Difu-Berichte 3/2000 - 14. Jugendhilfe-Jahrestreffen in Karlsruhe am 4. Mai 2000
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Das diesjährige Jahrestreffen der Jugendhilfefachleute richtete sich vor allem an süd- und westdeutsche Difu-Zuwenderstädte und thematisierte die "Mitwirkung und Beteiligung von Kindern und Jugendlichen in der Stadtplanung/Stadtentwicklung". Die Gastgeberstadt Karlsruhe stellte mit den Ergebnissen einer Videobefragung und einer Zukunftswerkstatt im Rahmen eines Sanierungsprojekts die Argumentationsfähigkeit und Interessenwahrnehmung von Jugendlichen und Kindern eines Stadtteils eindrucksvoll unter Beweis. Weitere Beteiligungsbeispiele wurden aus Ludwigshafen mit Kinderkonferenzen als Beteiligungsimpuls für das Projekt "Soziale Stadt" beigesteuert, aus Mannheim mit Zukunftswerkstätten für Kinder in Heimen sowie aus Freiburg mit dem Beteiligungsprojekt "Tollplatz", einem einjährigen Mitwirkungsprojekt für Grundschüler, delinquente Jugendliche und Auszubildende im Landschaftsbau, das die Umwandlung eines großflächigen Gerätespielplatzes in einen ökologisch interessanten Spiel- und Landschaftsspielraum zum Ziel hatte. Ein anderer Aspekt von Mitwirkung und Beteiligung kam im Bericht des Wiesbadener Vorhabens "Unternehmen - Partner der Jugend (UPJ)" zur Sprache. Hier ist die Mitwirkung der Jugendlichen als potenzielle Partner für kooperationswillige Unternehmen Voraussetzung für organisatorische und konzeptionelle Hilfe, die das Jugendamt im Kommunikationsprozeß zwischen Jugendinitiativen und Unternehmen anbietet. Das Duisburger Beispiel "Jugend trifft Politik" setzt auf die Bedeutung von Politikern, die sich als "Kümmerer" für die Belange von Jugendlichen nicht nur im politischen Raum einsetzen. Gefragt sind Politiker mit guten Beziehungen zur jeweiligen Fraktion, denen es gelingt, bürokratische Hürden erfolgreich zu nehmen. In diesem Zusammenhang wurde die Wichtigkeit eines kommunalen Projektmanagements für den sinnvollen Einsatz von Problemlösungskapazitäten verdeutlicht. |
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Weitere Informationen:
Dipl.-Ing. Heidrun Kunert-Schroth Dipl.-Psych. Klaus Mittag |
Grundsätzliche Fragen haben die Kölner Erfahrungen mit Kinder- und Jugendforen aufgeworfen. Diese offenen Formen der Mitwirkung an den Planungs- und Entwicklungsprozessen im Stadtteil, die eine "Beteiligung nach dem Lustprinzip" erlauben, führten zwangsläufig zu sehr schwankenden Teilnehmerzahlen, was keine kontinuierliche Beteiligung an Stadtentwicklungsprojekten zuließ. Diese Foren erscheinen vor allem sinnvoll in Kombination mit projektorientierten kurzfristigeren Beteiligungsformen, die zu unmittelbaren, sinnlich anschaulichen Ergebnissen in überschaubarem Rahmen führen. Aus München wurden abschließend die zentralen Rahmenbedingungen für gelungene Beteiligungsprojekte resümiert. Unter dem Titel "Auf die Perspektive kommt es an - Partizipation als Arbeitsprinzip" wurden auch die sonst nicht erwähnten finanziellen und fachlichen Voraussetzungen für wirksame Beteiligungen angesprochen; denn da Partizipationsprojekte Wirkung zeigen, positiv wie negativ, gilt es zu beachten: je größer eine Stadt, desto höher der notwendige Grad an institutionalisierter Unterstützung. Wenn man Partizipation als Recht der Kinder und Jugendlichen betrachtet, müssen auch klar definierte Rahmenbedingungen gesetzt, kindgerechte Methoden angewendet und Nähe zum Partizipationsprojekt gewährleistet sein, um die Partizipation zum Erfolg zu führen. Die Veranstaltungsreihe der Jahrestreffen wird im Frühjahr 2001 in Hannover fortgesetzt mit dem Thema "Auswirkungen der Verwaltungsreform auf Struktur und Organisation der Jugendhilfeaufgaben". Eingeladen sind die Jugendhilfefachleute vor allem der norddeutschen Difu-Zuwenderstädte in Niedersachsen, Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt und Brandenburg sowie die Stadtstaaten Berlin, Bremen und Hamburg. |
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