Difu-Berichte 3/2007 - Fahrradakademie – Vernetzung, Fortbildung und Information für Kommunen

Fahrradakademie

Vernetzung, Fortbildung, Information für Kommunen

Das Fahrrad kann als Verkehrsmittel einen wesentlichen Beitrag zur Lebensqualität, zur Mobilität weiter Bevölkerungsgruppen sowie zur Verbesserung der Verkehrssituation leisten. Nach dem von der Bundesregierung verabschiedeten „Nationalen Radverkehrsplan 2002-2012“ soll der Radverkehr in Deutschland durch eine nachhaltige Verkehrspolitik verstärkt gefördert werden.

Die maßgeblichen Akteure für die Entwicklung des Radverkehrs arbeiten meist auf der lokalen oder regionalen Ebene. So sind die Kommunen unter anderem als planende und ausführende Instanz bei Straßen in eigener Baulast, als Arbeitgeber, als Wirtschaftsförderer, als ÖPNV-Aufgabenträger sowie in den Bereichen Stadtmarketing und Tourismus mit dem Thema Radverkehr befasst. Planung und Umsetzung der damit verbundenen komplexen Aufgaben erfordern einen fundierten fachlichen Hintergrund, der bisher in der Ausbildung der Radverkehrsplanung betrauten Berufsgruppen nur eine unzureichende Rolle spielte.

Die neue „Fahrradakademie“ unterstützt die Kommunen künftig fachlich mit einem umfangreichen Fortbildungsangebot bei der Radverkehrsplanung. Zudem werden Städte, Gemeinden und Landkreise mit dem Ziel eines effektiven Erfahrungsaustauschs vernetzt. Das Deutsche Institut für Urbanistik (Difu) startet dieses Projekt mit Förderung des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung sowie mit Unterstützung des Deutschen Städtetages, des Deutschen Städte- und Gemeindebundes und des Deutschen Landkreistages.

Die Fahrradakademie bietet bereits ab Herbst 2007 ein- und mehrtägige Seminare an unterschiedlichen Standorten sowie Fachexkursionen an. Im Programm 2007/08 sind 18 Veranstaltungen geplant, in denen unter anderem folgende Themenfelder angesprochen werden:

  • Instrumente der Radverkehrsplanung im überörtlichen und innerstädtischen Bereich
  • Steuerung und Absicherung von Radverkehrsplanung in unterschiedlichen Rechtsbereichen
  • Möglichkeiten zur Qualitätssicherung und Unterhaltung von Radverkehrsinfrastruktur
  • Umgang mit dem Radverkehr in der Abwägung mit anderen Belangen
  • Finanzierung von Radverkehrsmaßnahmen

Das Angebot richtet sich an Städte, Gemeinden und Landkreise jeder Größenordnung. Angesprochen sind alle kommunalen Akteure, die in ihren Aufgabenfeldern (z.B. Verkehrsplanung, Straßenverkehrsrecht, Hoch-/Tiefbau oder als ÖPNV-Aufgabenträger) mit dem Radverkehr zu tun haben.

Die Seminare und Fachexkursionen werden von erfahrenen Experten aus der kommunalen Praxis, Forschungseinrichtungen und Industrie durchgeführt. Thematisch liegt der Fokus auf praxisrelevanten Themenfeldern. Bei den Veranstaltungen der Fahrradakademie werden keine optimalen Wunschzustände gezeigt, es wird vielmehr auf die reale Situation in den Städten und Gemeinden eingegangen. Das Programm wird auf Basis der Erfahrungen und Probleme der Teilnehmer kontinuierlich weiterentwickelt. Auch die Frage der Durchsetzung von Planungen in der Abstimmung der Ressorts und der Politik ist Gegenstand der Veranstaltungen. Die Seminarinhalte sind über Radverkehrsbelange hinaus nutzbar. Dies gilt beispielsweise für Fragen der Qualitätssicherung oder des Unterhaltungsmanagements.

Die Fahrradakademie bietet ein Forum für die Diskussion von Lösungsansätzen zu lokalen Problemen und unterstützt die Kommunen bei der gegenseitigen Vernetzung. Dazu wird in Kooperation mit den kommunalen Spitzenverbänden eine jährliche Fahrradkommunalkonferenz organisiert. Die erste Konferenz findet am 21. November 2007 in Göttingen statt. Sie steht unter dem inhaltlichen Leitthema Netzwerkbildung und Vernetzung.

Zu dieser Veranstaltung sind alle für Radverkehr verantwortlichen Verkehrsplaner und Verwaltungsmitarbeiter der Kommunen eingeladen.

Weitere Informationen:

Dipl.-Ing. Arne Koerdt
Telefon: 030/39001-108
E-Mail:
fahrradakademie@difu.de

Weitere Informationen zur Fahrradakademie unter:
www.nrvp.de/fahrradakademie