Difu-Berichte 2/2008 - Fachkongress in Leipzig: Biodiversität, Klima und Demographie
Biodiversität, Klima, Demographie
Kurzfassungen und Präsentationen des Fachkongresses im Internet abrufbar
Am 2. und 3. April 2008 trafen sich in der „Konsum Zentrale“ in Leipzig rund 140 Experten aus Kommunal-, Landes- und Bundesverwaltungen, aus Verbänden und Planungsbüros sowie aus der Wissenschaft zu dem vom Bundesamt für Naturschutz und Deutschen Institut für Urbanistik gemeinsam veranstaltetem Fachkongress „Biodiversität, Klima und Demographie – Erhalten und den Wandel gestalten: Die örtliche Landschaftsplanung zwischen fachlichem Anspruch und kommunalpolitischen Anforderungen“. Vor dem Hintergrund demographischer und wirtschaftlicher Veränderungen und der damit verbundenen neuen Raumstrukturen (Zunahme von Brachen, Perforierung von Städten und Stadtteilen), des Wandels in der agrarischen Nutzung sowie des Klimawandels wurden die sich aus den veränderten Rahmenbedingungen ergebenden Konsequenzen für die örtliche Landschaftsplanung erörtert und Lösungsansätze für die kommunale Praxis diskutiert. Insbesondere ging es hierbei auch um die kommunale Verankerung der querschnittsorientierten und gesamtgesellschaftlich angelegten Nationalen Biodiversitätsstrategie.

Wichtige Aspekte des Kongresses:
- Die örtliche Landschaftsplanung ist ein unverzichtbarer Baustein einer zukunftsfähigen, nachhaltigen und integrierten Stadtentwicklung. Sie ist Informations- und Monitoringinstrument, legt mit ihren Zielen die Leitlinien für kommunale Abwägungsentscheidungen fest und sorgt für einen sachgerechten Interessenausgleich zwischen konkurrierenden Zielen von Naturschutz und Landschaftspflege.
- Die aufgrund des Wandels veränderten Rahmenbedingungen – teils mit zunehmenden Flächenkonkurrenzen verbunden – erfordern integrierte Leitbilder und sektorübergreifende Konzepte auf landschaftlicher Ebene.
- Die örtliche Landschaftsplanung muss unter den Vorzeichen des Wandels weiterentwickelt werden. Ungewissheiten und Unsicherheiten über den Wandel und seine Folgen erfordern zudem eine Flexibilisierung der Landschaftsplanung. Stärker als bislang ist eine prozesshafte und partizipative Planung in Alternativen und Szenarien notwendig. Dies gilt insbesondere in Hinblick auf den Klimawandel, aber auch für die Bestimmung und Gestaltung des infolge des Stadtumbaus neu entstehenden Verhältnisses zwischen baulichen und Freiflächen.
- Die örtliche Landschaftsplanung hat dabei vor allem die Aufgabe der mittel- bis langfristigen Feinsteuerung der Landschaftsentwicklung in den Kommunen. Darüber hinaus werden jedoch auch kurzfristig wirkende Steuerungsinstrumente benötigt, um auf die Anforderungen des Wandels fachlich qualifiziert reagieren zu können.
- Da die Nationale Biodiversitätsstrategie im Wesentlichen auf der kommunalen Ebene umgesetzt werden muss, ist die örtliche Landschaftsplanung gefordert, hierzu aktiv und offensiv einen qualifizierten konzeptionellen Beitrag zu leisten. Hierbei bedarf sie jedoch der Unterstützung durch die Wissenschaft, die geeignete Methoden zur Erfassung und Bewertung der biologischen Vielfalt sowie der Populationsbewegungen entwickeln muss, um tragfähige planerische Maßnahmen zur Sicherung und Entwicklung formulieren zu können.
- Um den neuen Anforderungen gerecht zu werden, ist eine ganzheitliche Betrachtung des Raumes durch die Landschaftsplanung erforderlich, aus der heraus ein Gesamtbild entwickelt werden kann, wie sich aus Sicht der Landschaftsplanung die Umwelt künftig insgesamt darstellen soll.
Kurzfassungen und Präsentationen zu den Vorträgen des Kongresses stehen im Internet zum Download zur Verfügung:
www.bfn.de/0103_klima_demografie.html.
Weitere Informationen:
Dipl.-Ing. Christa Böhme
Telefon: 030/39001-291
E-Mail:
boehme@ifu.de
Dipl.-Ing. Torsten Wilke
Bundesamt für Naturschutz
Telefon: 0341/30977-16
E-Mail:
torsten.wilke@bfn.de
