Difu-Berichte 3/2006 - Difu beteiligt sich mit Projekt B-Sure als nationaler Think-Tank an Interreg IIIB

B-Sure-LogoDie EU-Gemeinschaftsinitiative INTERREG III (Laufzeit 2000 bis 2006) fördert mit ihrem Teilprogramm Interreg III B die transnationale Zusammenarbeit in verschiedenen Europäischen Kooperationsräumen mit dem Ziel, eine ausgewogene, nachhaltige Entwicklung in der Europäischen Union und eine bessere Integration mit den Nachbarstaaten zu unterstützen. Das Programm "Interreg IIB North Sea Region" umfasst dabei Regionen Schwedens, Dänemarks, Deutschlands, der Niederlande, Belgien sowie Großbritanniens. In vielen Kommunen der Nordseeregion führte der wirtschaftliche Strukturwandel zu starker Deindustrialisierung, hoher Arbeitslosigkeit und erheblicher sozioökonomischer Segregation. In der Folge bildeten sich in vielen dieser Kommunen benachteiligte Stadtteile heraus, in denen sich viele miteinander zusammenhängende Probleme konzentrieren. Als ein Schlüssel für die Erneuerung einiger der betroffenen Stadtteile wird ihre Lage am Wasser und ihr damit verbundenes kulturelles Erbe gesehen.

B-Sure-Partnermeeting 28.-29. März 2006 in Emden (Stadtteil  Barenburg) - Foto: Wolf-Christian Strauss Hier soll das Projekt B-Sure (Building on small scale regeneration of urban heritage along rivers and canals) ansetzen. Ziel von B-Sure ist es zu testen, inwieweit Erfolge in der Entwicklung von (öffentlichen) Flächen durch so genannte "Pin Point Initiatives" oder "Pin Point Investments" (PPI) erzielt werden können. "Pin Point Initiatives" verstehen sich als kleine Maßnahmen mit möglichst großer Wirkung. Bei den Standorten des Projekts B-Sure handelt es sich meist um Flächen am oder in der Nähe des Wassers, die zum einen in benachteiligten Stadtteilen liegen und zum anderen besondere Herausforderungen an die Stadtentwicklung und -planung stellen. Die Einbindung des häufig vorhandenen, besonderen maritimen und kulturellen Erbes in die Projektentwicklung und -umsetzung spielt dabei eine große Rolle. Von den als Initialzündung zu verstehenden PPI erhofft man sich vor allem, die Qualität des öffentlichen Raumes in Stadtteilen oder Stadtquartieren mit einer Nähe zu Flüssen und Kanälen zu verbessern. Bauliche, natürliche und soziale Barrieren sollen überwunden werden. Darüber hinaus erhofft man sich vom Erfolg der PPIs eine generelle Verbesserung der Lebensqualität sowie des Stadtteilimages und damit eine Stabilisierung in diesen Quartieren. Ein Schlüssel hierzu ist die umfassende Aktivierung und Beteiligung der Bewohner, die einen weiteren Schwerpunkt von B-Sure ausmachen. Aus den Erkenntnissen der Projektumsetzung in den verschiedenen europäischen Städten sollen Handlungsanweisungen und Empfehlungen für Stadtplaner, aber auch Politiker abgeleitet werden.

Am Projekt B-Sure sind neben dem Lead- Partner Port of Rotterdam (NL) die Städte Vlaardingen (NL), Colchester (UK), Emden (DE), Hamburg (DE), Aalborg (DK) sowie der Verein Spiellandschaft Stadt aus Bremen als Partner beteiligt. Neben der norwegischen Stadt Notodden als externem Experten sind das Deutsche Institut für Urbanistik (Difu) sowie die britische Commission for Architecture and the Built Environment (CABE) als nationale Think-Tanks in das Projekt eingebunden. Das Finanzvolumen des Projekts beträgt rund 6,1 Mio. Euro. Projektlaufzeit von B-Sure ist von Juli 2004 bis Juli 2007.

Weitere Informationen: 

Dipl.-Ing. Wolf-Christian Strauss
Telefon: 030/39001-296
E-Mail: strauss@difu.de

http://www.b-sure-interreg.net/