Difu-Berichte 2/2007 - Kommunales Energiemanagement

Die Bedeutung des kommunalen Energiemanagements wächst stetig. Weiterhin steigende Preise für Strom, Gas und Öl sowie die damit verbundene Notwendigkeit der Energieeinsparung und der möglichst effizienten Nutzung der Energieressourcen sind wichtige Gründe dafür. In vielen Städten konnte bereits in den vergangenen Jahren durch kommunales Energiemanagement nachweislich der Einsatz von Wärme, Strom und Gas kontinuierlich reduziert und damit die kommunalen Haushalte entlastet werden. Zugleich wurden dadurch Ressourcen geschont und die Luftbelastung sowie der Ausstoß von Treibhausgasen vermindert, so dass ein wesentlicher Beitrag zum Klimaschutz geleistet werden konnte.

Die Anforderungen an den Klimaschutz und die aktuellen Diskussionen über den Klimawandel liefern weitere wichtige Argumente für das kommunale Energiemanagement. Der ungewöhnlich milde Winter, heftige Stürme, sommerliche Temperaturen sowie die Trockenheit im Frühjahr haben auch der Bevölkerung die Notwendigkeit zur Durchführung von Maßnahmen und Projekten für Energieeffizienz und Klimaschutz verdeutlicht. Aber auch in der Politik – weltweit, auf EU- und Bundesebene – hat das Thema Klimaschutz wieder Konjunktur. Die jüngst erschienenen Berichte des Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC) zogen die Aufmerksamkeit auf die herausragende Bedeutung des Klimaschutzes. Bereits zu Beginn der 90er Jahre wurde der Treibhauseffekt als größte Herausforderung für den Klimaschutz erkannt. Mit der Klimarahmenkonvention und dem Kyoto-Protokoll existieren schon seit längerem Grundlagen für ein weltweit koordiniertes Vorgehen. Angesichts ihres hohen Anteils an den Treibhausgasemissionen sowie ihrer technischen und wirtschaftlichen Möglichkeiten sind die Industriestaaten hierbei besonders gefordert. Vor diesem Hintergrund ist konsequentes Handeln auf internationaler, nationaler und auch kommunaler Ebene erforderlich.

Eine der Hauptaufgaben des kommunalen Energiemanagements liegt daher künftig darin, die noch bestehenden und sich durch weitere Innovationen eröffnenden Möglichkeiten zur Energieeinsparung und Energieeffizienz auszuschöpfen. Darüber hinaus sind die Kommunen gefordert, sich an dem forcierten Ausbau der erneuerbaren Energien zu beteiligen.

Grundsätzlich besteht in den Kommunen Einigkeit darin, dass der Einsatz erneuerbarer Energien verstärkt werden muss und hier noch erhebliche Potenziale ausgeschöpft werden können. Die damit verbundenen Vorteile der Verminderung von CO 2 -Emissionen, Versorgungssicherheit, der hohe Imagegewinn und die Beschäftigungseffekte wurden von den Kommunen längst erkannt. Hemmnisse werden darin gesehen, dass die finanziellen Investitionen und eine teilweise noch zu geringe Wirtschaftlichkeit erneuerbarer Energien den begrenzt zur Verfügung stehenden kommunalen Mitteln und dem Sanierungsstau bei öffentlichen Gebäuden entgegenstehen. So lassen sich photovoltaische Anlagen auf oder an kommunalen Gebäuden trotz heute weit besserer Stromeinspeisevergütungen bisher nur in Ausnahmefällen wirtschaftlich darstellen. Aufgrund fehlender Investitionsmöglichkeiten stellen daher einige Städte die Wand- und Dachflächen ihrer öffentlichen Gebäude privaten Akteuren zur Verfügung, die diese dann für die Installation von Solarkollektoren oder Solarzellen nutzen.

Flankiert wird der Beitrag der Kommunen zur Umsetzung von Energieeffizienz- und Klimaschutzmaßnahmen durch zahlreiche in den vergangenen Jahren in Kraft getretene nationale Regelungen. Dazu zählen das „Erneuerbare-Energien-Gesetz”, mit dem Stromerzeugung durch erneuerbare Energien gefördert wird, die Mobilisierung von Energiesparpotenzialen im Bereich Bauen und Wohnen durch die Energiesparverordnung oder die Förderung der energetischen Gebäudesanierung im Rahmen von KfW-Programmen zur CO2 -Minderung.

Zahlreiche realisierte Maßnahmen und Projekte waren in vielen Städten und Gemeinden bereits erfolgreich. Sie dokumentieren das kommunale Engagement für den Klimaschutz. Damit sind Städte und Gemeinden beispielgebend für Bevölkerung und Privatwirtschaft und üben eine wichtige Vorbildfunktion aus. Aber auch andere Kommunen können durch diese Praxisbeispiele zur Nachahmung angeregt werden.

Eine wichtige Plattform für Fortbildung und Erfahrungsaustausch ist der jährlich stattfindende Deutsche Fachkongress der kommunalen Energiebeauftragten. Er wird seit 1995 vom Difu gemeinsam mit einer Gastgeberstadt und weiteren Kooperationspartnern – dem Arbeitskreis „Energieeinsparung“ des Deutschen Städtetages und den kommunalen Spitzenverbänden (DST, DSTGB, DLT) sowie den jeweils zuständigen Landesministerien - durchgeführt.

Im Rahmen des Kongresses wird nicht nur über aktuelle Rahmenbedingungen informiert, die vor allem auf die Neuerungen bei Gesetzen und Verordnungen zurückzuführen und damit für das Agieren und Reagieren der Energiebeauftragten maßgebend sind. Wesentliche Schwerpunkte sind die von Kommunen selbst durchgeführten Maßnahmen und Projekte des kommunalen Energiemanagements. Hier werden Erfolge präsentiert, aber auch über Hemmnisse auf dem Weg zu einem erfolgreichen Energiemanagement diskutiert. Dies trägt zur Motivation und Nachahmung bei, außerdem unterstützt es andere Energiebeauftragte bei der Realisierung eigener Projekte und hilft bei der gemeinsamen Suche nach Lösungsmöglichkeiten für anstehende Probleme. Workshops zu den Themen Energieeffizienz, Erneuerbare Energien, Energie im Gebäudemanagement, Contracting, Energieeinkauf, Energiemanagement in kleinen und mittleren Kommunen sowie Beratung und Öffentlichkeitsarbeit verdeutlichen die ganze Bandbreite aktueller Fachthemen, die von den Kommunen bearbeitet werden.

Die Beiträge der Referenten sowohl aus den Veranstaltungen im Plenum als auch aus den Workshops werden regelmäßig in vom Difu dokumentiert. Dies soll bietet den Teilnehmern die Möglichkeit, die Erträge des Kongresses nochmals nachzulesen und auch all jenen, die nicht teilnehmen konnten, die vielfältigen Ansätze des kommunalen Energiemanagements näher zu bringen.

Der Fachkongress tagte am 12. und 13. März 2007 in Nürnberg. Über 200 Teilnehmer trafen sich zum Informations- und Erfahrungsaustausch über aktuelle Rahmenbedingungen, Maßnahmen und Projekte des kommunalen Energiemanagements.

Vor dem Hintergrund der EU-Richtlinie über die Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden und der Novelle der Energieeinsparverordnung (EnEV) stand in diesem Jahr die Gebäudeenergieeffizienz im Mittelpunkt der Fachvorträge im Plenum. Die neue EnEV setzt die EU-Richtlinie für energieeffiziente Gebäude in deutsches Recht um und wird ab 2008 den Energieausweis auch im Baubestand schrittweise einführen. Aus kommunaler Sicht sind insbesondere die Einführung obligatorischer Energieausweise für den Gebäudebestand sowie der hiermit verbundene Aushang dieser Ausweise in öffentlichen Gebäuden mit großem Publikumsverkehr und einer Nutzfläche von über 1000 m² von Bedeutung. Des Weiteren wurden in insgesamt 20 unterschiedlichen Workshops Maßnahmen, Projekte und Strategien zu folgenden Themenschwerpunkten diskutiert:

  • Energieeffizienz
  • Kommunales Energiemanagement, in kleinen und mittleren Kommunen,
  • Energie im Gebäudemanagement,
  • Erneuerbare Energien,
  • Beratung und Öffentlichkeitsarbeit.

Den Teilnehmern wurde die Möglichkeit geboten, sich intensiv über Projekte anderer Kommunen zu informieren, über diese zu diskutieren und eigene Erfahrungen mitzuteilen.

Seit dem ersten Kongress 1995 in Frankfurt am Main ist die Anzahl der Teilnehmer stetig gestiegen. Zunehmend nehmen Interessenten aus kleinen Städten und Gemeinden teil. Dies ist sicherlich darauf zurückzuführen, dass nach den großen Städten inzwischen auch dort Stellen für Energiebeauftragte eingerichtet werden.

Die Weiterbildung und der Erfahrungsaustausch werden vom Difu und seinen Kooperationspartnern fortgesetzt. Der nächste – und damit 13. – Kongress findet am 7. und 8. April 2008 in Kaiserslautern mit dem Schwerpunkt „Klimaschutz und kommunales Energiemanagement“ statt.

Weitere Informationen: 

Dipl.-Ing. Cornelia Rösler
Telefon: 0221/340 308-18
E-Mail: roesler@difu.de

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