Difu-Berichte 2/2009 - Neun Kommunen für vorbildliche Klimaschutzprojekte ausgezeichnet
Preise von 10 000 bis 50 000 Euro: Geld wird in Klimaschutz investiert
Am 3. Juni 2009 war es soweit: Die Sieger des vom Bundesumweltministerium (BMU) und der „Servicestelle: Kommunaler Klimaschutz” beim Deutschen Institut für Urbanistik (Difu) initiierten Bundeswettbewerbs „Kommunaler Klimaschutz 2009“ wurden in Berlin bekannt gegeben. Ausgezeichnet wurden Kommunen und Regionen, die im Klimaschutz besonders vorbildliche Maßnahmen, Strategien oder Aktionen realisiert haben. Staatssekretär Matthias Machnig überreichte den Gewinnern die Preise im Rahmen der Konferenz „Kommunaler Klimaschutz – Ideen – Impulse – Innovationen“, die vom BMU und der Servicestelle in Kooperation mit den kommunalen Spitzenverbänden ausgerichtet wurde.
Preise wurden in drei Kategorien vergeben:
- Kategorie 1 „Innovative technische und/oder bauliche Maßnahmen für den Klimaschutz in kommunalen Gebäuden und Einrichtungen“
- Kategorie 2 „Innovative und vorbildliche Strategien zur Umsetzung des kommunalen Klimaschutzes“
- Kategorie 3 „Erfolgreich umgesetzte, innovative Aktionen zur Beteiligung und Motivation der Bevölkerung bei der Realisierung von Klimaschutzmaßnahmen“
221 Kommunen hatten sich am Wettbewerb beteiligt. Die Preisträger der ersten Kategorie (81 Bewerbungen) erhielten jeweils ein Preisgeld von 50 000 Euro, in der zweiten Kategorie (79 Bewerbungen) gab es jeweils 10 000 Euro und in der dritten Kategorie (61 Bewerbungen) jeweils 20 000 Euro. Die Gelder sind laut Wettbewerbsregeln wieder in Klimaschutzprojekte zu investieren.
Staatssekretär Matthias Machnig gratulierte den Preisträgern ebenfalls herzlich und freute sich über die große Resonanz auf den Wettbewerb. Die 221 eingegangenen Bewerbungen zeigten, dass die Kommunen viele Antworten auf die Frage nach erfolgreichen Projekten anzubieten hatten. Machnig: „In den Kommunen gibt es ein enormes Einsparpotenzial bei Energieverbrauch und CO
2-Emissionen. Ob in privaten Haushalten, in der Wirtschaft oder in öffentlichen Gebäuden wie Rathäusern und Schulen – wer heute in Klimaschutz investiert, senkt dauerhaft seine Energiekosten.“ Für die Kommunen sei Klimaschutz aber auch ein wichtiges Instrument der regionalen Wirtschaftsförderung. Die Sensibilisierung der Verbraucher für mehr Klimaschutz fördere Investitionen in der Region genauso wie die energetische Modernisierung der kommunalen Infrastruktur, führte Machnig weiter aus. Das komme der heimischen Wirtschaft direkt zugute und sichere Arbeitsplätze gerade in konjunkturschwachen Zeiten.

Staatssekretär Matthias Machnig
Der Leiter des Difu, Prof. Dr. Klaus J. Beckmann, stellte in seiner Begrüßungsrede heraus: „Klimaschutz gehört heute und in Zukunft zu den größten Herausforderungen, denen wir uns in den Kommunen stellen müssen. Angesichts der Erfordernisse einer Bewältigung potenzieller Folgen eines globalen Klimawandels ist der Klimaschutz auf kommunaler Ebene mit hohem Handlungsdruck, gleichzeitig aber mit Handlungsunsicherheiten und vor allem mit großer Komplexität verbunden, die über Ressortgrenzen hinausgeht.“
Die Gewinner 2009 sind:
Stadt Vetschau
![]()
„Solarsporthalle Vetschau“: Die Solarsporthalle Vetschau verbindet auf beispielhafte Weise einen außergewöhnlich niedrigen Energieverbrauch mit einer beachtlichen Energiegewinnung durch eine Photovoltaikanlage. Neben ihrem innovativen Gebäudestandard in Passivbauweise verfügt die Sporthalle über ein energieeffizientes Versorgungskonzept.
Stadt Marburg
![]()
„Neubau der Kinderkrippe Marbach“ Beim Neubau der Kinderkrippe Marbach ist eine vorbildliche Kombination von hoher Energieeffizienz und der Nutzung erneuerbarer Energien gelungen. Zum einen erfüllt das Gebäude alle Kriterien, die an ein Gebäude mit Passivhausstandard gestellt werden, zum anderen wird die Solarenergie zur Heizungsunterstützung genutzt und der verbleibende Restwärmebedarf durch Biomasse gedeckt.
Stadt Mülheim an der Ruhr
![]()
„Verwandlung – vom Wohnblock der 60er zum Technischen Rathaus“ Der Umbau und die energetische Sanierung eines Wohnblocks zum Technischen Rathaus stellt eindrucksvoll unter Beweis, dass Hochhausbauten der 1960er und 1970er Jahre ökologisch, ökonomisch und städtebaulich einer nachhaltigen Nutzung zugeführt werden können. Durch die energetische Sanierung und Optimierung werden in erheblichem Maße schädliche CO
2-Emissionen eingespart.

Gewinner der 1. Kategorie:
v.l. Cornelia Rösler, Deutsches Institut für Urbanistik, Jens Lattmann, Deutscher Städtetag, Stellv. Bürgermeister Hans-Ulrich Lehmann, Stadt Vetschau, Staatssekretär Matthias Machnig, Bürgermeister Dr. Franz Kahle, Stadt Marburg, Oberbürgermeisterin Dagmar Mühlenfeld, Mülheim a.d.R.
Stadt Wilhelmshaven und Landkreis Friesland
![]()
„Wärmeschutzpartner Wilhelmshaven-Friesland“: Die regionale Gemeinschaftsinitiative ist eine gelungene interkommunale Kooperation, die eine Vielzahl verschiedener Akteure einbindet. Durch kontinuierliche Öffentlichkeitsarbeit und individuelle Beratung wird ein wichtiger Beitrag zur Aufklärungs- und Überzeugungsarbeit bei der energetischen Modernisierung bestehender Wohngebäude erbracht. Die strategische Vorgehensweise wird kontinuierlich überprüft, weiterentwickelt und optimiert.
Landeshauptstadt München
![]()
Bündnis „München für Klimaschutz“: Mit dem im Jahr 2007 gegründeten Bündnis von wichtigen lokalen Akteuren aus Verwaltung, Verbänden, Wissenschaft, Politik, Wirtschaft, Institutionen und Medien ist es gelungen, ein Netzwerk aufzubauen, das neue Ideen und Umsetzungsstrategien für den Klimaschutz entwickelt und größtmögliche CO
2-Reduktionspotenziale für den Großraum München wirtschaftlich effizient zu erschließen vermag.
Gemeinde Morbach
![]()
„Mit Energie Zukunft gestalten: Der Morbacher Weg zur energie-autarken Kommune“ Um das Ziel der Energie-Autarkie bis 2020 zu erreichen, setzt Morbach auf eine komplexe Strategie, die auf den drei Bausteinen Leitbild, Energielandschaft und Energietourismus aufbaut. Darüber hinaus werden zahlreiche lokale Akteure aus den unterschiedlichsten Disziplinen konsequent in die Planung und Umsetzung der vielfältigen Maßnahmen einbezogen.

Gewinner der 2. Kategorie:
v.r. Bürgermeister Gregor Eibes, Gemeinde Morbach, Dritter Bürgermeister Hep Monatzeder, Landeshauptstadt München, Norbert Portz, Deutscher Städte- und Gemeindebund, Staatssekretär Matthias Machnig, Landrat Sven Ambrosy, Landkreis Friesland,
Oberbürgermeister Eberhard Menzel, Stadt Wilhelmshaven, Cornelia Rösler, Deutsches Institut für Urbanistik
Kreis Unna
![]()
„mobil&Job – Betriebliches Mobilitätsmanagement“: Mit der innovativen und vorbildlichen Initiative „mobil&Job“ bietet der Kreis Unternehmen und ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern einen kostenlosen und individuellen Service zur Stärkung einer klimafreundlichen Mobilität.
Stadt Augsburg
![]()
„e+haus – Gebäude energetisch modernisieren“: Mit ihrer Initiative hält die Stadt für private Hausbesitzer ein umfassendes und kostenloses Informations- und Beratungsangebot bereit. Die Einbindung von zahlreichen regionalen Fachleuten unterschiedlicher Disziplinen sorgt für Neutralität und hohe Fachkompetenz.
Stadt Tübingen
![]()
„Tübingen macht blau – 10 % weniger CO
2 bis 2010“: Mit ihrer umfangreichen Klimaschutzkampagne verfolgt die Stadt konsequent ihr ambitioniertes Klimaschutzziel. Auf sehr originelle und informative Weise werden die Tübinger Bürger ebenso nachdrücklich wie kontinuierlich zum Umdenken und zu klimaschützenden und energieeffizienten Verhaltensänderungen ermuntert.

Gewinner der 3. Kategorie:
v.r. Dr. Detlef Schiebold, Planungsreferent Kreis Unna, Rainer Schaal, Umweltreferent Stadt Augsburg, Staatssekretär Matthias Machnig, Dr. Ralf Bleicher, Deutscher Landkreistag, Oberbürgermeister Boris Palmer, Stadt Tübingen, Cornelia Rösler, Deutsches Institut für Urbanistik
Weitere Informationen:
Dipl.-Ing. Cornelia Rösler
Telefon: 0221/340308-18
E-Mail:
roesler@difu.de
Weitere Informationen zu den ausgezeichneten Projekten, zum Wettbewerb sowie Fotos von der Veranstaltung finden Sie auch im Internet unter
www.kommunaler-klimaschutz.de
