Difu-Berichte 2/1998 - Stadtprobleme aus Bürger- und Verwaltungssicht
|
|
|||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Im Jahr 1997 wiederholte das Deutsche Institut für Urbanistik seine jährliche Städteumfrage zu den aktuellen Problemen der Stadtentwicklung und Kommunalpolitik zum 19. Mal. Ziel der Untersuchungsreihe ist es, einen Einblick in die Struktur der "Kommunalen Agenda" zu gewinnen und ihre Veränderungen im Zeitablauf zu beobachten. Die Umfrage richtet sich an die Mitglieder der "Fachkommission Stadtentwicklungsplanung" des Deutschen Städtetags, die "Konferenz der Dienststellen für Stadtentwicklungsplanung" des Landes Nordrhein-Westfalen sowie an die "Difu-Ansprechpartnerinnen und -partner" in den neuen Ländern.
Wie im Vorjahr wurde von den Befragten 1997 dem Problemfeld "Haushaltskonsolidierung / Verwaltungsmodernisierung" die Spitzenstellung in der Problemhierarchie eingeräumt. Auf dem zweiten Rangplatz folgt der Problembereich "Arbeitsmarkt / kommunale Wirtschaftsförderung / wirtschaftlicher Strukturwandel", gefolgt vom "Verkehrswesen". Auf diese drei Bereiche entfallen nahezu 50 Prozent aller Nennungen. Das "Wohnungswesen" hingegen gehört nicht mehr zu den als vordringlich herausgestellten kommunalen Aufgaben. Diese kontinuierliche Rückstufung begann vor fünf Jahren, mittlerweile geben einige Städte eher die nicht vermieteten Neubaubestände als Problem an. Das Schaubild unten zeigt für die westdeutschen Städte die langfristige Entwicklung ausgewählter kommunaler "Problemkonjunkturen" über einen Zeitraum von 19 Jahren. Die Difu-Städte aus den neuen Ländern stellen im Jahr 1997 vier Problembereiche besonders in den Vordergrund: kommunale Finanzprobleme, Probleme im Verkehrsbereich, Arbeitsmarktprobleme sowie die Innenstadtentwicklung. Dabei sind die Gewichtungsunterschiede im Hinblick auf eine Rangfolge des Problemdrucks geringer als bei den Antworten aus den alten Ländern. Das kann als Hinweis darauf verstanden werden, daß die Gleichzeitigkeit des Handlungsbedarfs in den verschiedensten Bereichen typisch für die Kommunen in den neuen Ländern ist. Mittlerweile führen zahlreiche Städte im Zeitablauf wiederholte Bürgerbefragungen durch. Oft enthalten diese auch eine Frage nach den "Hauptproblemen der Stadt". Aufschlußreich ist ein Vergleich zwischen der Problemsicht der Verwaltung in der Difu-Befragung und der Sicht der Bürger, gemessen an den Ergebnissen solcher Bürgerbefragungen. Stimmen Bürger- und Verwaltungssicht in der Bewertung der Stadtprobleme überein? Worin unterscheiden sich die Meinungen? Anhand von zwei ausgewählte Beispielen können solche Fragen mit ersten Antworten belegt werden. Da die Stadt Duisburg ihre Bürgerumfragen seit längerer Zeit in jährlicher Wiederholung durchführt, besteht auch hier die Möglichkeit, Problemkonjunkturen aus Bürgersicht im Zeitablauf abzubilden.
Die Beispiele illustrieren, daß der empirisch belegte Interpretationsspielraum von Befragungsergebnissen beträchtlich zunimmt, wenn komplementäre Befunde zur Verfügung stehen, in welche die Sichtweisen anderer Befragtengruppen eingegangen sind. Die vollständigen Befragungsergebnisse der Difu-Städteumfrage "Probleme der Stadtentwicklung und Kommunalpolitik 1997" sind in der Materialienreihe des Instituts veröffentlicht worden. Darin sind auch weitere Ergebnisse aus zeitgleich durchgeführten Bürgerumfragen enthalten. Anläßlich der 50. Sitzung der Fachkommission Stadtentwicklungsplanung des Deutschen Städtetages im März 1998 in Heidelberg ist auch die Difu-Langzeitstudie zu den Problemen der Stadtentwicklung und Kommunalpolitik diskutiert worden. Die Mitglieder der Kommission sprachen sich dabei für eine Fortführung der Untersuchungsreihe aus. Die 20. Befragungsrunde ist gegenwärtig in Bearbeitung (Juli 1998).
|
|||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
