Difu-Berichte 1/2008 - Wohnungsgenossenschaften: Difu startet Evaluationsvorhaben zur Weiterentwicklung genossenschaftlichen Wohnens
Wohnungsgenossenschaften
Difu startet Evaluationsvorhaben zur Weiterentwicklung genossenschaftlichen Wohnens
Das genossenschaftliche Wohnen gilt als eine der tragenden Säulen der sozialen Wohnraumversorgung in der Bundesrepublik. Die Aktivitäten der rund 2000 Wohnungsgenossenschaften in Deutschland gehen weit über ihre Kernaufgabe, die Versorgung der mehr als drei Millionen Mitglieder mit adäquatem Wohnraum, hinaus. Insbesondere die Kommunen profitieren davon auf vielfältige Weise: Wohnungsgenossenschaften sind vielerorts als Partner in der Stadtentwicklungsplanung, bei der Erstellung kommunaler Wohnraumkonzepte, bei der Konzeption und Umsetzung des Stadtumbaus oder bei der Stabilisierung von Stadtteilen im Rahmen der Sozialen Stadt engagiert. Durch ehrenamtliches Engagement und Selbsthilfe, aber auch durch professionelle wohnbegleitende Dienstleistungen leisten sie zudem einen wichtigen Beitrag zur Unterstützung der öffentlichen Hand bei der Bewältigung der sozialstaatlichen Aufgaben.
Aus gutem Grund waren daher der Stärkung dieses „dritten Weges“ zwischen Eigentum und Miete in den vergangenen Jahren zahlreiche Aktivitäten des Bundes gewidmet. Neben der Novelle des Genossenschaftsgesetzes im Jahre 2006, die vor allem die Erleichterung von Genossenschaftsneugründungen zum Ziel hatte, und einer Reihe von Vorhaben im Rahmen des Forschungsfeldes „Experimenteller Wohnungs- und Städtebau“ (ExWoSt) ist hier vor allem die Arbeit der Expertenkommission Wohnungsgenossenschaften in den Jahren 2002 bis 2004 zu nennen. Sie steht auch im Mittelpunkt eines Evaluationsprojekts, welches das Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung (BBR) nun in Auftrag gegeben hat. Mit dem Vorhaben, das gemeinsam vom Deutschen Institut für Urbanistik (Difu) und dem Institut für Genossenschaftswesen (IfG) an der Humboldt-Universität zu Berlin durchgeführt wird, soll aufgezeigt werden, welche Wirkungen die Aktivitäten des Bundes auf die Stärkung und Weiterentwicklung des genossenschaftlichen Wohnens hatten und inwieweit die öffentliche Wahrnehmung der Leistungen von Wohnungsgenossenschaften dadurch gestärkt wurde. Für das Projekt ist eine Laufzeit bis Ende 2009 vorgesehen.
Neben den Wohnungsgenossenschaften selbst stehen auch Maßnahmen und Strategien zur Stärkung des genossenschaftlichen Wohnens von Bund, Ländern, Kommunen sowie der wohnungswirtschaftlichen Verbände im Zentrum der Untersuchung. Einen inhaltlichen Schwerpunkt wird dabei die Zusammenarbeit zwischen Wohnungsgenossenschaften und Kommunen bilden.
Dipl.-Geogr. Gregor Jekel
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