Difu-Berichte 3/2007 - Difu-intern

Difu intern

Hasso Brühl


Hasso Brühl
hat zum 1. September 2007 das Deutsche Institut für Urbanistik verlassen. Nach dem Studium der Stadtsoziologie bei Hans-Paul Bahrdt in Göttingen war er von 1974 bis 1981 als Stadtentwicklungsplaner bei der Stadt Göttingen tätig. 1981 wechselte er als wissenschaftlicher Mitarbeiter zum Arbeitsbereich Fortbildung des Difu. Durch seinen kommunalen Hintergrund gehörte er zu denen am Institut, die über unmittelbare kommunale Erfahrung verfügten. Dadurch war es ihm in außerordentlicher Weise möglich, den notwendigen Spagat zwischen theoretischem Denken und kommunalen Praxisanforderungen zu leisten. Auch in seinen Veröffentlichungen gehörte es zu seinem besonderen Anliegen, theoretischen Anspruch mit Praxisbezug und Lesbarkeit zu verbinden.

Sein Aufgaben- und Themenfeld war weit gespannt und bezog sich überwiegend auf die kommunalen Aufgabenbereiche Stadtentwicklung, Kultur- und Sozialpolitik, wobei sein Hauptarbeitsgebiet auf dem Feld der kommunalen Wohnungspolitik lag. Die zuletzt unter seiner Leitung entstandene und wesentlich von ihm verfasste Studie „Wohnen in der Innenstadt – eine Renaissance?“ aus dem Jahre 2005 eröffnete neue Perspektiven für die Stadtentwicklung und wird seitdem weit über den engeren Fachkreis hinaus in der breiten Öffentlichkeit diskutiert. Sie kann als gelungenes Beispiel für die Wirksamkeit theoretischen Denkens auf die kommunale Praxis gelten. Die Studie erzeugte ein großes Medieninteresse, und viele Medien berichteten gleich mehrfach darüber. Somit war Hasso Brühl nicht nur ein Fortbildungs- und Forschungsprofi, sondern gewissermaßen durch die nahezu täglich gegebenen Interviews auch ein souveräner und stark nachgefragter Medienprofi.

Mit Hasso Brühl geht ein geschätzter Kollege, dessen breite Interessen über die rein fachliche Perspektive weit hinaus gingen und der es verstand, Erfahrungen und Kenntnisse aus scheinbar fern liegenden Feldern einzubringen und miteinander zu verknüpfen. Vermissen werden die Difu-Mitarbeiter neben seinen fachlichen Fähigkeiten sicherlich auch die von ihm interessant gestalteten Dia-Vorträge, die er nach seinen Fernreisen – zuletzt zur Seidenstraße Chinas – für interessierte Kollegen anbot.

Michael Bretschneider

Eine Einrichtung wie das Difu lebt von zwei Arten von Mitarbeitern: jene, die in thematisch wie disziplinär klar umrissenen Feldern zu immer neuen „Tiefbohrungen“ ansetzen und damit Kommunen und Wissenschaft bereichern. Nicht weniger wichtig sind jene, die forschen und Serviceleistungen für Städte erbringen. Mit ihrer wissenschaftlichen Arbeit schließen sie die unvermeidbaren Lücken zwischen den Tiefbohrungen, bedienen ein breites Themenspektrum inter- und transdisziplinär und erfüllen den Anspruch, der mit dem Begriff „Urbanistik“ verbunden ist.

Der Volkswirt und Planer

Dr. Michael Bretschneider
zählte zu jener raren Spezies der urbanistischen Allzweck-Waffen. Er war seit Institutsgründung 1973 im Difu tätig, zuletzt im Servicebereich „Information und Dokumentation“, den er viele Jahre als Koordinator prägte. Gleichzeitig erschloss er sich ein breites wissenschaftliches Themenspektrum: Kommunale Parteipolitik, Gesundheitspolitik, kommunaler Investitionsbedarf, Aufbau der kommunalen Selbstverwaltung in den neuen Bundesländern, Aufbau Ost. Große Forschungsprojekte und Seminare wurden von ihm genauso verantwortet wie zahlreiche Veröffentlichungen.

Der „Rote Faden“ seiner Tätigkeit am Difu blieb jedoch die kommunale Umfrageforschung. Fest mit seiner Person verbunden sind die Städteumfrage zu Hauptaufgaben und -problemen der Stadtentwicklung und Kommunalpolitik und die von ihm aufgebaute Umfragendatenbank kommDEMOS. Getreu dem Motto „Voneinander lernen ist besser als alles jeweils neu zu erfinden“ sah er die Difu-Datenbanken als Plattformen des interkommunalen Erfahrungsaustausches und als Wissensspeicher für die Kommunen. Aber auch er selbst hat dieses Wissen immer wieder gerne „angezapft“ und methodisch sowie sekundäranalytisch ausgewertet. Dass der Verband der Deutschen Städtestatistiker ihm dabei besonders nahe stand, versteht sich von selbst.

Michael Bretschneider hat stets das Wohl des Difu vor seine eigenen Interessen gestellt. Nur so sind die Themenvielfalt und das Wechselspiel zwischen Service und Forschung verständlich. Er fasste dies als gern geübte Pflicht auf und war dabei doch nie „stromlinienförmig“. Die Debatten und Diskussionen, aus denen immer wieder fruchtbare Ideen entstanden, werden uns fehlen.

Arne Koerdt

koerdt@difu.de

Seit Juli 2007 ist

Arne Koerdt
als Leiter der neu eingerichteten Fahrradakademie tätig. Dieses neue Difu-Projekt wird derzeit mit Förderung des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS) realisiert und ist auf eine Laufzeit von zunächst drei Jahren angelegt.

Der 35-jährige Diplom-Ingenieur der Stadt- und Regionalplanung war nach dem Studium an der TU-Berlin fast sieben Jahre als geschäftsführender Gesellschafter der PLAN online GmbH tätig. Seit 2002 arbeitete er zudem freiberuflich für die Team Red Networks KG. Dort war Arne Koerdt für die Themenbereiche Fahrradverkehr und Mobilitätspakete verantwortlich.

Sein Arbeitsschwerpunkt liegt in der Realisierung innovativer, komplexer Vorhaben mit vielen Akteuren. Die von ihm bisher geleiteten Projekte sind thematisch in den Bereichen Fahrradverkehr, Integrierte Verkehrsplanung, Mobilitätsdienstleistungen und Telekommunikation angesiedelt.

Durch seine beruflichen Tätigkeiten sowie langjährige ehrenamtliche Aktivitäten mit verschiedenen Funktionen im Verkehrs- und Umweltbereich verfügt er über langjährige Erfahrungen in den Bereichen Projektmanagement, Radverkehrsplanung und Veranstaltungsorganisation.

Angelika Uricher

uricher@difu.de

Seit September 2007 ist

Angelika Uricher
als wissenschaftliche Mitarbeiterin im Arbeitsbereich Verkehr und Umwelt des Difu tätig. Sie bearbeitet das Themenfeld Parkraummanagement und Verkehrssteuerung.

Die 46-jährige Diplom-Ingenieurin studierte in Karlsruhe Bauingenieurwesen mit der Vertiefungsrichtung Verkehrs- und Raumplanung. Nach dem Referendariat für den höheren bautechnischen Verwaltungsdienst war Angelika Uricher in den vergangenen 15 Jahren bei der Straßenbauverwaltung Baden-Württemberg, beim Öko-Institut e.V. Freiburg, der IVU Traffic Technologies AG und der ETC Transport Consultants GmbH in Berlin tätig.

Angelika Uricher hat im Rahmen mehrerer interdisziplinärer Forschungsprojekte zur stadtverträglichen Mobilität, zum Least Cost Transportation Planning sowie zur ökologischen und ökonomischen Bewertung von Verkehr und Raumstrukturen bereits intensiv mit kommunalen Akteuren zusammengearbeitet. Ein Schwerpunkt ihrer Arbeit war dabei die integrierte Bewertung von verkehrlichen Maßnahmen und Szenarien auf städtischer und regionaler Ebene. Ein weiterer thematischer Schwerpunkt ihrer Arbeit der letzten Jahre waren Wirtschaftlichkeitsbetrachtungen von Verkehrsinfrastrukturen. Neben Akquisition, Projektleitung und -durchführung hat sie zudem Veröffentlichungen erstellt und Veranstaltungen durchgeführt.

Maic Verbücheln

verbuecheln@difu.de

Seit Juni 2007 ist

Maic Verbücheln
beim Difu beschäftigt. Der 34-jährige Diplom-Ingenieur (FH) studierte in Berlin Biotechnologie mit Schwerpunkt Umwelt. In den letzten fünf Jahren war er als wissenschaftlicher Mitarbeiter zunächst beim Institut Ecologic in Berlin und anschließend beim Institut Ökopol in Hamburg tätig. Als Projektmanager fokussierte sich seine Tätigkeit auf die Bearbeitung von Vorhaben der nationalen und internationalen Stoffstrom- und Abfallwirtschaft. Im Vordergrund seiner Forschungs- und Beratungstätigkeit standen vor allem die Verknüpfung technischer Fragestellungen mit umweltrelevanten Rechtsvorschriften, die Optimierung von Managementsystemen und die Ableitung von politischen Handlungsempfehlungen.

Als Mitglied nationaler und internationaler Arbeitsgruppen wirkte er an der Erarbeitung abfallwirtschaftlich relevanter Dokumente mit. Maic Verbücheln bearbeitete Projekte für die EU-Kommission, Ministerien, das Umweltbundesamt sowie für kommunale Auftraggeber. Des Weiteren sammelte er als ausgebildeter Ver- und Entsorger praktische Erfahrungen im Bereich des kommunalen Abfallmanagements im Umweltamt des Landkreises Soest. Maic Verbücheln wird sich am Difu-Standort Köln vor allem mit den Themen kommunale Abfallwirtschaft und Stoffstrommanagement beschäftigen. Im Difu wird er zunächst bis Ende 2008 „Die Rolle der Kommunen im Rahmen der Optimierung von Stoffkreisläufen am Beispiel von Gasentladungslampen“ untersuchen.