Difu-Berichte 2/1996 - Historisches Grün

Historisches Grün - das sind Gärten, Parks und ganz allgemein begrünte Freiräume, die in der Vergangenheit geschaffen wurden und an denen aus historischen oder künstlerischen Gründen ein öffentliches Interesse besteht.

Aufgrund der kulturhistorischen
und ökologischen Bedeutung des historischen Grüns fallen dessen Schutz, Pflege und Entwicklung sowohl in die Aufgabenfelder des Denkmalschutzes und der Denkmalpflege als auch des Naturschutzes und der Landschaftspflege. Hierbei haben beide Fachdisziplinen, wenn auch in ganz unterschiedlicher Gewichtung, historische und ästhetische sowie ökologische Gesichtspunkte zu berücksichtigen. In der Praxis stehen sich diese beiden Bereiche beim Umgang mit historischem Grün oft noch mit Argwohn gegenüber. Es treten immer wieder Konflikte auf, sei es bei der Regenerierung überalterter Gehölzbestände, sei es bei Alleesanierungen und -neupflanzungen oder anderen gartendenkmalpflegerischen Restaurierungsmaßnahmen. Von der Denkmalpflege und dem Naturschutz gemeinsam entwickelte und abgestimmte Handlungskonzepte liegen bislang nur in Ansätzen vor. Um das historische Grün aber wirkungsvoll vor aktueller Zerstörung zu schützen und Strategien für eine langfristige Sicherung zu entwickeln, ist eine fachübergreifende Zusammenarbeit zwischen Denkmalpflege und Naturschutz unerläßlich.

Die vorliegende Arbeit zeigt - basierend auf den bereits existierenden Ansätzen zu einer fachübergreifenden Zusammenarbeit zwischen Denkmal- und Naturschutz - sinnvolle Möglichkeiten einer Kooperation dieser beiden Fachdisziplinen. Sie vermittelt aber auch generelle Kenntnisse über die Arbeit der jeweils anderen Disziplin im Bereich des historischen Grüns, um dazu beizutragen, die oft lediglich aus Unkenntnis entstehenden Probleme zu verringern. Der Studie liegen zahlreiche praxisorientierte Beispiele zugrunde.

Zunächst wird der Begriff "Historisches Grün" erläutert, verbunden mit einer knappen gartenhistorischen Darstellung der wichtigsten historischen Garten- und Freiraumtypen.

Den Schwerpunkt der Arbeit bildet die Erörterung rechtlicher und inhaltlich-methodischer Aspekte der Arbeit des Denkmal- und Naturschutzes im Bereich des historischen Grüns. Im rechtlichen Teil werden sowohl die Instrumente der Denkmalschutzgesetze (Einzeldenkmal-, Ensemble- und Umgebungsschutz) als auch die der Naturschutzgesetze (Flächen- und Objektschutz, Eingriffsregelung, Artenschutz, Landschaftsplanung) hinsichtlich ihrer Bedeutung für historische Grünflächen untersucht und dargestellt. Abschließend werden Möglichkeiten eines abgestimmten und sich ergänzenden Einsatzes der Denkmalschutz- und Naturschutzinstrumente erörtert. Themenschwerpunkte im inhaltlich-methodischen Teil sind zum einen die Erfassung historischen Grüns unter historischen und ökologischen Aspekten, zum anderen das Instrument des Parkpflegewerks in seiner Funktion als Grundlage für Pflege, Unterhaltung und Restaurierung von historischen Gärten und Parks, aber auch als Möglichkeit, durch die Einbeziehung ökologischer Aspekte einen frühzeitigen Interessenausgleich zwischen Denkmal- und Naturschutz zu erzielen. Abgeschlossen wird die Arbeit durch Hinweise zur Organisation des Denkmal- und des Naturschutzes, eine Zusammenstellung von Adressen der Denkmal- und Naturschutzbehörden, einschlägiger Forschungs- und Ausbildungseinrichtungen, von Verbänden und Stiftungen sowie eine Auflistung von Fachzeitschriften.

Die einzelnen Kapitel sind so abgefaßt, daß ein schnelles Nachschlagen problemorientierter Anregungen und Hinweise ermöglicht wird. Adressaten der Studie sind vor allem Praktiker in Denkmalschutz- und kommunalen Denkmalbehörden sowie Naturschutzbehörden und kommunalen Grünflächenämtern, aber auch freie Landschaftsarchitekten und -planer und darüber hinaus Bürger sowie Verbände und Initiativen, die am Erhalt des historischen Grüns interessiert sind.

Weitere Informationen zum Projekt:

Dipl.-Ing. Christa Böhme      Telefon: 030/39001-291
Dipl.-Ing. Luise Preisler-Holl      Telefon: 030/39001-266

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