Difu-Berichte 3/2006 - Difu-intern: Abschied nehmen
Wechsel in den Unruhestand
Mit
Klaus Mittag verlässt erneut ein "Difu- Urgestein" das Institut. Vor 32 Jahren trat er seinen Dienst in der Kölner Abteilung des Difu an und wurde schon bald zum Vorreiter kommunaler Praxisberatung. Als Diplom- Psychologe und versierter Marktforscher entwickelte sich Mittag zum Promoter und Nukleus des Difu-Themenschwerpunkts "Empirische Sozialforschung, Sozialplanung und Programmbegleitung". In einer Zeit, in der die institutionelle Förderung des Instituts noch deutlich im Vordergrund stand, war Klaus Mittag einer der Ersten, der große extern finanzierte Projekte zu Themen wie "Kommunale Bildungsberatung" und "Sozialstationen" akquirierte. Die Kölner Abteilung des Difu, deren besondere Bedeutung Klaus Mittag stets unterstrich, trug so schon in frühen Jahren intensiv zur Instituts-Finanzierung bei.
Ein überaus strukturiertes und kreatives Denken sowie breite empirische Methodenkenntnisse führten dazu, dass Klaus Mittag auch immer wieder in Projekte der Berliner Kollegen als hochgeschätzter Unterstützer, Berater und Begleiter einbezogen wurde. Beispiele hierfür sind der "Bundeswettbewerb Kinder- und familienfreundliche Gemeinde", das "Bund-Länder-Programm - Die Soziale Stadt" sowie das Projekt "Wohnen in der Innenstadt". Rat und Expertise wurden aber häufig auch von externer Seite eingeholt: in jüngerer Zeit vor allem von den deutschen Repräsentanten des EU-Vorhabens "Urban Audit". Nicht unerwähnt bleiben darf Klaus Mittags ungemein breiter Wissenshorizont. Nicht zufällig wurde ihm mehrfach das Attribut "Lebende Enzyklopädie" verliehen.
Eine besondere Aufgabe sah Klaus Mittag schließlich auch darin, sein Wissen und seine Fähigkeiten an junge Kollegen - meist über Praktika - weiterzugeben, um dann mit großer Freude deren spätere berufliche Erfolge zu registrieren.
Auch wenn Klaus Mittag sich nun im Ruhestand seinen vielfältigen nicht Difu-bezogenen Interessen widmen wird, so hoffen seine Kollegen, dass er ihnen bisweilen noch als innovativer und kritischer Gesprächspartner zur Seite stehen wird.
Wechsel in Kommune und außereuropäisches Ausland
Manuela Rottmann |
Jan Hendrik Trapp |
Manuela Rottmann und Jan Hendrik Trapp sind für den Wechsel in den Ruhestand bei Weitem zu jung. Für beide haben sich neue spannende Herausforderungen aufgetan:
Manuela Rottmann ist neue Dezernentin für Umwelt und Gesundheit der Difu-Zuwenderstadt Frankfurt/Main. Die Juristin arbeitete zwei Jahre am Difu und wirkte intensiv und stets äußerst kompetent an einer Reihe von Difu-Veröffentlichungen mit und bereicherte viele Veranstaltungen mit ihren Vorträgen und Moderationen. Zu ihren Arbeits- Schwerpunkten gehörten Rechtsfragen der kommunalen Daseinsvorsorge, der Privatisierung öffentlicher Leistungen, das Infrastruktur-, Verkehrs- und Umweltrecht sowie Auswirkungen des Europarechts auf die kommunale Selbstverwaltung. Ihr umfangreiches Fachwissen und ihre unkomplizierte zupackende Art machten Manuela Rottmann im Difu in kürzester Zeit zu einer stets gern nachgefragten (Fach-)kollegin.
Jan Hendrik Trapp ist nicht auf der kommunalen Ebene Deutschlands geblieben, er wird künftig im Auftrag einer deutschen Entwicklungsorganisation seine vielfältigen fachlichen Kenntnisse und Erfahrungen beim Aufbau der kommunalen Selbstverwaltung in Lateinamerika nutzen. Der Soziologe war im Zeitraum zwischen 1998 und 2006 für das Difu tätig. Schwerpunkte seiner fundierten Arbeit lagen im Bereich des Wandels kommunaler Aufgabenwahrnehmung sowie der politischen Steuerung und Gemeinwohlsicherung; hier insbesondere in umweltrelevanten lokalen Infrastrukturbereichen wie der Wasserwirtschaft. Intensive Studien zur Privatisierung öffentlicher Aufgabenbereiche sowie wie zur Lokalen Agenda 21 machten ihn zu einem wichtigen und im Kreis der Kollegen geschätzten Mitarbeiter am Difu.
Das Difu lässt die beiden nicht gerne ziehen, aber freut sich mit ihnen über die neuen Chancen und wünscht weiterhin viel Erfolg!
