkt durch den Tod des Pflegekindes Chantal in Hamburg, werden von fachlicher, wissenschaftlicher, politischer und öffentlicher Seite die Voraussetzungen, Rahmenbedingungen und Standards der Pflegekinderhilfe diskutiert.
Anliegen dieser Tagung ist es, die Gestaltung der verschiedenen Übergänge bei Pflegekindern zu diskutieren und dabei insbesondere auch die Rolle der „Lotsen im Übergang“, der damit befassten Fachkräfte aus der öffentlichen und freien Kinder- und Jugendhilfe in den Blick zu nehmen. Eine Inobhutnahme und Unterbringung eines Kindes bei Pflegeeltern ist oft ein emotional hoch besetzter Prozess für alle Beteiligten. Je besser aber die erste Übergangszeit gelingt, desto besser gestaltet sich in der Regel auch der sich anschließende Prozess. Maßgabe bei allem sollte immer sein, die Belastungen für die Kinder so gering wie möglich zu halten, sie soweit es geht über die neue Situation aufzuklären und Vertrauenspersonen einzubeziehen. In der Realität gestaltet sich dies oft schwierig. Welche Rahmenbedingungen und fachliche Standards braucht die Praxis hierfür?
Darüber, wie man für diese Kinder stabile Brücken bauen kann, soll im Rahmen der Tagung ein intensiver fachlicher Austausch stattfinden.
Fragen, die sich für die Gestaltung von Übergängen ergeben, sind u.a.:
- Wird dieses „kritische Lebensereignis“ mit den Kindern besprochen und reflektiert oder bleibt dieser Vorgang für sie zunächst schwer nachvollziehbar?
- Wie erleben Pflegekinder den Übergang und das Leben in der Pflegefamilie?
- Wie erleben Pflegekinder die Unterstützung durch professionelle Fachkräfte?
- Wie erleben Pflegekinder das Verlassen der eigenen Familie? Wie gehen Eltern und Geschwister damit um?
- Wie wird ggf. ein Wechsel von Pflegefamilie zu Pflegefamilie vorbereitet?
- Wie erleben Pflegekinder eine mögliche Rückführung in die Herkunftsfamilie?
- Wie erleben Pflegekinder eine „Perspektivklärung“, wie werden sie daran beteiligt?
- Wie sollte eine altersabhängige kindorientierte Gestaltung und Begleitung von Übergängen aussehen?
- Was zeichnet eine gelingende Zusammenarbeit zwischen ASD und Pflegekinderdienst aus?
- Wie kann dabei das Vorgehen der Mitarbeiter/innen des Jugendamtes verständlich und transparent für alle Beteiligten gestaltet werden?
Die Veranstaltung richtet sich an Mitarbeiter/innen des ASD und der Pflegekinderdienste sowie an leitende Führungskräfte der öffentlichen und freien Jugendhilfe.
| Leitung: | Kerstin Landua |
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