Difu-Berichte 4/1996 - Studie "Weiche Standortfaktoren" mit August-Lösch-Preis ausgezeichnet
August-Lösch-Preis für Difu-WissenschaftlerStudie "Weiche Standortfaktoren" ausgezeichnet
Anläßlich der diesjährigen August-Lösch Tage vom 12. bis 14. September 1996 in der Stadt Heidenheim erhielten die Wissenschaftler Dr. Busso Grabow und Dr. Dietrich Henckel sowie die Wissenschaftlerin Beate Hollbach-Grömig für ihre Studie "Weiche Standortfaktoren" den mit 7500 DM dotierten August-Lösch-Preis. Mit dieser Auszeichnung werden hervorragende Abhandlungen auf dem Gebiet der Regionalwissenschaft gewürdigt. Der Oberbürgermeister der Stadt Heidenheim Helmut Himmelsbach sagte in seiner Begrüßungsrede, daß die alle zwei Jahre in Heidenheim stattfindenden August-Lösch-Tage nicht nur eine Gedenkfeier für den gleichnamigen bedeutenden Sohn der Stadt, sondern vor allem ein vielbeachteter Tagungstreffpunkt der Regionalwissenschaft seien. Diesmal wurden von 45 eingereichten Arbeiten zwei prämiiert: Die Difu-Studie "Weiche Standortfaktoren" und die Arbeit "Theorie des kommunalen Finanzausgleichs" von Prof. Dr. Thomas Kuhn von der TU Chemnitz. Die 400 Seiten starke Veröffentlichung des Difu leiste einen wichtigen Beitrag zur Stadtstrukturpolitik und zum besseren Verständnis des Städtewettbewerbs, betonte Professor Dr. Rolf Funck von der Universität Karlsruhe als Mitglied der Auswahlkommission in seiner Lobrede. Die Studie sei von der Erkenntnis geleitet, daß einerseits weiche Standortfaktoren an Bedeutung gewinnen, andererseits jedoch grundlegende empirische Befunde zur realen Bedeutung weicher Standortfaktoren bisher selten verfügbar seien. Dr. Busso Grabow vom Difu betonte in seiner Danksagung neben der persönlichen Freude der Autoren über die Auszeichnung auch die Bedeutung für das Difu insgesamt, dessen Arbeit an der Schnittstelle zwischen Forschung und Praxis Anerkennung gefunden habe. Die Preisverleihung bestätige und bestärke damit die weitere Absicht, neben kurzen Projekten und der knappen Aufbereitung wissenschaftlicher Erkenntnisse auch immer wieder Projekte mit Grundlagencharakter weiterzuführen. Sie setze gleichzeitig ein Zeichen gegen die Tendenz, Öffentlichkeitswirkung und Verwertungsgeschwindigkeit bei der Aufbereitung wissenschaftlicher Themen in den Vordergrund zu stellen. Die 1995 veröffentlichte Studie untersucht die tatsächliche Bedeutung weicher Standortfaktoren - im Verhältnis zu den traditionellen harten Faktoren -, um den Städten eine fundierte Orientierung für ihre Entscheidungen geben zu können. Sie basiert in erster Linie auf eigenen umfangreichen empirischen Erhebungen. Nahezu 100 Expertengespräche mit kommunalen Akteuren und Unternehmensvertretern wurden geführt. Für eine bundesweite telefonische Unternehmensbefragung in der Industrie und im Dienstleistungssektor mit Hilfe des Meinungsforschungsinstituts Emnid wurden rund 2 000 Unternehmen ausgewählt. Zusätzlich wurden etwa 300 Betriebe in den Fallstudienstädten Augsburg, Berlin, Herne, Ingolstadt, München Schweinfurt, Wien, Wolfsburg und Würzburg befragt. Die Ergebnisse der Studie sollen in erster Linie dabei helfen, die Bedeutung weicher Standortfaktoren für die jeweiligen Branchen, Betriebsgrößen und Betriebstypen zu ermitteln, die Wechselbeziehung zwischen harten und weichen Faktoren zu verdeutlichen und Typen von Standortentscheidungen und mögliche Leitlinien für kommunale Akteure aus Sicht der Unternehmen abzuleiten. Weitere Informationen: Bestellungen: |
