Difu-Berichte 4/1996 - Archiv für Kommunalwissenschaften
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Standorttendenzen und kommunale Standortpolitik im Dienstleistungssektor Der Trend zur Dienstleistungsgesellschaft ist ungebrochen. Städtebauliche Prägungen, die räumliche Mischung von Funktionen und städtischen Rhythmen wandeln sich. Entwicklungstendenzen innerhalb des tertiären Sektors verändern das heute gewohnte Bild der urbanen Räume. Seit Jahren ist eine kontinuierliche Suburbanisierung von Dienstleistungen zu beobachten. Gründe hierfür sind u.a. generelle, globale Entwicklungen und veränderte Unternehmensstrategien, die außerhalb der Einflußmöglichkeiten des kommunalen Han- delns liegen. Daneben gibt es jedoch auch viele Bereiche, in denen Politik und Verwaltung tätig werden können, wenn sie ihre Stadt als Dienstleistungsstandort stärken und die stadträumliche Entwicklung beeinflussen wollen. Dazu gehören u.a. die Entwicklung von Standortkonzepten, die qualitative Entwicklung von Standorten, die Schwerpunktförderung bestimmter Branchen und die Stärkung von Netzwerken.
Rechtsprobleme bei Stromversorgungsübernahmen Der Gesetzgeber wollte mit der Befristung von Konzessionsverträgen auf 20 Jahre Bewegung in die Stromversorgungslandschaft bringen. Dieser Absicht war bislang angesichts erfolgreicher Verteidigungsbemühungen der bisherigen Monopolisten nur geringer Erfolg beschieden - nicht zuletzt auch deshalb, weil sich die Rechtsprechung in dieser Frage bislang sehr zurückgehalten hat. Demgegenüber folgern die Autoren aus der im vorliegenden Beitrag vorgenommenen systematischen Prüfung der sich stellenden Sach- und Rechtsprobleme, daß einer kommunalen Stromversorgungsübernahme keine unüberwindbaren Hindernisse im Weg stehen. Die hier erstmals vorgestellte Gesamtbewertung stärkt jedenfalls die Position übernahmewilliger Gemeinden.
Neue Zentrenstrukturen in den USA. Eine Perspektive für Deutschland? Nach extensiver Dezentralisierung sind in den USA neue Städte (edge cities) als Wirtschaftspole innerhalb der Verdichtungsräume entstanden; in Deutschland dagegen bestimmt die Dezentralisierung von Wohnen und Arbeiten nach wie vor die räumliche Entwicklung. Allerdings fordert der "Raumordnungspolitische Orientierungsrahmen" auch für Deutschland eine stärkere Konzentration im Umland der Großstädte. Vor diesem Hintergrund wird die Entstehungsgeschichte der edge cities dargestellt und die Frage diskutiert, ob in Deutschland eine ähnliche Entwicklung zu erwarten ist. Dabei wird auf wirtschaftliche und soziale Gemeinsamkeiten, die auch neue Agglomerationen außerhalb der Kernstädte wahrscheinlich machen, sowie auf kulturelle Unterschiede, die für Deutschland eine weniger sozial- und umweltbelastende Entwicklung in den Verdichtungsräumen erwarten lassen, eingegangen.
Sparstrategien auf der Suche nach ihrem Gegenstand Sparen ist nicht nur das Gebot der Stunde, sondern das Gebot der nächsten Jahre. Deswegen kann es nicht darum gehen, da und dort Personal einzusparen oder diese und jene Verwaltungsaufgabe abzubauen, sondern es geht um das prinzipielle Vorhaben einer sparsamkeitsorientierten Verwaltungsmodernisierung. Der Autor entwirft ein Szenario, nach dem der notwendige Wandel in vier Schritten bewerkstelligt werden könnte: 1. gewandeltes Aufgabenverständnis der Verwaltung, 2. Dienstrechtreform, 3. Dezentralisierung der Ressourcenveranwortung, 4. Neuorientierung von Haushaltsrecht und Haushaltskontrolle.
Strategien für den sozialen Ausgleich. Handlungsspielräume im Stadtstaat Hamburg Der Beitrag erläutert die sozialpolitische Offensive "Armutsbekämpfung in Hamburg - Zusätzliche Maßnahmen gegen Armut als Bestandteil sozialer Stadtentwicklung". Das auf vier Jahre befristete Programm konzentriert sich auf acht Stadtquartiere und setzt dort die inhaltlichen Schwerpunkte auf Beschäftigung und Wohnen einerseits und Kooperation und Beteiligung andererseits. Damit sollen vorhandene, aber nicht ausgeschöpfte Handlungsspielräume einer Großstadt sichtbar und nutzbar gemacht werden in der Hoffnung, damit in bislang benachteiligten Quartieren Anstöße zu einer nachhaltigen sozialen und wirtschaftliche Entwicklung zu geben. Jahrgang 35. 1996 Herausgeber: Bestellung: Weitere Informationen: |
