Difu-Berichte 2/2004 - netWORKS: Neuigkeiten aus dem Difu-Forschungsprojekt zu netzgebundenen Infrastruktursystemen
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![]() Im Forschungsverbund netWORKS ist inzwischen die Halbzeit zum Thema "Sozial-ökologische Regulation netzgebundener Infrastruktursysteme" erreicht. Wenige Wochen vor diesem Datum fand in Hannover ein so genannter Meilenstein-Workshop statt. Eingeladen waren die Vertreter der Praxispartner-Städte, die Mitglieder des begleitenden Praxisbeirats sowie einige externe Gutachterinnen und Gutachter aus der Wissenschaft. Im Zentrum der Diskussionen standen die Zwischenberichte der Kooperationspartner. Die Gutachterinnen und Gutachter bewerteten Fülle und Qualität des Materials sehr positiv und konnten für die weitere Bearbeitung zahlreiche wertvolle Hinweise geben. Auf dieser Basis werden die Berichte in den nächsten Monaten fertiggestellt und veröffentlicht. Einige der bereits veröffentlichten Arbeiten sind inzwischen auch in englischer Sprache Sprache erhältlich. Hierzu gehört die vom Difu erstellte sektorale Bestandsaufnahme zum ÖPNV (Network-Related Infrastructures under Pressure for Change - Sectoral Analysis Public Transport by Tilman Bracher and Jan Hendrik Trapp, Berlin 2003, netWORKS-Papers, No. 3. Sämtliche Veröffentlichungen können kostenlos von der Web-Page Die Potenziale des Benchmarking als Instrument einer Reformierung der Wasserwirtschaft sind noch nicht ausgeschöpft. Zu diesem Ergebnis kamen Vertreter aus Unternehmen, Kommunen, Verbänden und des Umweltschutzes sowie Unternehmensberater und Wissenschaftler im Rahmen eines im Frankfurter Institut für sozial-ökologische Forschung (ISOE) durchgeführten Symposiums zu "Benchmarking - Konzepte in der Wasserwirtschaft". Während Verbands- und Unternehmensvertreter an der Forderung nach einem freiwilligen und vertraulichen Benchmarking festhielten, wurde von der wissenschaftlichen Seite die Öffnung nach außen eingefordert. Die Unterschiedlichkeit der auf der Tagung vertretenen Positionen macht deutlich: Wenn Benchmarking ein wesentlicher Teil der Modernisierungsstrategie in der Wasserwirtschaft sein soll, muss Einigkeit über die Zielsetzungen ausgehandelt werden, bevor die Diskussion über das Instrument Benchmarking sinnvoll geführt werden kann. Insbesondere die Kommunen sollten sich an diesem Prozess beteiligen, um ihrem Auftrag als Träger der Wasserversorgung gegenüber dem Bürger gerecht zu werden. Im Rahmen des Fachkongresses "regio ost - Perspektiven Ostdeutscher Kommunen bis 2020" führte netWORKS, vertreten durch das Difu, einen Workshop zum Thema "Strategien von Ver- und Entsorgungsunternehmen unter Bedingungen der Stadtschrumpfung" durch. Professor Matthias Koziol von der Brandenburgischen Technischen Universität (BTU) Cottbus (Lehrstuhl für Stadttechnik) präsentierte Zwischenergebnisse des Forschungsverbundes aus stadttechnischer Sicht. Im Zentrum seines Referats standen Szenarien demographischer Entwikklung in ausgewählten ostdeutschen Kommunen und die Veränderungen weiterer Randbedingungen (z.B. neue technische Optionen, Sinken des Wasserverbrauchs pro Einwohner, Suburbanisierung), durch welche die Auslastung netzgebundener Infrastruktursysteme zum Teil zurückging. Koziol machte deutlich, dass mittlerweile Netzteile in einigen ostdeutschen Kommunen an die Grenze ihrer technischen Funktionsfähigkeit gekommen seien. Dies gelte im Besonderen für die ökonomische Tragfähigkeit von Ver- und Entsorgungsnetzen, die aufgrund ihres hohen Fixkostenanteils unter Bedingungen der Stadtschrumpfung und eines Verbrauchsrückgangs in eine "Fixkostenfalle" tappten. Bisher verfolgte Strategien und Philosophien der Ver- und Entsorgung seien daher zum Teil zu überprüfen, so Koziol.
Als zweiter Referent schilderte Wolfgang Wollgam, langjähriger Geschäftsführer der Lausitzer Wasser GmbH & Co.KG und amtierender Vizepräsident der Deutschen Vereinigung des Gas- und Wasserfaches e.V. (DVGW), aus Sicht eines Ver- und Entsorgungsunternehmens Strategien für den Umgang mit Schrumpfungs- und Stadtumbauprozessen. Er verwies darauf, dass es keine pauschalen Empfehlungen geben könne, sondern dass im konkreten Fall für einzelne Städte zukunftsfähige Strategien gemeinsam zwischen Kommune, Ver- und Entsorgungsunternehmen sowie Wohnungswirtschaft entwickelt werden müssten. Problematisch sei, dass es im Rahmen von Stadtumbau-Programmen bisher zwar eine Förderung für die Wohnungswirtschaft gebe, Ver- und Entsorgungsunternehmen jedoch nicht an den von der öffentlichen Hand bereitgestellten Mitteln partizipieren. Eine derartige Förderung sei aber notwendig, da die Unternehmen die mit den Herausforderungen verbundenen Kosten aus sozialen und politischen Gründen nicht an die Kunden weitergeben könnten. In der sich anschließenden Diskussion wurde ebenfalls Druck auf die Politik angemahnt, auch Verund Entsorgungsunternehmen über Stadtumbau-Mittel in den Genuss einer finanziellen Unterstützung kommen zu lassen. Zudem wurde auf die herausragende Bedeutung der Rolle der Kommunen als Moderator und Steuerer in Stadtumbauprozessen hingewiesen. Hier sei es dringend geboten, dass auf kommunaler Seite genügend Personal bereitgestellt wird, das auch über die entsprechenden Kompetenzen und Fähigkeiten verfügt. Stadtumbauprozesse könnten nur als "integrierte Konzepte" und unter Einbindung aller relevanten Akteure vor Ort erfolgreich und zukunftsfähig gestaltet werden. Die Arbeit des Forschungsverbunds net- WORKS wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) im Rahmen des Schwerpunktes "Sozial-ökologische Forschung" gefördert. Ergebnisse sind im Internet unter dokumentiert. Hier wird auch eine umfangreiche Material- und Linksammlung zu den Themenbereichen Infrastruktur, öffentliche Daseinsvorsorge, Privatisierung usw. angeboten. Diese enthält wichtige nationale und EU-Dokumente sowie weitere nationale und internationale Hinweise, Informationen und Papiere: http://www.networks-group.de/links/.
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