Difu-Berichte 4/2005 - Neuigkeiten aus dem Forschungsverbund netWORKS
Die Autoren Simone Malz und Ulrich Scheele befassen sich im netWORKS-Paper Nr. 16 mit dem Stand der internationalen Debatte um handelbare Wasserrechte. Mit Blick auf die Diskussion um die Einführung von mehr Wettbewerb in der Wasserversorgungswirtschaft Deutschlands wurde eruiert, wie das gegenwärtige sehr formale System der Ressourcenzuteilung zumindest flexibler gestaltet werden kann. Das bisher praktizierte Modell der staatlichen Zuteilung der Wasserentnahmerechte spiegelt weder Opportunitäts- noch Ressourcenkosten wider. Die Schaffung eines Systems von handelbaren Entnahmerechten wäre dabei sicherlich das äußerste Ende des Spektrums aller denkbaren institutionellen Lösungen und dürfte unter den spezifischen Bedingungen der deutschen Wasserwirtschaft kaum eine tragfähige Alternative darstellen. Insbesondere bilaterale Transaktionen könnten jedoch auch zukünftig im geltenden administrativen Bewirtschaftungssystem eine größere Rolle spielen. Grundsätzliche Überlegungen sind in jedem Fall anzustellen, da mit der Wasserrahmenrichtlinie der EU ein eindeutiger Impuls in Richtung Monetarisierung von Gewässernutzungen und gewässerbelastenden Aktivitäten gegeben ist. Bis zum Jahr 2010 sind die Mitgliedstaaten aufgefordert, Wasserpreise zu erheben, die Umwelt- und Ressourcenkosten enthalten.
Benchmarking in der Wasserwirtschaft ist das Thema des netWORKS-Paper Nr. 17. Dieses betriebliche Instrument hat sich in vielen Bereichen der Wirtschaft im Qualitätsmanagement bewährt. Im Bereich der Wasserver- und Abwasserentsorgung unterliegt Benchmarking derzeit einem Wandel, da es Eingang in die nationale und europäische Politik gefunden hat. Es steht insoweit für Vergleichswettbewerb als alternative zur Liberalisierung. Innerhalb der Wasserwirtschaftsbranche findet es im Rahmen einer freiwilligen Selbstverpflichtung Anwendung. Alexandra Lux, Ulrich Scheele und Engelbert Schramm diskutieren Möglichkeiten und Grenzen einer Erweiterung des Benchmarking um ökologische und soziale Aspekte. Mit den vorgeschlagenen funktionellen und inhaltlichen Erweiterungen können Unternehmen wie auch Kommunen die über das Benchmarking gewonnenen Informationen für zielorientierte Lernprozesse einsetzen.
Water Governance ist das Thema des net- WORKS-Papers Nr. 18. Claudia von Braunmühl untersuchte mögliche Handlungsräume für Bürgerbeteiligung und demokratisches Gestalten in der Wasserver- und -entsorgung. Mit England/Wales und Frankreich werden zwei unterschiedliche Organisationsmodelle der Wasserversorgung analysiert. Auch trägt der Vergleich von Privatisierungsformen und Partizipation zwischen Industrie- und Entwicklungsländern einerseits, zwischen England/ Wales und Frankreich praktizierten Modellen andererseits, zur Klärung pfadabhängiger Unterschiede bei.
Handelbare Wasserentnahmerechte als Ergänzung der ordnungsrechtlichen Vergabepolitik lautet das Thema des netWORKS-Paper Nr. 19. Autorin Alexandra Lux macht deutlich, dass die regionale Einführung handelbarer Wasserrechte nur für sehr spezifische Ausgangslagen geeignet ist, in denen der regulative Aufwand lohnend für die Gewässerbewirtschaftung und den Interessenausgleich ist.
Mit den Veröffentlichungen dokumentiert der Forschungsverbund seine laufende Forschungsarbeit. Kommunen haben die Möglichkeit, die Veröffentlichungen kostenlos über das Difu zu beziehen. Interessenten aus Wissenschaft und Forschung sowie der übrigen Fachöffentlichkeit können die Texte kostenlos im Internet von der Projektplattform herunterladen.
Dipl.-Sozialök., Dipl.-Volkswirt Jens Libbe
Telefon: 030/39001-115
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