Difu-Berichte 3/2006 - Preisträger des Bundeswettbewerbs "Vorbildliche Strategien kommunaler Suchtprävention"
Preisträger "Vorbildliche Strategien kommunaler Suchtprävention"
Alkoholprävention vor Ort
Dokumentation: Vorbildliche Strategien kommunaler Suchtprävention - Alkoholprävention vor Ort |
![]() Hansestadt Hamburg |
![]() Kreisstadt Korbach |
![]() Landkreis Esslingen |
![]() Gemeinde Kiefersfelden |
13 Städte, Landkreise und Gemeinden wurden Mitte Juli im Rahmen des 3. Bundeswettbewerbs der kommunalen Suchtprävention "Alkoholprävention vor Ort" für ihre vorbildlichen Maßnahmen im Bereich der Suchtprävention ausgezeichnet.
Durch den - bereits zum dritten Mal durchgeführten - Wettbewerb zur kommunalen Suchtprävention sollen die kommunalen Aktivitäten auf diesem Gebiet bekannt und damit auch für andere nutzbar zu machen. Darüber hinaus sollen diejenigen Städte, Landkreise und Gemeinden Anerkennung finden, die innovative und wirksame Strategien mit Vorbildfunktion umsetzen. Insgesamt 105 Beiträge wurden bei dem fachlich vom Deutschen Institut für Urbanistik (Difu) begleiteten und von den kommunalen Spitzenverbänden unterstützten Wettbewerb eingereicht. Eine sachkundige Jury aus Wissenschaft und Wirtschaft ermittelte die Preisträger.
Die feierliche Preisübergabe fand am 13. Juli 2006 in der Landesvertretung Rheinland- Pfalz in Berlin statt und erfolgte durch Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt, die Drogenbeauftragte der Bundesregierung Sabine Bätzing und die Direktorin der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) Dr. Elisabeth Pott. Für die Auszeichnung stellte die BZgA ein Preisgeld von insgesamt 60 000 Euro zur Verfügung. Die Spitzenverbände der gesetzlichen Krankenkassen beteiligten sich zusätzlich mit einem Sonderpreis "Alkohol und Arbeitslosigkeit" in Höhe von 10 000 Euro. Die prämierten Beiträge sind als Print- und Online-Veröffentlichung kostenfrei erhältlich.
Auszeichnungen erhielten:
Kreisfreie Städte:
- Freie und Hansestadt Hamburg (10 000 Euro)
- Stadt Köln (5 000 Euro)
- Stadt Münster (5 000 Euro)
Kreisangehörige Kommunen:
- Kreisstadt Korbach (10 000 Euro)
- Stadt Lohne (5 000 Euro)
- Stadt Pfungstadt (5 000 Euro)
Landkreise:
- Landkreis Esslingen (8 000 Euro)
- Landkreis Konstanz (4 000 Euro)
- Landkreis Ostalbkreis (4 000 Euro)
- Landkreis Traunstein (4 000 Euro)
Den Sonderpreis der Spitzenverbände der gesetzlichen Krankenkassen erhielten:
- Gemeinde Kiefersfelden (5 000 Euro)
- Landkreis Erlangen/Höchstaddt und Stadt Erlangen (2 500 Euro)
- Stadt Neutraubling (2 500 Euro)
Hintergrund und Ziel des Wettbewerbs Die Zahl der Menschen in Deutschland, bei denen eine Alkoholabhängigkeit oder ein -missbrauch vorliegt, wird auf rund 4,3 Mio. geschätzt. Der seit den 70er Jahren anhaltende Trend bei Jugendlichen zu weniger Alkoholkonsum wurde 2004 erstmals gebrochen. Zugenommen haben bei den Jugendlichen die wöchentlichen Trinkmengen und Alkoholrausch-Erfahrungen. Diese negative Entwicklung ist vor allem auf den gestiegenen Konsum von Alkopops zurückzuführen. Im Jahr 2003 wurden pro Kopf der Bevölkerung etwa zehn Liter reiner Alkohol konsumiert, womit Deutschland weltweit den höchsten Verbrauch hat. Die Kosten durch alkoholbedingte Krankheiten betragen ca. 20 Mrd. Euro im Jahr.
Die in der deutschen Bevölkerung weit verbreitete unkritisch positive Einstellung zum Alkohol verhindert einen realistischen Blick auf die Folgen zu hohen Alkoholkonsums bei Jugendlichen und Erwachsenen.
Die enormen negativen gesundheitlichen, sozialen und wirtschaftlichen Folgen des hohen Alkoholkonsums in Deutschland dürfen daher nicht bagatellisiert, sondern müssen durch vorbeugende Maßnahmen reduziert werden. Bereits der erste Wettbewerb zur kommunalen Suchtprävention im Jahr 2001 machte deutlich, dass eine Reihe von Städten, Kreisen und Gemeinden bereits intensiv in der Alkoholprävention tätig sind.
Ziel des 3. Wettbewerbs war es daher, die kommunalen Handlungsfelder und Aktivitäten zur Alkoholprävention noch intensiver kennen zu lernen und sie einer breiten Öffentlichkeit sichtbar zu machen. Dabei sollten die Städte, Kreise und Gemeinden ausgezeichnet werden, die mit ihren Aktivitäten ein besonders gutes Beispiel für andere Kommunen geben. Der weiteren Präventionsarbeit soll auch das Preisgeld dienen, das von der Jury auf die 13 Preisträger verteilt wurde. Bewertungskriterien Lediglich geplante Vorhaben wurden nicht berücksichtigt. Folgende Bewertungskriterien wurden zugrunde gelegt:
- Zielfestlegung erfolgt vor der Intervention,
- Realisierung von Maßnahmen sowohl für Kinder und Jugendliche als auch für Erwachsene,
- Realisierung von Maßnahmen der Verhaltens- und Verhältnisprävention,
- Wirkung in der Fläche der Kommune,
- Vernetzung der Akteure,
- Langfristigkeit bzw. Nachhaltigkeit,
- Erfolgskontrolle und Dokumentation,
- Einbeziehung auch von bildungsfernen Schichten,
- Einbindung der Zielgruppen in die Planung,
- Geschlechtsspezifische bzw. geschlechtersensible Umsetzung,
- Verankerung auf der kommunalpolitischen Leitungsebene,
- Kommunenübergreifende Kooperation bzw. Einbindung in überregionale Kampagnen/ Initiativen der Alkoholprävention.
Die Ergebnisse des Wettbewerbs wurden vom Difu in der Dokumentation "Vorbildliche Strategien kommunaler Suchtprävention - Alkohol vor Ort" zusammengefasst. Die Beiträge aller Wettbewerbsteilnehmer können im Internet unter
http://www.kommunalesuchtpraevention.de/05-06/beitraege/ abgerufen werden.
Die Wettbewerbsdokumentation ist unter der Bestellnummer 33 94 0 000 kostenfrei erhältlich bei der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung.
Bestellung:
BZgA, 51101 Köln,
E-Mail:
order@bzga.de
Telefax: 0221/8992-257
Internet:
http://www.kommunalesuchtpraevention.de.
Weitere Informationen:
Susanne Plagemann
Telefon: 030/39001-274
E-Mail:
plagemann@difu.de
Allgemeine Homepage:
http://www.kommunalesuchtpraevention.de
Abruf der Dokumentation:
http://www.kommunalesuchtpraevention.de/05-06/dokumentation/dokumentation-suchtpraevention-2005.pdf




