Difu-Berichte 1/2008 - Regionale Clusterinitiativen und Netzwerke erfolgreich steuern: Konferenz zu Wissensbilanzen als Instrument für Management und Politik
Regionale Clusterinitiativen und Netzwerke erfolgreich steuern
Konferenz zu Wissensbilanzen als Instrument für Management und Politik
Leitfaden zu Wissensbilanzen
Der Leitfaden zur „RICARDAMethode“ (englisch und deutsch) unterstützt Manager von Cluster- und Netzwerkinitiativen dabei, eigene Wissensbilanzen zu erstellen und damit Informationen für die tägliche Arbeit und die weitere Strategieentwicklung zu gewinnen. Der Leitfaden informiert über die Einsatzmöglichkeiten der Wissensbilanz als Strategiewerkzeug für das Netzwerkmanagement und zeigt Möglichkeiten auf, wie Wissensbilanzen als Informationsquelle für die Politikgestaltung sowie als Instrument für die interne und externe Kommunikation genutzt werden können.
Der Leitfaden ist kostenfrei im Internet abrufbar:
www.ricarda-project.org/downloads/
ricarda-leitfaden.pdf
Projektinformationen:
www.ricarda-project.org/
Cluster sind „in“: Viele Städte und Regionen unterstützen im Rahmen ihrer Wirtschaftsförderungsaktivitäten die Vernetzung von Unternehmen und Wissenschaft in bestimmten Branchen und Technologiefeldern. Sie wollen damit Synergien, Lerneffekte und Innovationen fördern und die Wettbewerbsfähigkeiten der eigenen Stadt oder Region stärken. Welche Instrumente stehen Netzwerkmanagern und politischen Entscheidungsträgern aber zur Verfügung, um fundierte Informationen zum Stand ihrer Netzwerkaktivitäten zu liefern, Arbeitserfolge zu überprüfen und in der Öffentlichkeit darzustellen?
Rund 70 Wissenschaftler und Praktiker aus Politik und Verwaltung trafen sich Mitte November 2007 zu einer internationalen Fachkonferenz im Ernst-Reuter Haus, um sich über das Management der Cluster und Netzwerke auszutauschen. Im Mittelpunkt standen dabei die Ergebnisse des EU-Projekts RICARDA. Im Rahmen dieses vom Deutschen Institut für Urbanistik (Difu) koordinierten Projekts testeten Wissenschaftler und Praktiker aus Österreich, Schweden, Ungarn und Deutschland in den letzten zwei Jahren mit der Wissensbilanzierung eine ursprünglich für Unternehmen entwickelte Methode und passten sie für regionale Netzwerke an. Wissensbilanzen (engl. intellectual capital reports) unterstützen Management und Politik bei der Entwicklung von Clusterinitiativen, indem sie über die immateriellen Aspekte von Netzwerken Auskunft geben: Über welches Know-how verfügen die Mitglieder? Wie gestaltet sich ihre Kooperation? Wie sind die Beziehungen zum Umfeld?
Zu Beginn der Veranstaltung stellten Dr. Dimitri Corpakis und Dr. Gabriele Rose von der Europäischen Kommission die Bedeutung von Clustern in der europäischen Forschungs- und Strukturpolitik heraus und informierten über aktuelle Initiativen und Fördermöglichkeiten. Im Mittelpunkt des Vormittags stand die Präsentation des neuen RICARDA-Leitfadens, der die im Projekt erarbeitete Methode der Wissensbilanzierung für Cluster- und Netzwerkinitiativen für die Praxis nachvollziehbar aufbereitet.
Im Rahmen von Workshops stellten Netzwerkmanager aus den vier RICARDA-Regionen Stuttgart, Steiermark (A), Stockholm (S) und West-Pannonien (HU) ihre Erfahrungen mit der Erarbeitung von Wissensbilanzen für unterschiedliche Netzwerktypen vor. So berichtete Achim Czaykowska vom Managementteam des VDC Fellbach, einem Kompetenzzentrum im Bereich der digitalen Produktentwicklung der Region Stuttgart, dass die im Zusammenwirken mit der Wirtschaftsförderung Region Stuttgart und dem Deutschen Institut für Urbanistik erarbeitete Wissensbilanz wichtige Informationen über die strategische Weiterentwicklung dieses Netzwerks bereithalte. Sie habe sich aber auch gegenüber Politik, Verwaltung und der Fachöffentlichkeit als ein hilfreiches Kommunikationsinstrument erwiesen. Zoltán Kabács, Geschäftsführer des Pannon Automotive Clusters, hob als besonders positiv hervor, dass die Aufstellung der Wissensbilanz vielen Netzwerkmitgliedern eine willkommene Gelegenheit zur Beteiligung an der strategischen Reorientierung eröffnet habe.
Die abschließende Podiumsdiskussion zum Stand „guter Praxis“ im europäischen Clustermanagement machte deutlich: Instrumente wie die Wissensbilanzierung können einen wichtigen Beitrag leisten. Letztlich komme es an dieser Schnittstelle zwischen Wirtschaft, Wissenschaft und Politik auch auf die richtigen Personen und deren fachlichen, sozialen und kommunikativen Kompetenzen an.
Eine Dokumentation der Vortragsfolien (in englischer Sprache) steht im Internet unter
http://www.ricarda-project.org/news/ zum Download zur Verfügung.
Dipl.-Verw.Wiss. Daniel Zwicker-Schwarm
Telefon: 030/39001-154
E-Mail:
zwicker-schwarm@difu.de
Dipl.-Geogr. Holger Floeting
Telefon: 030/39001-221
E-Mail:
floeting@difu.de
