Difu-Berichte 4/1998 - Bürgerbeteiligung im Klimaschutz
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Spätestens seit der UN-Konferenz für Umwelt und Entwicklung in Rio de Janeiro 1992 ist mit der dort verabschiedeten Agenda 21 der Klimaschutz zur zentralen globalen Aufgabenstellung geworden. Auswirkungen von Klimaveränderungen sind jedoch nicht nur die weltweit steigenden Temperaturen, sondern auch die heute noch nicht eindeutig benennbaren lokalen Veränderungen. Daher ist es wichtig, daß das globale Thema Klimaschutz auch auf lokaler Ebene ansetzt. Viele Kommunen sind bereits aktiv: Klimaschutzkonzepte werden erstellt, einzelne Maßnahmen und ganze Maßnahmenbündel zur CO 2 -Emissionsminderung umgesetzt. Die Kommunen können einen direkten Einfluß auf den Energieverbrauch ihrer eigenen Liegenschaften nehmen. Der Energieverbrauch der kommunalen Gebäude beträgt im bundesdeutschen Durchschnitt jedoch nur etwa drei bis fünf Prozent des Gesamtenergieverbrauchs einer Stadt. Das bedeutet, daß die Kommune weite Teile des städtischen Energieverbrauchs nur indirekt beeinflussen kann, zum Beispiel durch eine konsequente Anwendung ihres Planungsinstrumentariums oder anderer Ansätze wie finanzieller Anreize für energiesparendes Verhalten. Die Umsetzung der Energiespar- und CO 2 -Minderungspotentiale im Haushalts-, Gewerbe- oder Industriesektor hängt von den Entscheidungen der jeweiligen lokalen Akteure ab.
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Weitere Informationen: Dr.-Ing. Annett Fischer |
Mit Blick auf die vielen Verbrauchergrup- pen einer Stadt kommt den Strategien der Information, Kommunikation, Motivation und Koordination eine besondere Bedeutung zu. Eine Aufgabe der Kommune besteht darin, die Verantwortungs- und Mitwirkungsbereitschaft der unterschiedlichen lokalen Akteure zu aktivieren und gegebenenfalls im Sinne gesamtstädtischer Zielsetzungen zu beeinflussen. Dazu können Kommunen neben gesetzlich geregelten Formen der Bürgerbeteiligung auf eine Reihe weitergehender Kommunikations- und Partizipationsformen zurückgreifen. Die Beiträge in der Publikation "Bürgerbeteiligung im Klimaschutz" geben einen Einblick, wie durch die gezielte Einbindung von Akteursgruppen neue Kräfte für den kommunalen Klimaschutz mobilisiert werden können. Neben den vielschichtigen Strategien der Städte Viernheim und Heidelberg werden einzelne Ansätze wie Verkehrsforen, Runde Tische und Energie-Tische vorgestellt. Die Beispiele zeigen deutlich, daß die Kommunen in ihrer Energiespar- und Klimaschutzpolitik stärker auf die einzelnen Zielgruppen und Akteure zugehen müssen. Nur so ist es möglich, Impulse für geeignete Aktionen und neue Bündnisse für den Klimaschutz zu geben. Im kommunalen Klimaschutz bieten sich viele Anlässe und Projekte für partizipative Strategien, die vom Reden zum Handeln führen, denn: Klimaschutz ist eine kommunale Gemeinschaftsaufgabe.
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