Difu-Berichte 1/2008 - Lösungen für einen effizienten Umgang mit Grund und Boden: Erste Ergebnisse des BMBF-Forschungsvorhabens REFINA
Lösungen für einen effizienten Umgang mit Grund und Boden
Erste Ergebnisse des BMBF-Forschungsvorhabens REFINA vorgestellt

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http://edoc.difu.de/edoc.php?id=CI6P45WH
In der Nationalen Nachhaltigkeitsstrategie des Bundes ist die Verminderung der Flächeninanspruchnahme durch nachhaltiges Flächenmanagement als zentrale Zukunftsaufgabe definiert. Bis zum Jahr 2020 sollen durch Qualitätssteuerung und Mengenbegrenzung wichtige Ziele erreicht werden: Die Entwicklung im Innenbereich der Kommunen soll auf ein Dreifaches der derzeitigen Außenentwicklung gesteigert und zugleich die tägliche Inanspruchnahme von Boden für neue Siedlungs- und Verkehrsflächen auf 30 Hektar pro Tag verringert werden.

Blick ins Plenum
Diese anspruchsvolle Herausforderung wird im Förderschwerpunkt „Forschung für die Reduzierung der Flächeninanspruchnahme und ein nachhaltiges Flächenmanagement“ (REFINA) des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) aufgegriffen. Im Mittelpunkt der Forschungsaktivitäten steht die Entwicklung von Lösungen für einen effizienten Umgang mit Grund und Boden. Basierend auf bereits vorliegenden Forschungsergebnissen und unter Berücksichtigung der unterschiedlichen regionalen Rahmenbedingungen werden von 2006 bis 2010 innovative Lösungsansätze und Strategien für die Reduzierung der Flächeninanspruchnahme sowie ein nachhaltiges Flächenmanagement erarbeitet und in Form von Demonstrationsvorhaben geprüft und umgesetzt. Im Vordergrund stehen dabei die Entwicklung räumlicher, rechtlicher, ökonomischer, organisatorischer oder akteursbezogener Innovationen sowie die Modifikation bestehender Instrumente, Strategien und Vorgehensweisen. Das Deutsche Institut für Urbanistik (Difu) begleitet den BMBF-Förderschwerpunkt REFINA dabei projektübergreifend.

Podiumsdiskussion „Transfer in die Praxis“
von links: Thomas Zill, LEG Thüringen; Hartmut Teichmann, Kreis Pinneberg; Simon Burger, DStGB; Silke Hildebrandt, Projektträger Jülich; Birgit Böhm, Birgit Böhm, Wolfgang Kleine-Limberg GbR; Norbert Schröder-Klings, Stadt Freiburg
Foto: Thomas Preuß

Das Projekt „Freifläche – Jugend kommuniziert Flächenverbrauch“ entwickelt innovative didaktische Methoden zur Untersuchung, Dokumentation und Bewertung des Problems Flächenverbrauch mit Schülern von drei ausgewählten Schulen.
Foto: Thomas Preuß
Am 3. und 4. März 2008 trafen sich über 150 Akteure aus 44 REFINA-Forschungsverbünden im Deutschen Institut für Urbanistik zum zweiten REFINA-Statusseminar. Da die zielgerichtete Kommunikation der erarbeiteten Ergebnisse und die Gestaltung der Kommunikationsprozesse für den langfristigen Erfolg der Maßnahmen entscheidend sind, werden sie in den REFINA-Vorhaben besonders berücksichtigt. Im Mittelpunkt des ersten Tages stand daher das Thema „Kommunikation von Nachhaltigkeit“. Die Kommunikation für eine nachhaltige Flächennutzung – insbesondere der flächenpolitischen Nachhaltigkeitsziele – erweist sich in der Praxis erfahrungsgemäß als äußerst schwierig. Untersuchungen ergaben, dass die meisten Vermittlungsformen zu kompliziert sind, zu viele und zu unterschiedliche Botschaften transportieren oder auch zu allgemeine Aussagen machen. Wichtige Adressaten wie Kommunalpolitik und -verwaltung, bau- und umzugswillige Privathaushalte, Grundstückseigentümer/innen sowie Wirtschaft, Gewerbe und Einzelhandel werden so kaum erreicht.

Dr. Birgit Metz vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)
Foto: Thomas Preuß
Der Kommunikation von Nachhaltigkeit widmete sich deshalb bereits der einleitende Vortrag der Veranstaltung. Prof. Dr. Clemens Schwender (Jacobs University Bremen) stellte neue Erkenntnisse aus der Nachhaltigkeitskommunikation vor und beschrieb praktische Anwendungsmöglichkeiten für die Kommunikationsarbeit im Rahmen von REFINA. Vertieft wurde der zentrale Aspekt der Kommunikation in Arbeitsgruppen zu Unterthemen wie Zielgruppenansprache und Milieus, Boden- und Flächeninformationen, Kosten der Flächeninanspruchnahme und interkommunale Kooperation.
Der zweite Veranstaltungstag war ersten Ergebnissen aus den verschiedenen REFINA-Vorhaben gewidmet: Forschungsergebnisse aus sieben demnächst abgeschlossenen Projekten wurden vorgestellt und diskutiert.
Beim Podiumsgespräch zum Abschluss der Veranstaltung ging es schließlich um den Transfer der neu gewonnenen Erkenntnisse in die Praxis. Die Erfahrungen aus den REFINA-Vorhaben verdeutlichten besonders, dass die entwickelten Instrumente, Strategien und Vorgehensweisen zur Erreichung der flächenpolitischen Ziele nur gemeinsam mit den Kommunen ein- bzw. umgesetzt werden können. Die Stärkung der interkommunalen Kooperation und verbesserte Informationen über vorhandene Flächenpotenziale zur Stärkung der Innenentwicklungsind zentral für die nachhaltige Flächennutzung.
Ingesamt wurde deutlich, dass Fragen der Kommunikation im Förderschwerpunkt REFINA weiterhin einen hohen Stellenwert haben, um die optimale Verbreitung der Ergebnisse sowie deren Anwendung in der Praxis des nachhaltigen Flächenmanagements in Kommunen und Regionen zu erreichen.
Dr. rer. pol. Stephanie Bock
Telefon: 030/39001-189
E-Mail:
bock@difu.de
Dipl.-Agrar-Ing. Thomas Preuß
Telefon: 030/39001-265
E-Mail:
preuss@difu.de
