Difu-Berichte 3/1997 - Durch Energiesparen den Kommunalhaushalt entlasten

    


Fachkongreß der kommunalen Energiebeauftragten

Neuerscheinung in der
Reihe "Umweltberatung
für Kommunen"
Einige deutsche Städte blicken bei der Energieeinsparung in städtischen Gebäuden bereits auf eine lange Tradition zurück. Ihre positiven Erfahrungen bei der Umsetzung kostensenkender Energiesparmaßnahmen im organisatorischen Bereich sind inzwischen vielen kommunalen Entscheidungsträgern bekannt. Dennoch sind nicht in allen Städten, die aufgrund der Höhe ihres Energieverbrauchs in Frage kommen, organisatorische Strukturen und Zuständigkeiten vorhanden, die eine systematische Erschließung der wirtschaftlichen Energiesparmaßnahmen ermöglichen.

Kommunales Energiemanagement ist die systematische Erfassung und Bewertung der Verbrauchsdaten bei Wärme- und Stromanwendungen in den Gebäuden und Liegenschaften der Städte und Gemeinden. Sie zielt darauf ab, durch geeignete organisatorische und technische Maßnahmen den Verbrauch und die Energiebezugskosten zu senken. Häufig werden von den zuständigen Organisations-einheiten (Energiebeauftragte oder umfassende Stellen bei Hochbau- oder Umweltämtern) auch Wassersparmaßnahmen einbezogen.

Die wesentlichen Grundvoraussetzungen für ein funktionierendes Energiemanagement in Kommunen sind:

  •  
die Schaffung von geeigneten organisatorischen Strukturen innerhalb der Verwaltung, die ausreichend mit Kompetenzen und Sachmitteln ausgestattet sind,
 
  •  
die kontinuierliche Verbrauchserfassung und -abrechnung (Controlling) aller öffentlichen Gebäude und Einrichtungen,
 
  •  
die Planung, Steuerung und Umsetzung von Energiesparmaßnahmen,
 
  •  
die Berichterstattung über Energiesparmaßnahmen, Kosteneinsparungen und ggf. Umweltauswirkungen.
 


Bausteine des kommunalen
Energiemanagement der
Stadt Goslar
Verwaltungen und parlamentarische Gremien der Kommunen verfügen oft nicht über ausreichende Informationen über die umweltpolitische und wirtschaftliche Bedeutung energiesparender Maßnahmen. Die Energiedienststellen bzw. -beauftragten müssen deshalb in ihrer Arbeit eine Reihe von organisatorischen, administrativen und wirtschaftlichen Hemmnissen überwinden. Aufgaben und Zuständigkeiten müssen definiert, Datenerhebung und Informationsflüsse gesichert sowie Anreize und Finanzierungsmöglichkeiten erschlossen werden. Gebäudeverwaltende Organisationseinheiten bei Bund, Ländern und Kommunen sind zu diesen Themen seit Jahren aktiv und einige ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Fachgremien organisiert (Arbeitskreise von Energiebeauftragten in den Ländern usw.).

Der Fachkongreß der kommunalen Energiebeauftragten dient nun dem bundesweiten Erfahrungsaustausch. Kristallisationspunkt dieser jährlichen Treffen ist das "Kommunale Energiemanagement", das für Kommunen eine große Chance darstellt, gleichzeitig Energie effizient einzusetzen und den Kommunalhaushalt zu entlasten. Ziel der Veranstaltungen ist es, Praktikern den Erfahrungsaustausch über erfolgreich durchgeführte Maßnahmen zu ermöglichen und damit zugleich das Interesse weiterer Kommunen für die Nutzung umweltschonender Sparmaßnahmen zu wecken. Der Fachkongreß versteht sich dabei als Fortbildungs- und Kommunikationsveranstaltung. Neben Workshop-Beiträgen erfahrener Expertinnen und Experten erhalten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer umfassend Gelegenheit, ihre Anliegen vorzutragen.
 

Trotz aller Schwierigkeiten gibt es sehr viele ermutigende Beispiele für Maßnahmen und Projekte, die kommunale Energiebeauftragte geplant, in die Wege geleitet und erfolgreich durchgeführt haben. Solche Beispiele werden jährlich auf dem Fachkongreß interessierten Kolleginnen und Kollegen in einer umfangreichen Auswahl parallel stattfindender Workshops vorgestellt und anschließend diskutiert. Es werden durchdachte kreative Modelle vorgestellt, die gleichzeitig ökonomische und ökologische Zielsetzungen verwirklichen.

Bisher wurden unter anderem folgende Themen angeboten:

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Aufbau des Energiemanagements,
 
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Instrumente der Verbrauchsanalyse und -steuerung,
 
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Finanzierungsmodelle für Energiesparmaßnahmen,
 
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technische Einsparmöglichkeiten bei Beleuchtung und Heizung,
 
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Einsatz von Gebäudeleittechnik,
 
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Nutzung regenerativer Energiequellen,
 
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Social-Marketing-Methoden.

Auf dem zweiten Fachkongreß der kommunalen Energiebeauftragten in Potsdam trafen sich im Oktober 1996 mehr als 200 Experten aus Städten, Gemeinden und Landkreisen.

Der Kongreß wurde gemeinsam von der Landeshauptstadt Potsdam, der Brandenburgischen Energiesparagentur GmbH (BEA), dem Städte- und Gemeindebund Brandenburg, dem Institut für kommunale Wirtschaft und Umweltplanung, dem Klima-Bündnis der europäischen Städte/Alianza del Clima e.V. und dem Deutschen Institut für Urbanistik veranstaltet. Die Märkische Energieversorgung AG (MEVAG), die Energieversorgung Potsdam GmbH (EVP) und die Erdgas Mark Brandenburg GmbH (EMB) haben durch ihre finanzielle Unterstützung zum Gelingen dieser Veranstaltung beigetragen.
 


Weitere Informationen:
Dipl.-Pol. Carlo Kallen
Telefon: 030/39001-240

Die Initiative der hessischen Energieagentur und des dortigen Umweltministeriums vom Frühjahr 1995, durch den ersten Fachkongreß in Frankfurt/Main einen stetigen kommunalen Erfahrungsaustausch anzuregen, zeigt dauerhaft Erfolg. Nach der zweiten Veranstaltung in der Landeshauptstadt Potsdam trafen sich auf Einladung der Landeshauptstadt Saar-brücken am 23. und 24. Oktober 1997 die kommunalen Energiebeauftragten zum dritten Mal bundesweit. Das Deutsche Institut für Urbanistik wird im Anschluß an den Fachkongreß der kommunalen Energiebeauftragten eine Dokumentation herausgeben, die von Interessierten, denen die Teilnahme nicht möglich war, über das Difu bezogen werden kann.

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