Difu-Berichte 2/2008 - Difu-intern: Abschied nehmen
Difu-intern
Abschied nehmen
Michael Reidenbach |
Bei manchen Dingen kann man sich das Eine ohne das Andere kaum vorstellen. So verhält es sich auch mit
Michael Reidenbach und dem Difu: Seit der Difu-Gründung 1973 gehört er zum Difu und das Difu zu ihm. Und nun ist es doch passiert. Michael Reidenbach hat Ende Mai 2008 das Institut in den (Un)ruhestand verlassen.
Auch wenn er sich seit Antritt seines Studiums der Volkswirtschaftslehre und seiner ersten beruflichen Station als wissenschaftlicher Assistent am Institut für finanzpolitische Forschung an der FU Berlin immer mit Finanzfragen beschäftigt hat, war er nicht nur „Finanzer“. Vielmehr war sein Themenspektrum außerordentlich breit und reichte von der interkommunalen Kooperation, der Berliner Bezirksreform, der Bodenpolitik über die Beschäftigung mit kommunalen Standards bis hin zum Thema PPP.
In vielen Fachkreisen war er engagiert beteiligt, in Gremien des Deutschen Städtetages (DST) wie des Bundes, u.a.: Unterausschuss des Finanzausschusses des DST für die Städte in den neuen Ländern, steuerpolitischer AK des Finanzausschusses des DST oder die AKs „Quantifizierung“ zur Reform der Gemeindefinanzen und zur Unternehmenssteuerreform. Über viele Jahre war er auch im Verband Deutscher Städtestatistiker aktiv. Überall war er stets ein geschätzter Diskussions- und Kooperationspartner.
Im Zuge der Internationalisierung und der Europäisierung übernahm er Beratungsprojekte, etwa bei der OECD (Projekt „Urban governance“), der EU (z.B. Projekt IANUS – Indicator System to Assess New Urban Services) oder in Malaysia (Beratung beim Aufbau des kommunalen Finanzausgleichs).
Reidenbachs letztes großes Difu-Projekt der kommunalen Investitionsbedarfsschätzung ist beinahe so etwas wie sein „Vermächtnis“: Nicht nur, dass er, zusammen mit seinen Kollegen, wie immer methodisch anspruchsvoll, den kommunalen Investitionsbedarf für die Jahre bis 2020 bezifferte. Vielmehr machte er in der Studie auch deutlich, welche erheblichen negativen Folgen das Unterlassen notwendiger Investitionen nach sich zieht und dass sich durch strategisches Handeln und politischen Willen der in langen Jahren aufgebaute Investitionsrückstand abbauen ließe. Michael Reidenbach wird im Difu eine große Lücke hinterlassen, als „wandelndes Lexikon“ der Kommunalfinanzen genauso wie als stets hilfreicher, bescheidener und kooperativer Kollege. Sicher ist, dass er auch nach seiner Difu-Zeit – dann allerdings in begrenztem zeitlichen Rahmen – sein Wissen und seine Erfahrung an die nachfolgenden Generationen zum Wohle der deutschen Städte weitergeben wird.
