Difu-Berichte 1/2008 - Mediennachlese
… Immer mehr Migranten, derzeit rund 566 000, wählen den Weg in die Selbstständigkeit – ihre Gründerquote ist höher als die der Deutschen. … Die Gastarbeiter in den sechziger und siebziger Jahren kamen, weil es zu viel Arbeit in Deutschland gab. Jetzt gibt es zu wenig, also schaffen sie sich ihren Arbeitsplatz selbst. … Eine Studie des Zentrums für Türkeistudien hat ergeben, dass nur vier Prozent der türkischstämmigen Unternehmer auf öffentliche Finanzierungshilfen zurückgegriffen haben. … Durchschnittlich gehört jeder zweite Beschäftigte von ausländischstämmigen Unternehmern zur Familie. … „Viele Betriebe könnten nicht überleben ohne die Unterstützung der Familie“, sagt Yunus Ulusoy. Weil Wissen und Vorbildung zu gering, Berührungsängste mit den Behörden aber groß sind. Auch deswegen gründen Migranten mutiger und schneller. … Eine Studie des Deutschen Instituts für Urbanistik wertet den Mut und die Entscheidungsfreude von Migranten in diesem Bereich sogar als „gruppenspezifische ethnische Ressource“… DIE ZEIT, 7.2.2008
Immer noch setzen die Städte und Gemeinden auf die Ausweisung neuer Baugebiete zum Wohnen und Arbeiten. Sie versprechen sich davon, mehr Steuern einzunehmen. Doch diese Rechnung geht kaum noch auf, belegt eine neue Studie des Deutschen Instituts für Urbanistik (Difu), die der Frankfurter Rundschau vorliegt. Danach lohnt es sich für die Kommunen oftmals nicht, neue Flächen auszuweisen – insbesondere, wenn dies auf Kosten bester landwirtschaftlicher Böden geschieht. Tag für Tag verschwinden in Deutschland mehr als 110 Hektar unter Asphalt und Beton. Vom Ziel der Bundesregierung, den Flächenanspruch bis zum Jahr 2020 auf 30 Hektar am Tag zu begrenzen, ist das Land weit entfernt. ... Die Studie, die vom Bundesamt gefördert wurde, gibt den Kommunen dafür reichlich Argumente. Denn sie belegt, dass sich die Zurückhaltung beim Flächenverbrauch tatsächlich rechnet. Es sind also nicht nur ökologische Aspekte, die zum vorsichtigen Umgang mit dem Boden mahnen, sondern auch ökonomische. ... Das Ergebnis: Die Baulandausweisung rentiert sich um so weniger, je mehr einheimische Betriebe und Privatpersonen sich in dem Neubaugebiet ansiedeln. Innerkommunale Wanderungen zahlten sich überhaupt nicht aus, da dadurch keine neuen Steuerzahler angezogen werden. Und: Je größer der Aufwand für den Bau neuer Straßen oder die Ergänzung der Abwasserkanäle in dem neu erschlossenen Gebiet ist, desto weniger Hoffnung besteht für einen positiven Saldo. ... Frankfurter Rundschau, 4.2.2008
Rathäuser, Schulen, Kindergärten, Straßen, Gefängnisse – immer häufiger lassen Länder und Gemeinden öffentliche Bauten von privater Seite finanzieren, bauen und betreiben. Das geht schneller und ist billiger. Das ist zumindest die Hoffnung vieler Kämmerer, die auf PPP setzten – das englische Kürzel für die Zusammenarbeit von Kommunen und privaten Unternehmen und Finanziers bei der Errichtung öffentlicher Infrastruktur. Auf dem Kongress „Public Private Partnership“ in Hannover wurde erstmals eine vom Deutschen Institut für Urbanistik verfasste Studie vorgestellt, die 30 solcher PPP-Projekte in Deutschland genauer unter die Lupe nimmt. … „Bei den ersten PPP-Modellen rechneten die Kommunen mit einer Ersparnis von mehr als 20 Prozent, heute werden nur noch fünf bis sechs Prozent prognostiziert. Man ist vorsichtiger geworden“, sagt Robert Kösling aus Berlin, selbstständiger Gutachter für PPPProjekte. … Aus Sicht von privaten Betreibern öffentlicher Infrastruktur wächst der Markt und damit auch die eigene Gewinnerwartung. … Angesichts der internationalen Finanzkrise dürften sich künftig die Konditionen der Banken für PPP-Modelle in Deutschland verschlechtern, sagte Oliver Fincke von der Deutschen Bank. „Auf die Fixierung der Zinskonditionen auf lange Zeiträume werden sich Banken immer weniger einlassen“, so Fincke. … In Deutschland werden derzeit vier Prozent aller öffentlichen Projekte über PPP-Modelle finanziert. Weser Kurier, 01.02.2008
... Über die Zukunft der urbanen Mobilität diskutierten internationale Experten Ende November auf dem VDI-Gesamtverkehrsforum in Braunschweig. … Laut Dr. Friedemann Kunst, Leiter der Abteilung Verkehr in der Berliner Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, scheitert die Verkehrsvermeidung hier „noch zu oft an den Widersprüchen zwischen Wirtschafts-, Sozial- und Verkehrspolitik“. Über ähnliche Probleme bei der
Verkehrsanbindung neuer Vorstadtquartiere, wo gute Ansätze oft an Interessenkonflikten zwischen Städten und umliegenden Gemeinden scheiterten, sprach Prof. Dr. Klaus J. Beckmann, Leiter des Deutschen Instituts für Urbanistik (Difu) in Berlin. „Es fehlt an regionalen Verkehrskonzepten“, bemängelte Beckmann. Um den Verkehr in Ballungsräumen zukunftsgerecht zu gestalten, forderte er vernetztes Denken ein. Jede Planung sei auf ihre sozialen und wirtschaftlichen Folgen hin zu prüfen sowie auf ihre Folgen für Klima und Umwelt. Generell plädierten Beckmann und Kunst für eine Aufwertung der Innenstädte. „Der Trend geht dahin, dass wieder mehr Menschen mit Kindern und Ältere dort wohnen bleiben wollen“, so der Difu-Chef. Oft würden sie dann angesichts kurzer Wege bewusst auf ein Auto verzichten. Dadurch ergäben sich neue Anforderungen an urbane Mobilität. Doch fehle das Geld für Erhaltung, Ausbau und Umbau der Verkehrsinfrastruktur. Beckmann sprach sich darum für belastungs- und emissionsabhängige Abgaben aus. Etwa leistungsgerechte Preise im ÖPNV, eine City-Maut oder eine Abgabe für Unternehmen, die gut erschlossene Standorte nutzen. … So seien Bewohner der Innenstädte, die am wenigsten zum Verkehr beitragen, den Belastungen am stärksten ausgesetzt. Laut Beckmann sind in Berlin zwei Drittel der Verkehrstoten Fußgänger und Radfahrer, Lärm und Abgase sind in großen Straßen kaum erträglich und Kinder sind in ihrer Mobilität oft erheblich eingeschränkt. … VDI-Nachrichten, 7.12.2007
Die voluminöse Festschrift zu Ehren von Prof. Dr. Heinrich Mäding erschien anlässlich seiner Verabschiedung aus dem Amt des Leiters des Deutschen Instituts für Urbanistik (Difu), dessen Geschicke er 14 Jahre (1992 bis 2006) und damit länger als jeder seiner Vorgänger gelenkt hat. … Dieses Buch kann darüber hinaus auch als eine Mischung aus Würdigung und Leistungsschau des Difu verstanden werden, einer der großen und einschlägigen, über Jahrzehnte erfolgreichen und angesehenen Forschungs- und Beratungsinstitutionen der Bundesrepublik Deutschland. Der „Brennpunkt Stadt“ ist sehr geräumig, wie auch aus dem Untertitel des Buches deutlich wird. … Nicht nur die inhaltliche Breite ist außerordentlich. Im Buch steht Grundlegendes neben Detailfreudigem. … Niemanden wird alles interessieren können, aber jeder dürfte zumindest einen Aufsatz finden, der ihm in seiner Tätigkeit nutzen kann, sei es in der kommunalen Praxis oder im wissenschaftlichen Betrieb. … Raumforschung und Raumordnung, 12-07
… Dass Parkraumbewirtschaftung für Städte keine wirtschaftliche Belastung darstellen muss, habe das Beispiel Antwerpen gezeigt, ergänzt Michael Lehmbrock vom Deutschen Institut für Urbanistik. Der Fachmann setzt sich nicht nur seit Jahren mit dem Thema „Parken“ auseinander, sondern betreut auch ein vom Bundesbauministerium gefördertes Projekt zum Thema Parkraumbewirtschaftung in Berlin (www.m2-portal.de). „In Antwerpen hat man eine Behörde geschaffen, die wie eine GmbH organisiert ist, an der die Stadt mehrheitlich beteiligt ist“, berichtet Lehmbrock. Dadurch habe die Stadt die kostenintensive Überwachung des Parkraums ausgelagert, behalte aber die Kontrolle darüber. Die Finanzierung der Parkraumbewirtschaftung erfolge vor allem über die Einnahmen aus den „Knöllchen“ für falsches Parken und aus den Parkgebühren. „Natürlich kann auch die öffentliche Hand eine wirtschaftliche Parkraumbewirtschaftung gewährleisten, wie das Beispiel München zeigt“, erläutert Lehmbrock. Wichtig sei dafür allerdings die Akzeptanz bei den Anwohnern und dem Gewerbe, vor allem aber auch der politische Wille. „Städte sollten die Parkraumbewirtschaftung nicht als zusätzliche Einnahmequelle sehen, sondern als Maßnahme, um die Lebensqualität in den Innenstädten zu erhalten“, sagte er. … FAZ, 30.11.2007
... Das Engagement von Migranten in den Quartiersmanagement-Gebieten Berlins steigt. Das ist das Ergebnis einer Studie, die das Deutsche Institut für Urbanistik (Difu) im Auftrag der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung durchgeführt hat. Sechs Monate lang hat das Difu in zwölf Quartieren nach der Beteiligung von Migranten geforscht. Dabei hat die Soziologin Bettina Reimann herausgefunden, dass der Migrantenanteil in den Quartiersbeiräten bei 24 Prozent liegt. … Für die für Stadtentwicklung zuständige Staatssekretärin Hella Dunger-Löper (SPD) ist das ein „außerordentlich erfreuliches Ergebnis, weil es den Eindruck widerlegt, dass sich Migranten zu wenig beteiligen“. … Um die Erfahrungen zwischen den Quartiersmanagement-Gebieten auszutauschen, soll es im Frühjahr erstmals eine Konferenz aller Quartiersräte geben. taz, 29.11.2007
Zur fachlichen Vorbereitung der deutschen EU-Ratspräsidentschaft 2007 wurde das Deutsche Institut für Urbanistik (Difu) vom Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS) beauftragt, im Rahmen einer internationalen Vergleichsstudie zu untersuchen, inwieweit Ansätze einer integrierten gebietsbezogenen Entwicklung benachteiligter Stadtteile in den 27 EU-Mitgliedsstaaten realisiert werden. … Die Difu- Studie bildete eine Grundlage für die „Leipzig Charta“ zur nachhaltigen europäischen Stadt, die am 24. Mai 2007 im Rahmen des informellen Treffens der Stadtentwicklungsminister/innen der EU in Leipzig verabschiedet wurde. … Kommunalwirtschaft, 10-07
