Difu-Berichte 3/1997 - Fallstudienräte gesucht

         
Fallstudienstädte gesucht


Auswirkungen der Haushaltskonsolidierungsmaßnahmen im Sozialbereich auf die Lebenssituation der Einwohner der Kommunen

Exklusivangebot für Difu-Zuwenderstädte
Die Haushaltsentwicklung der Kommunen war in den vergangen Jahren durch niedrige Steuereinnahmen, verringerte Zuweisungen von Bund und Ländern an die Kommunen und Zusatzbelastungen bei den sozialen Leistungen geprägt. Daher weisen immer mehr Städte "in hohem Maße defizitäre Verwaltungshaushalte" auf (Gemeindefinanzbericht 1996) und betreiben intensiv Haushaltskonsolidierung. Die Städte reagierten in den vergangenen Jahren mit einer Vielzahl von Einsparungsmaßnahmen und sind auch in Zukunft gezwungen, ihre Ausgaben weiterhin einzuschränken. Beispiele hierfür sind:
   rückläufige Investitionen,
 
Schließung von Einrichtungen,
 
Reduzierung der Angebote bzw. Übertragung von Aufgaben auf freie Träger,
 
Reduzierung bzw. Nichtbesetzung von Stellen,
 
Kürzung der Öffnungszeiten sowie
 
steigende Gebühren und Eintrittspreise.
 

Parallel zum Einsparungskurs der Kommunen verfügen viele Bürger über geringere Einkommen (Nettoeinkommen aus abhängiger Beschäftigung sind seit 1980 nahezu gleich geblieben, das verfügbare Einkommen von Beamtenhaushalten und Angestellten istÊ- nach Angaben des Statistischen BundesamtesÊ- seit 1980 bis zu zehn Prozent gesunken). Darüber hinaus ist ein wachsender Anteil der Bevölkerung von Arbeitslosigkeit betroffen. Viele Familien leben an der Armutsgrenze, nach Angaben der Bundesarbeitsgemeinschaft der Kinderschutzzentren gelten 2,2ÊMillionen Kinder in Deutschland als arm.

Vor diesem Hintergrund gewinnt die Frage, wie sich die durch Haushaltskonsolidierung vorgenommenen Einschränkungen - vor allem im Sozialbereich - auf die Lebenssituation bestimmter Bevölkerungsgruppen auswirken ebenso an Brisanz, wie die Frage, ob und wie es gelingen kann, nachteilige Folgen von Sparmaßnahmen zu verhindern.

Das Difu wird zu diesen Fragen eine Studie durchführen, um durch Auswertung der Haushaltspläne und Gespräche mit Mitgliedern der Verwaltung, des Rates sowie der Wohlfahrtsverbände die in den letzten Jahren durchgeführten Sparmaßnahmen, ihren Umfang und die Begründung, warum in diesen Bereichen Einsparungen vorgenommen wurden oder werden, zu ermitteln.

Darüber hinaus sollen Nutzerinnen und Nutzer verschiedener, angebotsreduzier-ter Einrichtungen, danach befragt werden, ob und wie sich ihre Lebenssituation verändert hat, ob sie Kompensationsmöglichkeiten sehen und nutzen. Durch Auswertung von Nutzungskarteien und Befragung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Einrichtungen des sozialen Bereichs soll außerdem ermittelt werden, ob und wie sich die Nutzungsstruktur durch Sparmaßnahmen wie Gebührenerhöhungen, veränderte Öffnungszeiten oder reduzierte Personalschlüssel geändert hat und ob bestimmte Bevölkerungsgruppen die Einrichtung nicht mehr nutzen oder nutzen können.

Weitere Informationen:
Dipl.Volksw.
Ulla-Kristina Schuleri-Hartje
Telefon: 030/39001-234
Das Difu beabsichtigt, diese Untersuchung in Kooperation mit interessierten Städten durchzuführen und wendet sich hierbei exklusiv an die Zuwenderstädte des Instituts.

Städte, die sich als Fallstudienstädte an der Untersuchung beteiligen möchten, wenden sich bitte an das

Deutsche Institut für Urbanistik
Arbeitsbereich Stadtentwicklung und Recht
Straße des 17. Juni 112
10623 Berlin

Nähere Informationen über Beteiligungsformen, Fragestellungen und den Umfang der Fallstudien, die zu erwartenden Erkenntnisse für die beteiligten Städte, die Höhe einer finanziellen Beteiligung und den Bearbeitungszeitraum können beim Difu erfragt werden.