Difu-Berichte 3/1997 - Energie-Tische - eine Zwischenbilanz
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Weitere Informationen:
Dr.-Ing. Annett Fischer |
Energie-Tische
Im Rahmen des Projekts "Bundesweite Kampagne zur freiwilligen CO2-Vermeidung bei Kommunen und Verbrauchern" erhalten Kommunen die Möglichkeit, in ihrer Stadt oder Gemeinde "Energie- Tische" einzurichten, um so die Partizipation der Bürgerinnen und Bürger an der Klimaschutzpolitik anzuregen. Das Projekt wird vom Deutschen Institut für Urbanistik (Difu) in Kooperation mit dem Institut für Organisationskommunikation (IFOK), Bensheim, durchgeführt. Diese Energie-Tische sind so konzipiert, daß sich etwa 25 Bürgerinnen und Bürger - auch Multiplikatoren, Gewerbebetriebe und Dienstleistungseinrichtungen - treffen, um unter Leitung eines Moderators und unterstützt durch Energie- und Umweltexperten umsetzungsorientierte Projekte für ihre Stadt zu erarbeiten. Diese Projekte sollen so ausgerichtet werden, daß sie von den Mitgliedern der Energie-Tische bzw. den Institutionen, die sie vertreten, selbständig umgesetzt werden können. Das bedeutet, daß die Energie-Tische keine unverbindlichen Diskussionsrunden sein dürfen. Nach einer Pilotphase - die Städte Bensheim, Dessau und Heidelberg hatten in den Jahren 1995 und 1996 solche Energie-Tische "probeweise" eingerichtet - startete die Kampagne im August 1996 in weiteren Modellstädten. Der Zweck der Energie-Tische besteht darin, die von der Kommune bereits begonnene Arbeit zum Klimaschutz sinnvoll zu ergänzen. Deshalb werden die Themen für die Energie-Tische auch von der jeweiligen Kommune selbst ausgewählt. Dabei ist von besonderem Interesse, in welchen Bereichen die Kommune große CO2-Minderungseffekte erwartet. Mehrere Städte haben das Thema der Gebäudesanierung aufgegriffen. Ein Vergleich der Energie- Tische dieser Städte macht jedoch deutlich, daß in Abhängigkeit von stadtspezifischen Rahmenbedingungen auch unterschiedliche Schwerpunkte in der Arbeit gesetzt werden. Bei der Auswahl der Themen - wie auch bei der grundsätzlichen Entscheidung für einen Energie-Tisch - ist neben der Ausschöpfung von Energiesparpotentialen noch ein zweiter Gesichtspunkt von Bedeutung: Die Kommune hat ausschließlich auf den Energieverbrauch in ihren eigenen Liegenschaften direkte Eiflußmöglichkeiten. Energiesparaktivitäten anderer Verbrauchergruppen wie der Haushalte, Gewerbe- oder Industriebetriebe kann die Kommune nur indirekt beeinflussen. Der Energie-Tisch ist hier ein Instrument, um den Handlungsspielraum zu erweitern, Energiesparmaßnahmen zu initiieren und Verbrauchergruppen zu motivieren. Die Ergebnisse beispielsweise der Energie-Tische Dessau, Sulzbach/Ts. oder Speyer haben gezeigt, daß es möglich ist, diese Verbrauchergruppen durch ihre Teilnahme zu eigenverantwortlichem Handeln anzuregen. Entscheidend dabei ist, daß diese Zielgruppen die Projekte selbst entwickeln - also "bottom up" anstatt "top down". Eine solche Strategie hat somit zur Folge, daß die Teilnehmerinnen und Teilnehmer nach dem erfolgreichen Abschluß des offiziellen Energie-Tischs auch ohne die Begleitung durch das IFOK und das Difu die konzipierten Projekte umsetzen und neue entwickeln. In Bensheim und Sulzbach/Ts. beispielsweise gründeten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer einen Verein und entwickelten damit eine verbindliche Struktur für die weitere Arbeit. Die Energie-Tische sind - auch im Sinne der Lokalen Agenda 21 - ein erfolgversprechender partizipativer Ansatz, um die verschiedensten Akteurinnen und Akteure in die Klimaschutzaktivitäten einer Kommune einzubeziehen. Dieser Ansatz ist prinzipiell auch auf andere Themenbereiche übertragbar.
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