Difu-Berichte 1/2007 - Mediennachlese
Mediennachlese
Die Leistungsfähigkeit der Städte unter den Bedingungen klammer Finanzen, die Folgewirkungen von Hartz IV auf die Stadtentwicklung, Segregationstendenzen in benachteiligten Stadtteilen und die Energie- und Kohlendioxid-Problematik in den Städten – das werden künftige Arbeitsschwerpunkte für das Deutsche Institut für Urbanistik (difu) in Berlin, Deutschlands wichtigstes Stadtforschungsinstitut, unter dem neu berufenen Institutsleiter Klaus J. Beckmann sein. In einem Gespräch mit der WELT bekannte sich der Nachfolger von Heinrich Mäding außerdem zu den bisherigen Leitthemen Stadtumbau, alternde Gesellschaft und Bedeutungszuwachs der Innenstädte, zu denen noch in diesem Jahr neue Studien vorgelegt werden sollen. Unter Mäding, der in den Ruhestand gewechselt ist, hatte sich das „difu“ als eines der bedeutendsten Beratungsorgane und als Ideenpool für eine neu justierte Stadtpolitik profiliert. Die „Umwertung aller Werte“ im Städtebau, Folge des Wandels von der wachsenden zur schrumpfenden Gesellschaft, verschaffte dem Institut auch in der freien Wirtschaft die Position eines „Leuchtturms“, der in fundamentalen Belangen der städtischen Entwicklung Orientierung zu geben vermochte. Speziell für die auf längerfristige Dispositionen angewiesene Immobilienbranche sind die Analysen und Prognosen dieser Forschungseinrichtung zu einer Art „Herrschaftswissen“ geworden. Eine imposante Bilanz der Arbeitsergebnisse der Ära Mäding, die 1992 begann und damit fast den gesamten Zeitraum seit der Wiedervereinigung überspannt, hat das Institut erst kürzlich unter dem Titel „Brennpunkt Stadt. Lebens- und Wirtschaftsraum, gebaute Umwelt, politische Einheit“ vorgelegt (48 Euro). Der frühere Stadtbaurat von Braunschweig und Stadtbauprofessor in Karlsruhe und Aachen, Beckmann, sieht beim Stadtumbau „im Augenblick altersstrukturelle Herausforderungen im Vordergrund“. Hier eröffneten sich für den gesamten Bereich der Bau- und Immobilienwirtschaft „besondere Chancen“. Themen wie Pflegedienste, Altersheime, Altenwohngemeinschaften und Generationen übergreifende Wohnmodelle, aber etwa auch das Altenstudium, seien in ihrer Bedeutung für die Zukunft der am Bau beteiligten Branchen noch längst nicht ausreichend erkannt worden. Die alternde Gesellschaft mit ihrem steigenden Interesse am „Stadtleben“ werde hier den Kommunen ganz neue Aufgaben diktieren, frühere Lebensmodelle hingegen auf den Prüfstand stellen. ... Gravierende Probleme für das Management der Städte sieht der difu-Direktor im wirtschaftlichen und sozialen Bereich heraufziehen. Für zahllose Kommunen werde es darum gehen, eine „Stadtentwicklung ohne Geld“ zu meistern, die Leistungsfähigkeit einer überdimensionierten Infrastruktur zu erhalten, die Entwicklung von Armenquartieren zu verhindern und gleichzeitig ihr Gemeinwesen ökologisch zu ertüchtigen. ...
Die Welt, 6.3.2007
... Städten sind Rankings sattsam bekannt: ob die „kinderfreundlichste Kommune“, die mit „dem besten OB“ oder der karriereförderndsten Uni“. ... Was tun? Das Wissen um solcherlei Hintergründe und Zusammenhänge sowie deren deutliche Beschreibung schafft ein Stück weit die Gelassenheit, um souveräner mit solchen Rankings, Barometern und ähnlichen Selbstvermarktungs-Aktionen umzugehen. Als hilfreich erweisen sich Veröffentlichungen des Deutschen Städtetages oder des eutschen Instituts für Urbanistik; denn dort ist auch das Wissen und Problembewusstsein um die Bedürfnisse, Zusammenhänge und Qualitätskriterien vorhanden.
NST-Nachrichten, 3/2007
Wie hoch ist der kommunale Investitionsbedarf? Dieser Frage geht das Deutsche Institut für Urbanistik (Difu) nach. Das Institut legte in den letzten Jahrzehnten bereits drei Untersuchungen vor. Die letzte Berechnung deckte den Zeitraum 2000 bis 2009 ab. Durch eine neue Projektfinanzierung kann das Difu nun die Schätzung für den Zeitraum 2006 bis 2020 durchführen. In der Schätzung wird auf die Ursachen des momentanen kommunalen Investitionsstaus eingegangen und geprüft, was Instrumente wie Public Private Partnership (PPP) u. ä. dazu beitragen können, wieder größere Investitionsspielräume zu erhalten. Wie bisher wird eine nach West und Ost getrennte Schätzung des Investitionsbedarfs vorgenommen. Erste Ergebnisse werden im Herbst 2007 vorgestellt …
Kommunalpolitische Blätter 1/2 2007
Der nordrhein-westfälische Einzelhandel steht vor einer Zeitenwende: Die Ära der Shopping-Malls auf der grünen Wiese soll nach dem Willen der Landesregierung zu Ende gehen. Wirtschaftsministerin Christa Thoben (CSU) will per Gesetz vorschreiben, dass neue Handelsbetriebe künftig nur noch in Innenstädten und Wohnvierteln eine Genehmigung erhalten, sofern sie Waren des alltäglichen Bedarfs anbieten. ... Das Deutsche Institut für Urbanistik (Difu) begrüßt die NRW-Pläne, erwartet aber ungeachtet aller politischen Bemühungen einen weiteren Konzentrationsprozess durch den Boom innerstädtischer Einkaufszentren. Gerd Kühn vom Difu: „Auf der Gewinnerseite stehen Fach- und Verbrauchermärkte, große Einkaufszentren und Discounter, auf der Verliererseite sind die kleineren, meist inhabergeführten Fachgeschäfte.“ ...
Westdeutsche Zeitung, 23.2.2007
… Der Anteil der Pendler unter den Arbeitnehmern hat in den letzten Jahren zugenommen und wird in den kommenden Jahren auch weiter steigen, schätzen Experten. Knapp eine Million Berufspendler sind schon heute pro Strecke mehr als eine Stunde unterwegs. Die Gründe: „Vor allem höher Qualifizierte müssen mobil sein und die traditionellen Familienstrukturen brechen auf“, sagt Tilman Bracher, Koordinator für Umwelt und Verkehr am Deutschen Institut für Urbanistik in Berlin. „Moderne Familien haben mehrere Arbeitsplätze. Und wenn man zwei Arbeitsplätze hat, dann muss man sich entscheiden: Wohnt man an dem einen Ort oder am anderen oder in der Mitte ...“. Tilman Bracher vom Institut für Urbanistik prognostiziert, dass der Trend zum Pendeln – zum Beispiel wegen der hohen Benzinpreise – langfristig abnehmen wird. Zumindest was das Pendeln vom Land in die Stadt oder von der Vorstadt in die Innenstadt angeht. …
Deutschlandfunk 16.2.2007
Von 1992 bis 2006 leitete der angesehene Kommunalwissenschaftler Heinrich Mäding ... das Deutsche Institut für Urbanistik (Difu) in Berlin, den größten kommunalwissenschaftlichen Think Tank im deutschsprachigen Raum, der in den 70er Jahren vom damaligen Bundesminister Hans Jochen Vogel begründet worden war. Zu seinem Abschied mit dem Erreichen des 65. Lebensjahres im September 2006 widmeten ihm Freunde, Kollegen und Mitstreiter – wie so häufig in den kommunalen Disziplinen ganz überwiegend Männer – mit „Brennpunkt Stadt“ eine umfangreiche Festschrift, die eine Übersicht über fast alle Forschungsfelder der aktuellen deutschsprachigen Kommunalwissenschaften darstellt. … Festzuhalten bleibt, dass hier Spitzenvertreter deutschsprachiger Kommunalwissenschaft und -politik über den Stand der Debatten und – teilweise – auch über die Umsetzung berichten ... . Auf knappem Raum werden die Kernthemen aktuell behandelt. Mit jeweils einer kurzen Literaturliste und einer Autorenvita liegt ein unverzichtbares Standardwerk für alle vor, die sich rasch und kompetent über aktuelle kommunale Fragen informieren wollen. …
vorwärts 13.02.2007
Eine Renaissance der Innenstädte zeichnet sich inzwischen von Hamburg bis Tübingen, von Aachen bis sogar Görlitz ab – und zwar ganz unabhängig von der Abschaffung der Eigenheimzulage und der Kappung der Pendlerpauschale, die gern dafür (mit-)verantwortlich gemacht werden. Das Deutsche Institut für Urbanistik (difu) in Berlin, Deutschlands führendes Stadtforschungsinstitut, hat in repräsentativen Bewohnerbefragungen ermittelt, dass bei freier Wahlmöglichkeit heute nur noch 7,3 Prozent der Innenstadtbewohner Münchens ins Umland ziehen würden, in Leipzig gar nur 3,7 Prozent. Demgegenüber erleben fast alle deutschen Großstädte einen seit mehr als hundert Jahren in dieser Deutlichkeit nicht mehr beobachteten Run auf die Innenstädte. Den Rekord hält das wiedererstandene Leipzig. Hier kehrten 40 000 Einwohner dem Stadtrand den Rücken und zogen in die sanierten Gründerzeitviertel zurück…
Welt 6.2.2007
…Gestern fand das erste Vermittlungsforum zum Bau der Waldschlösschenbrücke statt. Fünf Experten sollen helfen, in den nächsten Wochen einen Ausweg aus der Blockade der widerstreitenden Interessen zum Bau der Elbquerung zu finden. Baubürgermeister Herbert Feßenmayr (CDU) begrüßte dazu Klaus J. Beckmann, Leiter des Deutschen Instituts für Urbanistik, Irene Wiese-von Ofen, Beigeordnete a. D. der Stadt Essen für Stadtplanung, Bau und Boden, Karl Ganser, Stadtplaner und ehemnaliger Geschäftsführer der Internationalen Bauausstellung, Jaroslav Kilián, freier Architekt in der Slowakei, sowie Bernd Streitberger, Kölner Beigeordneter für Stadtentwicklung, Planen und Bauen. Birgitta Ringbeck, die Vertreterin der Länder für das Unesco-Welterbe der Kultusministerkonferenz, moderierte das Treffen, in dem Grundsätze der Zusammenarbeit besprochen wurden. …
Sächsische Zeitung 13.12.2006
Bundestag beschließt Änderung des Baugesetzbuchs … „Das neue beschleunigte Verfahren gibt den Innenstädten den notwendigen Standortvorteil gegenüber der grünen Wiese und wird mehr Investitionen in die Innenstädte ziehen“ sagte dazu Achim Großmann, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesbauminister. … Das Gesetz sieht vor, dass zeit- und kostenaufwendige Umweltprüfungen bei Bebauungsplänen der Innenentwicklung künftig weitgehend entfallen. … Unterdessen hat das Deutsche Institut für Urbanistik (Difu) im Auftrag des Bundesamtes für Bauwesen und Raumordnung einen Praxistest mit sechs Fallstudienstädten zur Praxistauglichkeit der BauGB-Novelle 2006 durchgeführt. Grundsätzlich bestätigte der Test die Grundzüge des Gesetzes. Im Detail hat das Difu jedoch eine Reihe von Hinweisen und Empfehlungen zur Verbesserung vorgeschlagen. …
DgHyp Immobilienbrief 8.12.2006
