Difu-Berichte 2/1998 - Umweltgerechte Gestaltung von Freizeit, Naherholung und Tourismus
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Neue Veröffentlichung in der Reihe "Umweltberatung für Kommunen |
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Weitere Informationen: Dipl.-Ing. Cornelia Rösler |
Tourismus, Naherholung und Freizeitgestaltung sind eng miteinander verknüpft, besonders hinsichtlich ihrer Auswirkungen auf die Umwelt. Fremdenverkehrsgemeinden im ländlichen Raum und im Umland von Städten schaffen ebensolche Angebote zur Freizeitgestaltung wie die Städte selbst. Eine hohe Frequentierung allerdings, insbesondere ökologisch empfindlicher Landschaften, verursacht negative Auswirkungen auf die Umwelt wie wachsende Zersiedelung, Bedrohung von Flora und Fauna sowie die durch Freizeit- und Urlaubsverkehr bewirkte Luftverschmutzung und Lärmbelastung. Praktisch jede Aktivität während Urlaub, Erholung und Freizeit wirkt sich direkt oder indirekt belastend auf die Umwelt aus. Ein steigendes Bedürfnis nach einer intakten Umwelt und der Wunsch nach Naturnähe sind besonders bei der städtischen Bevölkerung zu beobachten. Naturnahe Landschaften sind daher einem starken Besucherstrom ausgesetzt. Neben Quantität und Qualität der Aktivitäten sind Schutzwürdigkeit und Empfindlichkeit der betroffenen Ökosysteme für Art und Intensität der Umweltauswirkungen bedeutsam. Viele vom Tourismus profitierende Kommunen sind bestrebt, im Wettbewerb mit anderen Kommunen mit attraktiven Angeboten zu bestehen. Sie versuchen deshalb, die potentiellen Wünsche der Erholungssuchenden durch möglichst viele herausragende Freizeitangebote zu erfüllen. Insbesondere bei den Trendsportarten (z.B. Mountain-Biking oder Snowboard-Fahren) sollte trotz bestehender Konkurrenzsituationen eine Zusammenarbeit mit den Nachbargemeinden stattfinden, damit einer "Übernutzung" entgegengewirkt und einer "Kanalisierung" der Aktivitäten Vorschub geleistet werden kann. Umweltschäden oder Umweltbelastungen in Urlaubs- und Erholungsgebieten können zur Folge haben, daß sich Besucher neue, unbelastete Gebiete als Ziel suchen (bis auch diese wiederum belastet sind ). Vorausschauender, vorsorgender Umweltschutz bedeutet in diesem Zusammenhang, rechtzeitig steuernd einzugreifen, bevor negative Umweltauswirkungen eintreten. Ausgewiesene Wanderwege, Informationstafeln und Sperrzonen für ökologisch besonders empfindliche Gebiete gehören zu den möglichen Steuerungsinstrumenten; sie alleine können aber nicht alle Probleme lösen (beispielsweise die Anreise der meisten Besucher mit dem Auto). Konzepte müssen hier auf mehreren Ebenen des Umweltschutzes ansetzen. Den Kommunen kommt bei der Konzepterstellung und bei der Durchführung von Maßnahmen eine besondere Verantwortung zu. Dabei ist es erstrebenswert, daß sowohl ökologische als auch ökonomische und soziale Aspekte und Bedingungen vor Ort berücksichtigt werden und gleichzeitig eine Kooperation zwischen allen beteiligten Akteuren stattfindet. Dies gilt nicht nur für touristische Großprojekte und für Freizeiteinrichtungen, für die eine Umweltverträglichkeitsprüfung gesetzlich vorgeschrieben ist. In der demnächst vorliegenden Veröffentlichung wurde der Schwerpunkt weniger auf die Ursachen und die Umweltauswirkungen von Tourismus, Naherholung und Freizeitgestaltung gelegt, sondern vielmehr auf Handlungsansätze der Kommunen zur Vermeidung oder Minderung ökologischer Schäden. Zu vielen Bereichen des Umweltschutzes werden daher Checklisten angeboten, die die Möglichkeiten und Lösungsansätze aus Sicht der Kommunalverwaltungen darstellen. Positive Praxisbeispiele für eine umweltgerechte Gestaltung von Tourismus, Freizeit und Naherholung sind in den einzelnen Kapiteln aufgeführt. Die Veröffentlichung entstand im Rahmen des Projekts "Informations- und Beratungsangebot für den kommunalen Umweltschutz in den neuen Bundesländern", das vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) über das Umweltbundesamt (UBA) gefördert und von den kommunalen Spitzenverbänden mitgetragen wurde.
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