Difu-Berichte 3/1999 - Entwicklungschancen europäischer Hauptstädte: Berlin - Helsinki - Stockholm
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Entwicklungschancen europäischer Hauptstädte Berlin - Helsinki - Stockholm Der Umzug der Bundesregierung und des Bundestages nach Berlin und die damit verbundenen neuen Aufgaben und Funktionen als Hauptstadt stoßen nicht nur in Berlin selbst auf großes Interesse, sondern werden auch international aufmerksam verfolgt. Nicht zuletzt dieses internationale Interesse gab den Anstoß für die Hauptstädte Helsinki, Stockholm und Berlin, im Rahmen mehrerer internationaler Seminare über Aufgabenwahrnehmung und Entwicklungschancen zu diskutieren, Unterschiede und Ähnlichkeiten herauszuarbeiten und Erfahrungen zu vermitteln. Ausgehend von einer ersten Veranstaltung in Helsinki im November 1998 (unter anderem mit den Themenschwerpunkten "Nachhaltige Stadtentwicklung" und "Stadt und Suburbanisation") fand vom 8. bis 11. September 1999 im Deutschen Institut für Urbanistik das zweite Seminar statt, bei dem Berlin als "Hauptstadt im Werden" im Vordergrund der Diskussionen stand. Schwerpunkte in Berlin waren dabei unter anderem die Themen "Wohnen und Arbeiten in der Stadt" sowie "Hauptstadt und Kultur - Kultur in der Hauptstadt". An der Berliner Veranstaltung nahmen rund 70 Vertreter und Vertreterinnen aus Kommunalpolitik und -verwaltung, Universitäten, wissenschaftlichen und kulturellen Einrichtungen dieser drei Städte teil. In den Beiträgen und anschließenden Diskussionen wurde deutlich, daß das Verhältnis zwischen nationaler und internationaler Aufgabenwahrnehmung der Regierung und der lokalen kommunalen Selbstverwaltung nicht immer spannungsfrei ist und gerade in der Berliner Umbruch- und Neufindungsphase immer wieder neu definiert werden muß, letztlich aber doch regelbar ist (z. B. Standortfragen, Sicherheit, Verkehr). In jedem Fall bedarf es jedoch ständiger Absprachen bis hin zu finanziellen Ausgleichszahlungen an die Stadt wie auch zur Finanzierung kultureller Einrichtungen von nationaler und internationaler Bedeutung. Wohnen und Arbeiten in der Stadt sind für alle drei Hauptstädte gleichermaßen von zentraler Bedeutung. Um Abwanderungen zu verhindern, müssen innovative Ansätze für attraktives Wohnen für die unterschiedlichen Bevölkerungskreise verfolgt wer den. Hier bedarf es in allen Städten neuer Ansätze und Ideen auch der Wohnungswirtschaft und Architektur. Voraussetzungen für zukunftsträchtige Arbeitsplätze sind vor allem die Förderung der Forschung sowie die frühzeitige Kooperation mit der Wirtschaft. Der "Wissenschaftspark Adlershof" in Berlin kann als erfolgreiches Beispiel hierfür angesehen werden. Neues Wohnen und Arbeiten in Berlin (neue Vorstadt Karow- Nord, die Entwicklungsmaßnahme Rummelsburger Bucht, Adlershof), wichtige kulturelle Einrichtungen wie das Kulturforum sowie verschiedene Großprojekte der "Hauptstadt im Werden" waren schließlich Stationen einer ganztägigen Exkursion. In einer Abschlußdiskussion wurden von den Teilnehmerinnen und Teilnehmern die beeindruckende Dynamik der Stadtentwicklung in Berlin, die architektonische Vielfalt sowie die erkennbaren Entwicklungschancen und -potentiale Berlins hervorgehoben. Stockholms Vize- Bürgermeister Mikael Söderlund lud am Ende des Berliner Seminars zur nächsten Veranstaltung im September 2000 nach Stockholm ein. Die Berliner Veranstaltung wird dokumentiert, der Erscheinungstermin wird in den Berichten bekanntgegeben.
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