Difu-Berichte 3/1996 - Dienstleistungsentwicklung

In der "Berichte"-Ausgabe 1/96 wurden Ergebnisse eines Workshops zur Entwicklung der Dienstleistungen in den Städten (Busso Grabow [Hrsg.], Die Entwicklung des Dienstleistungssektors in der Stadt - Dokumentation eines Workshops im Rahmen des Projekts "Entscheidungsfelder städtischer Zukunft", Materialien 1/96) vorgestellt. Der Materialienband erschien erst später und war deshalb auf dem Bestellschein am Ende der "Berichte" noch nicht aufgenommen. Dies wird mit einem erneuten Hinweis auf den Band nunmehr nachgeholt.

Die behandelten Themen bezogen sich vor allem auf drei Aspekte: die Strukturveränderungen im Dienstleistungssektor und die Entwicklung der Dienstleistungen in den Städten, Flächenveränderungen und die Standortwahl im Dienstleistungssektor sowie die Handlungsmöglichkeiten und -konzepte der Städte. die Beiträge aller Referenten (u.a. von Hartmut Häußermann, Franz-Josef Bade und Klaus Brake), Berichte aus verschiedenen Städten (Berlin, Bremen, Dresden, Hannover und Mannheim) sowie zusammenfassende Aufsätze sind in dem Materialienband enthalten.

Ein für die Stadtentwicklung wichtiges Phänomen ist in dem Beitrag von Franz-Josef Bade beschrieben. Seit Jahren ist im Dienstleistungsbereich ein Prozeß der Dekonzentration zu beobachten, der für nahezu alle Dienstleistungsbranchen und -tätigkeiten - allerdings mit unterschiedlicher Geschwindigkeit - gilt (vgl. Abbildung). Zwar konzentrieren sich nach wie vor die meisten Dienstleistungen in den Kernstädten der großen Verdichtungsräume, doch "weicht" diese absolute Konzentration zunehmend auf. Die Suburbanisierungstendenzen bei den Dienstleistungen lassen sich dadurch beschreiben, daß in den Verdichtungskernen die Zahl der tertiär Beschäftigten zwar zugenommen hat, die Zunahmen im Umland der Ballungskerne aber im wesentlichen stärker waren. Diese relative Verschiebung ist seit 1976 kontinuierlich zu beobachten und wird sich vermutlich weiter fortsetzen. Die Ergebnisse belegen sehr eindrucksvoll, daß sich die Unterschiede in den Agglomerationsvorteilen "abgeflacht" haben und daß die Stadt- und Raumentwicklung in Zukunft auf die positiven wie negativen Effekte dieser Entwicklung abgestimmt werden muß.

Die empirische Basis der Aussagen bilden Auswertungen der Statistik der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten von Franz-Josef Bade, die sowohl in bezug auf die sektorale wie auf die funktionale Abgrenzung des Dienstleistungssektors analysiert worden ist. Für die elf am Projekt beteiligten Städte wurde die numerische Entwicklung der Dienstleistungsbeschäftigten im Vergleich dargestellt (in diesem Zusammenhang eine Klarstellung: In der aus dem Beitrag von Franz-Josef Bade entnommenen Graphik in der "Berichte"-Ausgabe 1/96 beziehen sich die "eigenen Auswertungen" selbstverständlich auf seine Auswertungen und nicht auf Ergebnisse des Difu).