Difu-Berichte 3/2001 - Stadtprobleme aus Bürgersicht

Ergebnisse von Bürgerbefragungen aus acht Städten

 
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Kommunale Bürgerbefragungen gehören inzwischen zum etablierten Instrumentarium der Kommunalstatistik. Als Mehrthemenbefragungen konzipiert und auf regelmäßige Wiederholungen angelegt sind sie eine wichtige Informationsquelle für die bürgernahe Verwaltung, wenn es um die Ermittlung subjektiver Meinungen, Ansichten und Einschätzungen der Bürger innen und Bürger geht. Für die Kommunalpolitik sind sie von Bedeutung, weil ihre Ergebnisse direkt und in methodisch belegter Weise darüber informieren, wie Bürger in kommunalen Angelegenheiten denken und welche Prioritäten sie dabei setzen.

"Bitte nennen Sie die in diesem Jahr wichtigsten Probleme in Ihrer Stadt" – diese oder eine ähnlich formulierte Frage findet sich im Standardfragenkatalog zahlreicher Bürgerbefragungen. In der Regel wird sie ohne Antwortvorgabe gestellt, um die Meinung der Befragten möglichst ungefiltert erfragen zu können. Die Wiederholung der Frage im Zeitablauf ermöglicht die Bildung von Zeitreihen, die einen Einblick in die thematischen Verschiebungen der Hauptprobleme ermöglichen. In einigen Städten reichen solche Zeitreihen mittlerweile über mehr als zehn Jahre, was die Beobachtung von "Problemkonjunkturen" erlaubt.

Aufgrund einer Initiative des Fachbereichs "Kommunale Umfragen" des Verbands Deutscher Städtestatistiker beteiligten sich Autorinnen und Autoren aus acht Städten an einem Versuch, die Antworten auf die Problemumfrage für das Jahr 2000 in Form von Stadtportraits darzustellen und mit zurückliegenden Befragungsergebnissen zu vergleichen. Die Ergebnisse wurden vom Difu in einer soeben fertiggestellten Studie "Stadtprobleme aus Bürgersicht – Ergebnisse von Bürgerbefragungen aus acht Städten" veröffentlicht. Beteiligt sind die Städte Duisburg, Essen, Halle, Stuttgart, Leipzig, Münster, Wiesbaden und Wuppertal.

Die jeweils dargestellten "Problemhierarchien" enthalten typischerweise Problembereiche wie "Arbeitsmarkt", "Individualverkehr", "ÖPNV", "Kriminalität", "Einkaufen", "Sauberkeit" oder "Wohnungsmangel". In den Stadtportraits wird untersucht, welche Beziehungen zwischen Problemnennungen einerseits und der Ausprägung von Merkmalen der Sozialstatistik (Alter, Nationalität, Geschlecht, Schulabschluss oder Haushaltssituation) bestehen.

Darüber hinaus ist von Interesse, in welchem Verhältnis die subjektive Problemwahrnehmung der Bürger zu objektiv messbaren Sachverhalten steht. So ist die subjektive Bewertung der Sicherheit des eigenen Arbeitsplatzes geprägt von der Erfahrung eigener Arbeitslosigkeit. Ebenso ist die Bewertung des Problemfelds "Individualverkehr" in starkem Maße von der tatsächlichen Verkehrsmittelwahl der Befragungsteilnehmer beeinflusst, wie die Tabelle auf Seite neun für die Stadt Wuppertal zeigt.



Seit mehr als zwanzig Jahren führt das Difu jährlich bei einem Panel von Stadtentwicklungsplanern eine Umfrage durch, in der ebenfalls nach den Hauptproblemen der Stadt gefragt wird. Es lag deshalb nahe, den Stadtproblemen aus Bürgersicht die wichtigsten Probleme gegenüberzustellen, die aus der Sicht der befragten Verwaltungen geäußert wurden.
Dabei zeigt sich, dass Bürger- und Verwaltungsmeinung in zentralen Problemfeldern übereinstimmen. Hierzu gehören beispielsweise die Problem- und Aufgabenfelder "Arbeitsmarkt" oder "Verkehr". Übereinstimmend werden auch die Probleme des Wohnungsmarkts in den letzten Jahren als eher zweitrangig bewertet.
Deutlich wird aber auch, dass das Problemfeld "Verwaltungsmodernisierung", welches die Verwaltungssicht stark bestimmt, von den Bürgern kaum wahrgenommen wird. Umgekehrt hat das Problemfeld "Sicherheit, Furcht vor Kriminalität" bei den Bürgern hohe Priorität, in der Verwaltungsmeinung laut Difu-Umfrage jedoch nicht.



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