Difu-Berichte 3/2006 - Brennpunkt Stadt: Lebens- und Wirtschaftsraum, gebaute Umwelt, politische Einheit: Festschrift für Heinrich Mäding zum 65. Geburtstag
Brennpunkt Stadt
Lebens- und Wirtschaftsraum, gebaute Umwelt, politische Einheit
Festschrift für Heinrich Mäding zum 65. Geburtstag
Brennpunkt Stadt, Lebens- und |
![]() Difu Mitarbeiter |
Welche Folgen hat der demographische Wandel für die Städte? Sind die kommunalen Finanzen überhaupt reformierbar? Zwingt die "Globalisierung" die deutschen Städte nicht in einen immer schärferen Wettbewerb auch untereinander? Dies sind nur drei der vielen in der Difu-Sonderpublikation von Experten aufgegriffenen Fragen, die sich in den Themenfeldern (Kommunal-)Politik und (Kommunal-)Verwaltung, Stadtentwicklung und Recht, Wirtschaft und Finanzen, Umwelt und Verkehr, Stadtgeschichte und Kultur stellen.
Auf mehr als 600 Seiten dargestellt, analysiert und in ihren Folgen bewertet werden historische Entwicklungen sowie heute und künftig auf die deutschen Städte wirkende Trends mit ihren Herausforderungen für Stadtplanung und Stadtpolitik, ihren Chancen und Risiken für die Menschen. Politische Steuerung, Siedlungsentwicklung und finanzielle Handlungsmöglichkeiten stehen dabei gleichermaßen auf dem Prüfstand.
Das Deutsche Institut für Urbanistik (Difu) publiziert diesen umfangreichen Sammelband zu Ehren seines langjährigen Institutsleiters Prof. Dr. Heinrich Mäding, der mit Vollendung des 65. Lebensjahres aus seinem Amt ausscheidet und am 1. Oktober 2006 in den Ruhestand wechselt.
Niemand hat das Difu so lange geleitet - von 1. April 1992 bis 30. September 2006 - und so intensiv geprägt wie Heinrich Mäding. Unter seiner Leitung waren diese 14 Jahre für das Institut eine sehr erfolgreiche Zeit, die auch geprägt war von den Auswirkungen der deutschen "Wiedervereinigung", der Erweiterung und Vertiefung der Europäischen Union sowie der wachsenden kommunalen Finanznot, die die deutschen Städte und damit auch deren Forschungsinstitut tiefgreifend berührten. Das heute von Wissenschaft wie kommunaler Praxis, von Bundes- und Landesministerien, im Inland wie im Ausland gleichermaßen geschätzte unverwechselbare wissenschaftliche und thematische Profil des Difu ist wesentlich auf sein Wirken zurückzuführen.
"Brennpunkt Stadt": Dieses "Leitmotiv" gilt indes nicht nur für den Sammelband, es kann für Heinrich Mädings Lebenswerk insgesamt gelten. Dies verdeutlichen auch die Beiträge der Autorinnen und Autoren, die Heinrich Mäding in vielfältiger Weise verbunden sind: als "Weggefährte" oder "Kollegin", als "Lehrer"/"Doktorvater" oder "Schüler"/" Doktorand", aus Forschungseinrichtungen und Ministerien, Städten und Ländern, DST und Difu. Sie sind Ausdruck der Zuneigung und Dankbarkeit, des Respekts und der Anerkennung für eine außergewöhnliche berufliche Lebensleistung. In den unterschiedlichen thematischen Schwerpunktsetzungen und den vielfältigen Darstellungsweisen spiegelt sich das breite Spektrum der wissenschaftlichen Arbeit von Heinrich Mäding und "seinem" Institut, mit dem alle Autoren auf die eine oder andere Weise in Berührung gekommen sind.
Dem Präsidenten des Deutschen Städtetages und Oberbürgermeister von München, Christian Ude, ist zuzustimmen, wenn er in seinem Grußwort zur Festschrift, Heinrich Mädings Worte aufgreifend, das Deutsche Institut für Urbanistik von "Kontinuität und Innovation" geprägt sieht. Das inhaltliche Profil des von Hans-Jochen Vogel 1971 initiierten Instituts war von den Institutsleitern Wolfgang Haus (1973 bis 1978), Erika Spiegel (1978 bis 1981) und Dieter Sauberzweig (1981 bis 1991) nach und nach entwickelt worden. Hier knüpfte Heinrich Mäding ab 1992 an und setzte eigene Akzente. Er nutzte seine wissenschaftlichen Kompetenzen, Kontakte und Erfahrungen in Volkswirtschaftslehre und Verwaltungswissenschaft, um sich und dem Difu (auch) auf Gebieten wie Kommunalfinanzen, Haushaltskonsolidierung und Verwaltungsreform einen Namen zu machen. Besonderes Interesse brachte er über viele Jahre der Zersiedlung und Suburbanisierung deutscher Städte entgegen, einem Thema, dessen sich das Ladenburger Kolleg "Mitten am Rand: Zwischenstadt - Zur Qualifizierung der verstädterten Landschaft" unter seiner maßgeblichen Mitwirkung engagiert annahm. Seine wissenschaftliche Beschäftigung mit regionalpolitischen Fragen fand ihre Anerkennung unter anderem dadurch, dass er, wie schon 1999/2000, auch 2005/2006 zum Vizepräsidenten der Akademie für Raumforschung und Landesplanung (ARL) gewählt wurde.
Einen Schwerpunkt seiner wissenschaftlichen Arbeiten bis in die jüngste Zeit hinein bilden der demographische Wandel und dessen Folgen - Risiken wie Chancen - für Stadtplanung, Regionalentwicklung und Kommunalfinanzen, aber auch für die Gleichwertigkeit der Lebensverhältnisse in Deutschland. Dieses Thema hatte Heinrich Mäding bereits vor vielen Jahren aufgegriffen, als es noch nicht beinahe täglich in den Medien und auf Kongressen behandelt wurde.
Dem angemessen liegt einer der Akzente der Festschrift auf dem demographischen Wandel. Dass die mit diesem verbundenen Herausforderungen für die Städte - einige wichtige Stichworte: "Bevölkerungsrückgang", "Alterung", "Heterogenisierung", "Vereinzelung" - nicht nur Gegenstand wissenschaftlicher Debatten sind, sondern mittlerweile auf vielfältige Weise in städtische Politik und Planung einfließen, machen die Ausführungen gleich zweier Stadtspitzen deutlich, des Oberbürgermeisters von Hannover und der Oberbürgermeisterin von Heidelberg.
Alle Beiträge in dem Band - ob zu weiteren "großen" Themen wie Kommunalfinanzen, Urban Governance, Mobilität/Verkehr, Umwelt oder zu "kleinen" wie Städterankings, Denkmalschutz, Stadtvisionen - verstehen sich als Input zu einem Diskurs über das Städtische, das Räumliche, das Kommunale, an dem Heinrich Mäding auf vielfältige Weise, in Form von Vorträgen, Begegnungen und Texten, teilhatte und teilhat. Letzteres bezeugt auch die der Festschrift vorangestellte Bibliographie von weit über 100 Veröffentlichungen Heinrich Mädings in Monographien, Sammelbänden, Zeitschriften und Handwörterbüchern. Seine Fähigkeit, komplizierte Sachverhalte strukturiert und didaktisch geschickt aufzubereiten, ließen seine Argumentationen stets nachvollziehbar und seine inhaltlichen Positionen überzeugend erscheinen. Der Sache der Städte hat er dadurch und durch seine zahlreichen Vorträge vor Landes- und Bundesministerien, auf nationalen und internationalen Tagungen, aber auch vor Stadtverwaltungen und kommunalpolitischen Gremien große Dienste geleistet.
Die Zusammenschau der Einzelperspektiven und Handlungsfelder in dieser Festschrift lässt über die Themenbereiche hinweg ein facettenreiches Bild von Stadt aufscheinen - in einer Bedeutungs-Trias, wie sie Heinrich Mäding, so oder in ähnlicher Formulierung, gerne apostrophiert(e): Stadt als politisches Gemeinwesen, als gebaute Umwelt, als Lebens- und Wirtschaftsraum.
Vita Heinrich Mäding
Werdegang und berufliche Stationen:
geboren 1941 in Zwickau, aufgewachsen in Pirna (bis 1950), dann in Köln, dort Abitur (1961), studierte Wirtschaftswissenschaften und Soziologie in Köln, Kiel und Freiburg (1962-1967), Diplomvolkswirt, arbeitete als wissenschaftlicher Assistent an der Universität Freiburg und als Mitarbeiter im Bundesministerium für Bildung und Wissenschaft (1970-1972), promovierte (1971) und habilitierte (1977) an der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der Universität Freiburg, Titel der Habilitationsschrift "Infrastrukturplanung im Verkehrs- und Bildungssektor. Eine vergleichende Untersuchung zum gesamtstaatlichen Planungsprozess in der Bundesrepublik Deutschland"; lehrte Kommunal- und Regionalpolitik, öffentliche Finanzen und Infrastrukturpolitik an der Fakultät für Verwaltungswissenschaft der Universität Konstanz (1979- 1992) und leitete bis zum 30. September 2006 das Deutsche Institut für Urbanistik in Berlin, das interdisziplinäre Forschungs-, Fortbildungs- und Dienstleistungsinstitut der deutschen Städte.
Forschungsschwerpunkte:
Stadtentwicklung, u.a. Demographische Trends, Stadtpolitik, Kommunalfinanzen, Kommunalverwaltung, Regionalentwicklung, Regionalpolitik.
Weitere Funktionen:
Ordentliches Mitglied der Akademie für Raumforschung und Landesplanung, Mitglied der Deutschen Vereinigung für Politische Wissenschaften, Kuratorium der Freiherr vom Stein-Gesellschaft, Kuratorium des Instituts für Kommunalwissenschaft der Universität Potsdam, Mitherausgeber "Deutsche Zeitschrift für Kommunalwissenschaften", Mitherausgeber "European Journal of Spatial Development" u.a.m.
Brennpunkt Stadt
Lebens- und Wirtschaftsraum, gebaute Umwelt, politische Einheit
- Festschrift für Heinrich Mäding zum 65. Geburtstag -
Sonderveröffentlichung, hrsg. vom Deutschen Institut für Urbanistik (Difu) mit Beiträgen von S. Articus, R. Baumheier, Klaus J. Beckmann, J. Blatter/R. Scherer, K. Borchard, A. Bunzel, T. Bracher, T. Dams, J. Friedrichs, A. Göschel, B. Grabow, D. Grunow, H. Häußermann, U. Hatzfeld, D. Henckel, W. Heinz, M. Hesse, H. Hill, K.-D. Keim, M. Krautzberger, R.-P. Löhr, J. Lorenz, C. Reichard, M. Reidenbach, M. Röber, P. Runkel/A. Röding, R. Sander, H. Schmalstieg, G. Schmidt-Eichstaedt, T. Sieverts, E. Spiegel, W. Strubelt, C. Thalgott, C. Thies, C. Ude, B. Weber, K. Wolf, H. Wollmann, J. Zieger, H. Zimmermann, P. Zlonicky
Mit einer ausführlichen Bibliographie der Veröffentlichungen Heinrich Mädings.
2006, 616 Seiten, Euro 48,-
ISBN-10: 3-88118-426-0
ISBN-13: 978-3-88118-426-7
Quelle:
"Diskurs kommunal 2006. Der Stadt Bestes finden. Wer rettet unsere Städte jetzt?"
Stellungnahmen aus Politik, Kultur, Wissenschaft, Wirtschaft, Verwaltung und Verbänden
Hrsg. v. Henning Walcha 2006, Konrad-Adenauer- Stiftung e.V.
ISBN 3-937731-87-3
Weitere Informationen:
Prof. Dr. Heinrich Mäding
Telefon: 030/39001-214
E-Mail:
maeding@difu.de

