Difu-Berichte 1/2009 - Transnationale Zusammenarbeit in den Bereichen Innovation, Klimawandel, alternative Energien

Wie wirken INTERREG-Projekte in Regionen und Kommunen?

Analyse transnationaler Zusammenarbeit in den Bereichen Innovation, Klimawandel, alternative Energien

Viele deutsche Städte und Regionen waren in den letzten Jahren innerhalb der Gemeinschaftsinitiative INTERREG III B mit Fragen der Raumentwicklung, der Wirtschaftsförderung oder des Umweltschutzes in europäischen Netzwerken befasst.

Ob Hochwasserschutz oder Clusterstrategien: Die Kooperation über Ländergrenzen hinweg erlaubt oft bessere Lösungen und trägt zum Erfahrungsaustausch zwischen den Projektpartnern und der Verbreitung guter Beispiele bei. In der laufenden Förderperiode (2007–2013) hat die Europäische Union die transnationale Zusammenarbeit programmatisch aufgewertet und die Mittel dafür aufgestockt.

In einer „Territorialen Agenda der Europäischen Union“ haben die für Raumordnung zuständigen Minister im Jahr 2007 thematische Prioritäten und Maßnahmen für eine nachhaltige Raumentwicklung formuliert. Sie gibt konkrete Empfehlungen, wie durch eine integrierte Raumentwicklungspolitik die Potenziale der Regionen und Städte Europas für ein nachhaltiges Wirtschaftswachstum und mehr Beschäftigung mobilisiert werden können.

Im Forschungsvorhaben „Der Beitrag transnationaler Projekte zur Umsetzung der Territorialen Agenda der EU in Deutschland“ untersucht das Deutsche Institut für Urbanistik, welche Beiträge deutsche Städte und Regionen im Rahmen transnationaler INTERREG-Projekte für eine Umsetzung der Territorialen Agenda vor Ort und auf der nationalen und europäischen Ebene erbringen konnten und voraussichtlich in Zukunft erbringen werden. Das Vorhaben wird für den Bund als Studie im Rahmen der Modellvorhaben der Raumordnung  (MORO) bearbeitet.

Nachdem das Difu zunächst eine erste Auswertung unterschiedlicher Themenfelder erstellt hat, wird im Jahr 2009 der Bereich „Innovation und Raumentwicklung“ vertieft betrachtet. Innovationspolitik und –förderung bildet einen immer wichtigeren Schwerpunkt der transnationalen Zusammenarbeit.

So haben viele Städte und Regionen die Bildung von Clusterinitiativen und Branchennetzwerken unterstützt, deren europäische Vernetzung nun in INTERREG-Projekten vorangetrieben wird. Im Jahr 2010 werden Projekte im Bereich „Strategien zum Klimawandel“ sowie „alternative Energien und Energieeinsparung“ im Mittelpunkt des Forschungsvorhabens stehen.

Bei der Difu-Untersuchung von INTERREG-Projekten stehen folgende Fragen im Mittelpunkt:

  • Welchen spezifischen Beitrag haben die transnationalen Kooperationsprojekte in den jeweiligen Themenfeldern geleistet bzw. können diese voraussichtlich noch leisten?
  • Sind die aus den Projekten gewonnenen Erkenntnisse in die nationale sowie die EU-Politik eingebunden und werden dort auch berücksichtigt?
  • Wie können die Ergebnisse bisheriger Projekte für aktuelle Themen nutzbar gemacht werden?
  • Wurde die Europakompetenz der Region/Kommune durch die Teilnahme an einem INTERREG-Projekt nachhaltig erhöht? Wie können diesbezügliche Potenziale gestärkt werden?
  • Wie stark ist „europäisches Denken“ in den Regionen/Kommunen entwickelt?

Die Projekte werden mittels Dokumentenanalyse sowie leitfadengestützter Interviews mit Schlüsselakteuren untersucht. Dabei werden sowohl Projektbeteiligte und -adressaten – Verwaltungen, Unternehmen, wissenschaftliche Einrichtungen – befragt. Für jedes Themenfeld wird ein begleitender Workshop durchgeführt, zu dem auch interessierte EU- und Förderreferenten der Städte und Regionen eingeladen werden.

Die Aufbereitung der Projektergebnisse erfolgt in praxisorientierten Themenberichten für kommunale und regionalen Akteure sowie einem wissenschaftlichen Abschlussbericht.

Weitere Informationen: 

Dipl.-Verw.Wiss. Daniel Zwicker-Schwarm
Telefon: 030/39001-154
E-Mail:
zwicker-schwarm@difu.de

Internet:
www.bbr.bund.de
Pfad:
Forschungsprogramme/Moro/Studien