Difu-Berichte 4/2006 - Mediennachlese

... Die Studie, die vom Deutschen Institut für Urbanistik begleitet und am Mittwoch in Eckpunkten in Essen vorgestellt wurde, empfiehlt strenge Auflagen für den Verkehr, insbesondere Fahrverbote für alte Fahrzeuge mit hohem Schadstoffausstoß. Danach müssten 15 bis 20 Prozent der Autos im Ruhrgebiet stehen bleiben, heißt es in ersten Planungen. Betroffen wären vor allem Dieselfahrzeuge mit der Abgasnorm Euro 2 und schlechter sowie Benziner ohne Katalysator. Auch leichten Nutzfahrzeugen im Fuhrpark mittelständischer Unternehmen drohen Einschränkungen. Es soll jedoch Übergangsfristen und Ausnahmen geben. Autobahnen sind ausgenommen. ...
WAZ, 22.11.2006

Man muss nicht täglich 140 Fußballfelder verbauen. Eine Gruppe von Wissenschaftlern, koordiniert vom Difu, Berlin, hat in Planspielen gezeigt, dass sich die Flächeninanspruchnahme auf 30 Hektar pro Tag bis zum Jahr 2020 reduzieren lässt. Die Wissenschaftler erarbeiteten dazu gemeinsam mit kommunalen Praktikern Strategien und Instrumente. Beteiligt ... waren die Stadtregion Stuttgart, die Region Mölln, die Planungsregion Rheinhessen-Nahe, die Stadt Duisburg sowie die Planungsregion Nordthüringen. Das dreijährige Forschungsvorhaben "Fläche im Kreis - Kreislaufwirtschaft in der städtischen/stadtregionalen Flächennutzung" wurde im Auftrag des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS) und des Bundesamtes für Bauwesen und Raumordnung (BBR) vom Deutschen Institut für Urbanistik (Difu) in Kooperation mit der Projektgruppe Stadt + Entwicklung und der Sonderforschungsgruppe Institutionenanalyse bearbeitet. ...
Wissenschaft, Wirtschaft, Politik, 20.11.2006

... Im Gegensatz zu den Einkaufsgewohnheiten der türkischen Migranten sind die Bedürfnisse der russischen Klientel wissenschaftlich kaum erforscht. Etwa 3.000 russische Geschäfte soll es in Deutschland geben, schätzen Marktforscher. "Wahrscheinlich sind es mehr", sagt Ulla-Kristina Schuleri-Hartje vom Deutschen Institut für Urbanistik, Autorin einer der wenigen Studien über russische Ökonomie. Nicht nur in Ballungszentren, auch in beschaulichen Städtchen wie Hilden haben sich russische Migranten selbstständig gemacht. Es sind vor allem die jüdischen Zuwanderer aus Osteuropa, die diesen Berufsweg in Deutschland wählen. "Aussiedler sind unter den Gewerbetreibenden die Ausnahme", sagt Schuleri- Hartje. Sie erklärt das mit dem höheren Bildungsgrad der jüdischen Migranten, die seit 1990 als so genannte Kontingentflüchtlinge in die Bundesrepublik einreisen. "Viele sind Akademiker, deren Ausbildung in Deutschland nicht anerkannt wurde", sagt die Volkswirtschaftlerin. "Die Selbstständigkeit ist eigentlich ihre einzige Chance auf dem Arbeitsmarkt.". ...
taz, 16.11.2006

... Auswege aus der urbanen Tristesse sind möglich: Leere Läden werden als billige Künstlerateliers genutzt, es gibt Aktionen gegen Schmutz und Lärm, Jugendliche verschönern ihr Viertel mit kunstvollen Graffiti. Seit 1999 hat sich das Bund-Länder-Programm "Soziale Stadt" mit Aktionen wie dem Quartiersmanagement in den Kiezen dafür eingesetzt, dass aus Problemvierteln keine Gettos werden - oder gar Slums, von denen Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble (CDU) im Frühjahr sprach - und dafür heftige Kritik erntete. "Es gibt Gebiete, die massive Probleme haben", sagt Bettina Reimann vom Deutschen Institut für Urbanistik (Berlin). Aber: "Wir haben in Deutschland keine Gettos." Soziologe Gestring hat dazu eine Anekdote parat: Als er Fachkollegen aus den USA das Bremer "Problemviertel" Gröpelingen zeigte, meinten diese: "How nice!" - "Wie schön!".
dpa, 2.11.2006

Baugesetz-Novelle im Test. Im Auftrag des Bundesamtes für Bauwesen und Raumordnung (BBR) führte das Deutsche Institut für Urbanistik (Difu), Berlin, einen Praxistest in sechs Städten zur Praxistauglichkeit der Baugesetzbuch-Novelle 2006 durch. Der Praxistest bestätigt die gewählte Zielrichtung des Gesetzentwurfs und seine wesentlichen Grundzüge. Hinweise und Empfehlungen zur Verbesserung des Gesetzentwurfs stehen als Online-Dokument im Internet bereit. Zum Testergebnis: http://edoc.difu.de/orlis/DF10649.pdf...
Die Welt, 2.11.2006

... Nehmen wir das Auto oder den Bus? Ob wir 2050 noch die Wahl haben, hängt davon ab, wo wir leben. Zumindest der Landmensch wird lange warten müssen, bis ein Bus kommt. Oder gar ein Zug. Wenn es so kommt, wie die Fachleute vom Deutschen Institut für Urbanistik (Difu) in Berlin erwarten, wird die heute noch einigermaßen akzeptable ländliche Infrastruktur in 50 Jahren weitgehend zerfallen sein. Keine Post, kaum Geschäfte, der Doktor ist weit, noch weiter eine Schule. Kein öffentlicher Nahverkehr mehr in der Fläche, sieht man von gelegentlichen Schulbussen ab. Und vielleicht ein paar Sammeltaxis, lokal organisiert. ... Die Berliner Urbanisten vom Difu haben für den Bundesverkehrsminister weit in die Zukunft geschaut. Szenarien der Mobilitätsentwicklung unter Berücksichtigung von Siedlungsstrukturen bis 2050 heißt ihr Abschlussbericht, der soeben veröffentlicht wird. »Draußen wohnen wird immer teurer«, sagt Tilman Bracher vom Difu. Erst wird die Eigenheimförderung gestrichen, dann die Pendlerpauschale. Die Spritpreise verdoppeln sich. Steuern steigen, die Straßennutzung kostet Maut. Autofahren wird zum Luxus, Volltanken erst recht. Nicht ganz so dramatisch verändert sich der Autoverkehr. Zwar kaufen weniger Menschen auch weniger Autos. Steigende Spritpreise sorgen außerdem dafür, dass die Leute ihre Autos häufiger stehen lassen und zu Fuß gehen oder mit dem Rad fahren. Doch andere Faktoren wirken diesem Trend entgegen, glaubt Tilman Bracher. Nicht nur die Landbevölkerung wird stärker als heute auf einen eigenen Wagen angewiesen sein. Auch die Gruppe der "mobilen Senioren" wächst: Das Durchschnittsalter steigt, und in naher Zukunft haben, anders als heute, alle Alten einen Führerschein und die meisten auch ein Auto. Fazit der Difu-Forscher: Sind die Voraussetzungen fürs Autofahren günstig, werden wir im Jahr 2050 bis zu 14 Prozent mehr Kilometer zurücklegen. Wird Autofahren zu teuer, geht die Zahl der gefahrenen Kilometer um 5,6 Prozent zurück.
ZEIT Sonderheft Wissen, November 2006

Stadtluft macht frei. ... Die politisch unterstützte Stadtflucht ließ Zentren bluten und Kommunen auf der grünen Wiese um sich greifen. Planer und Medien beschworen düstere Szenarien vom Ende der Urbanistät. Das galt so lange, bis das Deutsche Institut für Urbanistik (Difu) eine Studie vorlegte, die eine Wiedergeburt der Stadt als Wohnort, auch für Familien, für möglich hält. "Bis wir unsere Studie veröffentlichten, hatte niemand ersthaft daran gedacht, dass in Innenstädten auch Kinder leben könnten", resümiert deren Autor Hasso Brühl. ... "Vermutlich wird das frei stehende Einfamilienhaus seine Dominanz als Wohnleitbild für bestimmte Bevölkerungsschichten verlieren", erklärt Urbanistikforscher Hasso Brühl.
Rheinischer Merkur, 26.10.2006

... Hasso Brühl ist Stadtforscher am Deutschen Institut für Urbanistik in Charlottenburg. Im vorigen Jahr veröffentlichte er eine Studie mit dem Titel "Wohnen in der Innenstadt - eine Renaissance?" Für Vororte, so lautet seine These, gibt es einfach nicht mehr denselben Bedarf wie früher: "Früher sind die Leute aus der Stadt rausgezogen, weil es hier eng war und schmutzig. So sind unsere Städte aber längst nicht mehr." Auch andere Veränderungen lassen den Vorort aus Brühls Sicht als einen Anachronismus erscheinen. "Wo finden Sie in der deutschen Mittelschicht denn heute noch Hausfrauen wie vor 30 Jahren, solche, die das Haus kaum verlassen?", fragt er. Wohnen im Vorort sei für Familien mit zwei verdienenden Partnern heute kaum noch zu organisieren. "Wenn beide täglich zwei Stunden im Auto oder in der S-Bahn sitzen, dann können sie bestenfalls Kinder produzieren, aber wirklich mit ihnen leben können sie nicht." ...
zitty, 17.10.2006

Public-Private-Partnership, kurz PPP, erfreut sich einer zunehmenden Akzeptanz bei der öffentlichen Hand und wird vielerorts intensiv diskutiert. "PPP-Modelle haben sich in Deutschland, unterstützt durch die PPP-Initiative der Bundesregierung, in der Breite durchgesetzt", so Achim Großmann, Staatssekretär im Bauministerium. Dies sei das wichtigste Ergebnis einer repräsentativen Studie des Bundesbauministeriums in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Institut für Urbanistik. Die Studie belegt eine Verdoppelung realisierter PPP-Projekte von 2004 bis 2005 im Vergleich zu den Vorjahren.
Handelsblatt, 8.10.2006

... Großer Bahnhof bei den Bauingenieuren an der RWTH. Nach zehn Jahren verlässt Professor Dr. Klaus J. Beckmann das Institut für Stadtbauwesen und Stadtverkehr und übernimmt die Leitung des Deutschen Instituts für Urbanistik mit Sitz in Berlin und Niederlassung in Köln. "Ich freue mich auf die neue Aufgaben", sagt er, "auch wenn die natürlich weniger mit Lehre zu tun haben." Relativ kurzfristig sei dieser Abschied und er falle ihm auch nicht leicht: "Ich habe mich hier in Aachen und an der TH sehr wohl gefühlt." Mit Kollegen, Mitarbeitern, Freunden und einigen "Offiziellen" feierte Beckmann den Abschied nicht einfach bei einem Glas Sekt, sondern - ganz Wissenschaftler - auch mit Vorträgen "10 Jahre Stadt- und Verkehrsentwicklung - Zukunftsanforderungen" hieß das. Doch er bot auch Raum für Dank. Dank an Beckmann, dessen Arbeit in Aachen deutliche Spuren hinterlässt. Aber auch Dank von Beckmann an alle, mit denen zusammenarbeiten konnte. Wer die Nachfolge des renommierten Hochschullehrers und Institutsleiters antritt, ist offen. "So eine Berufung kann ein Jahr dauern. Aber hier am Institut geht die Arbeit weiter wie bisher." Dafür stünde die Qualität des gesamten Teams.
Aachener Zeitung, 2.10.2006

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