Difu-Berichte 4/2005 - Potenziale einer alternden Gesellschaft

Potenziale der alternden Gesellschaft

Regionale und kommunale Strategien zur Aktivierung der wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Kräfte

Difu startet neues Forschungsprojekt zum demographischen Wandel im Auftrag das Bundesamtes für Bauwesen und Raumordnung (BBR)

Wie auch in vielen anderen Industriestaaten ist die Bevölkerungsentwicklung in Deutschland rückläufig. Niedrige Geburtenraten, Sterbefallüberschuss, eine geringere Zuwanderung und eine noch weiterhin steigende Lebenserwartung führen dazu, dass die Bevölkerung Deutschlands weniger wird und altert.

Diese Alterung der Bevölkerung wird erhebliche sozio-ökonomische Auswirkungen auf Wirtschaft und Gesellschaft haben. Die vermutete abnehmende Innovationsfähigkeit und Risikobereitschaft einer überalterten Gesellschaft sind dabei nur ein Thema. Die Proportionen zwischen Erwerbsbevölkerung und Wohnbevölkerung, zwischen Transferempfängern und -zahlern, zwischen jungen und älteren Arbeitnehmern werden sich deutlich verschieben. Der Wandel in der Altersstruktur wird alle Märkte der Volkswirtschaft beeinflussen: Dem Arbeitsmarkt werden jüngere Erwerbstätige fehlen, die Produktmärkte werden sich auf andere Kunden einstellen müssen, auf dem Kapitalmarkt werden sich Sparverhalten und Nachfrage nach Vermögensanlagen ändern, die Immobilienmärkte sind durch neue Nachfragetypen (Altenwohnungen, Service) und durch schwierige Vermarktungssituationen beispielsweise in überalterten suburbanen Quartieren geprägt.

In der Diskussion werden bislang vor allem die Probleme, die diese Entwicklungen mit sich bringen, thematisiert. Die Chancen, die sich für Gesellschaft und Wirtschaft daraus ergeben, dass die heutige Generation der älteren Menschen tendenziell gesünder, mobiler, qualifizierter und kaufkräftiger ist als vorherige Generationen, spielen eine noch eher untergeordnete Rolle.

Hier setzt das Projekt "Regionale und kommunale Strategien zur Aktivierung der wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Potenziale einer alternden Gesellschaft" an.

In dem Projekt sollen:

  • die Potenziale der demographischen Alterung identifiziert und bewertet werden, die für die regionale und/oder kommunale Entwicklung relevant sind,
  • Erfahrungen aus/von Regionen zusammengetragen und differenziert bewertet werden, die dieses Potenzial bereits als Chance/Ansatzpunkt für regionale Aktivitäten sehen und
  • Strategien entwickelt bzw. aus den Beispielen abgeleitet werden, die eine effektive Nutzung der ausgemachten Potenziale ermöglichen.

Im Kern geht es um eine Identifizierung von "guten Beispielen", die nachahmenswert sind und - bei allen Problemen von Übertragbarkeit - Anregungen zu einer aktiven Befassung mit den Chancen aus der demographischen Alterung geben. Zugleich soll - über eine breite Kommunikation dieser Beispiele, unter anderem via Internet in deutscher und englischer Sprache und durch einen Workshop im Frühjahr 2006 - die Bereitschaft erhöht werden, sich mit dem Thema aktiv auseinanderzusetzen und Handlungsansätze und Strategien zu entwickeln.

Das Projekt beginnt im November 2005 und wird Ende Mai 2006 abgeschlossen sein.

Weitere Informationen: 

Dr. rer. nat. Beate Hollbach-Grömig
Telefon: 030/39001-293
E-Mail:
hollbach-groemig@difu.de