Difu-Berichte 1/2006 - Kommunales Handeln für Umwelt und Gesundheit
Kommunales Handeln für Umwelt und Gesundheit - Gute-Praxis-Beispiele
Gute-Praxis-Beispiele |
Im Themenfeld "Umwelt und Gesundheit" haben in den letzten Jahren vor allem Gesundheitsvorsorge und Gesundheitsförderung an Bedeutung gewonnen. Dabei sind neben Initiativen und Aktivitäten des Bundes und der Länder auch Maßnahmen der Städte, Gemeinden und Kreise von Bedeutung. Besonders auf lokaler Ebene zeichnet sich Handlungsbedarf bei der Entwicklung nachhaltig gesundheitsverträglicher Umweltverhältnisse ab. Die aktuelle Diskussion um die Reduzierung der Feinstaubbelastung in den Kommunen ist hierfür nur ein Beispiel. Lärm-, Strahlen- und Trinkwasserschutz, umweltschonende und gesundheitsfördernde Mobilität sowie die Schaffung eines gesunden Wohnumfelds, ausreichender Erholungsflächen und von Spiel- und Bewegungsräumen sind weitere wichtige Handlungsfelder kommunalen Handelns für Umwelt und Gesundheit.
Vor allem die gesundheitlichen Auswirkungen aus Umweltveränderungen erfordern auch auf der kommunalen Ebene eine intensive Zusammenarbeit der Bereiche Umwelt und Gesundheit. Eine bewusste und systematische Verbindung von Umwelt und Gesundheit ist aber vielerorts noch nicht ausreichend gelungen. Dies zeigen die Ergebnisse der Expertise, die in dem vom Umweltbundesamt (UBA) und Bundesumweltministerium im Rahmen des Aktionsprogramms Umwelt und Gesundheit (APUG) geförderten Forschungsprojekt "Lokale Agenda 21 - Umwelt und Gesundheit" vom Difu gemeinsam mit mehreren Kooperationspartnern im ersten Projektabschnitt erstellt wurde. Die Expertise wurde als "UBA-Text 3/2006" sowie als Online-Dokument auf der Difu-Homepage veröffentlicht. Kooperationspartner sind agenda-transfer, Agentur für Nachhaltigkeit GmbH; Hochschule Magdeburg-Stendal, Fachbereich Sozial- und Gesundheitswesen; Institut für Medizinsoziologie am Universitätsklinikum Eppendorf der Universität Hamburg und das Landesinstitut für den Öffentlichen Gesundheitsdienst NRW.
Um die Einbindung und Bearbeitung des Themenfeldes "Umwelt und Gesundheit" durch horizontale Vernetzung und Zusammenarbeit in den Kommunen zu fördern, sind insbesondere Informationen, Aufklärung und Bewusstseinsbildung in Hinblick auf die Zusammenhänge zwischen Umwelt und Gesundheit sowohl für Umwelt- und Gesundheitsakteure - innerhalb und außerhalb der Verwaltung - als auch für die Kommunalpolitik sowie die Bürger erforderlich. Dabei favorisieren die meisten Vor-Ort-Akteure Informationen und Arbeitshilfen in Form von Gute-Praxis-Beispielen gegenüber grundlagenorientierten Handbüchern.
Ziel des zweiten Projektabschnitts war es daher, für das kommunale Handeln eine dem Informationsbedarf der Vor-Ort-Akteure entsprechende pragmatische Arbeitshilfe mit Gute-Praxis-Beispielen sowie mit Anregungen, Hilfestellungen und Kontakten für das Themenfeld "Umwelt und Gesundheit" zu erstellen und somit auf der kommunalen Ebene Anreize für weitere Initiativen im Alltagshandeln zu schaffen. Insbesondere Zusammenhänge zwischen Umwelt und Gesundheit, konkrete Kooperationen zwischen Umwelt- und Gesundheitsakteuren sowie die Umsetzungsebene stehen dabei im Mittelpunkt. Zugleich wird versucht, Mehrwert, Nutzen und Vorteile der Projekte für die unterschiedlichen Beteiligten im Sinne von "Win-win-Situationen" als Hauptprinzip erfolgreicher Kooperation aufzuzeigen.
Die Gute-Praxis-Beispiele illustrieren bewährte Lösungsansätze nachvollziehbar und sollen sowohl zum "Nachmachen" als auch zu eigenen Ideen anregen. Dabei wird nicht darauf gezielt, dass die Gute-Praxis-Beispiele eins zu eins in anderen Kommunen umgesetzt werden. Dies wird aufgrund der individuellen und heterogenen Ausgangsbedingungen in den Kommunen meist nicht möglich sein. Die Beispiele können aber Anregungen für bedarfsgerechte sowie personalund finanzwirtschaftlich tragfähige Aktivitäten in der eigenen Kommune geben. Die Sammlung richtet sich an alle für die kommunale Bearbeitung des Themenfeldes "Umwelt und Gesundheit" zuständigen Akteursgruppen. Hierzu zählen verwaltungsinterne Umwelt- und Gesundheitsakteure, Kommunalpolitik, Nichtregierungsorganisationen, Vereine, Selbsthilfegruppen, Bildungseinrichtungen, Krankenkassen, Ärzteschaft sowie Bürger.
Bei der Auswahl von für das Themenfeld "Umwelt und Gesundheit" relevanten Handlungsfeldern wurde zwischen strategischen und inhaltlichen Handlungsfeldern unterschieden. Auch wenn die Übergänge zwischen diesen beiden Handlungsfeldtypen zum Teil fließend sind, wird mit dieser Unterteilung eine Akzentsetzung zugunsten strategisch-grundsätzlicher und damit komplexerer Handlungsfelder einerseits und stärker auf Einzelthemen sowie Einzelmaßnahmen und -projekte bezogene Handlungsfelder andererseits vorgenommen. Im Einzelnen werden folgende strategische und inhaltliche Handlungsfelder behandelt:
- Strategische Handlungsfelder
- Entwicklung von Leitbildern und Zielen
- Verträglichkeitsprüfungen bei kommunalen Planungen und Vorhaben
- Einbindung des Themenfeldes "Umwelt und Gesundheit" in integrative Programme
- Berichterstattung
- Bildungs- und Beratungsarbeit
- Öffentlichkeitsarbeit
- Inhaltliche Handlungsfelder
- Reinhaltung der Außenluft
- Luftqualität in Innenräumen
- Strahlenschutz am Beispiel Mobilfunk
- Lärmbekämpfung
- Gewässer-, Grundwasser- und Trinkwasserschutz
- Bodenschutz, Abfallwirtschaft und Altlastenmanagement
- Umweltschonende und gesundheitsfördernde Mobilität
- Wohnumfeldverbesserung
- Umweltbezogene Spiel- und Bewegungsförderung
Die Erstellung der einzelnen handlungsfeldbezogenen Kapitel wurde nach einem einheitlichen Gliederungsmuster vorgenommen: Die Darstellung der Handlungsfelder umfasst jeweils eine knappe "theoretische" Einführung zur Ausgangslage, zur Relevanz des Handlungsfelds für das Themenfeld "Umwelt und Gesundheit" sowie zu existierenden kommunalen Strategien im Handlungsfeld. Hieran schließt sich die Darstellung von drei bis vier ausgewählten Praxis- Beispielen an, von denen jeweils zwei ausführlich und ein bis zwei kürzer beschrieben sind. Die ausführliche Beispieldarstellung umfasst neben einer kurzen Zusammenfassung, einer Projektbeschreibung und einer kriterienbezogenen Gute-Praxis-Begründung auch Angaben zu Erfolgsfaktoren/Ratschlägen für Nachahmer, zu Projektträger und Beteiligten, zu Zielgruppen, Projektkosten und Finanzierung, zu Laufzeit sowie zu weiteren Informationen und Ansprechpartnern. Die kürzeren Beispieldarstellungen beschränken sich dagegen auf eine knappe Projektbeschreibung sowie Angaben zu weiteren Informationen und Ansprechpartnern.
Die "Gute-Praxis-Beispiele" sind in der Reihe UBA-Texte veröffentlicht und stehen als Volltext im Internet zur Verfügung. Gleichzeitig bilden sie den Grundstein für das von agenda-transfer betreute Online-Portal "Lokale Agenda 21 - Umwelt und Gesundheit". Das Portal bietet die Möglichkeit, weitere Gute-Praxis-Beispiele aus Kommunen aufzunehmen. Hierfür sind Hinweise aus der kommunalen Praxis herzlich willkommen!
Expertise
http://www.apug.de/lokales/agenda21-handbuch.htm
Gute-Praxis-Beispiele
http://www.apug.de/lokales/agenda21-handbuch.htm
Onlineportal
agenda-transfer
M.A. Marcus Pierk
Telefon: 0228/60461-32
E-Mail:
pierk@agenda-transfer.de
Internet:
http://www.la21-umweltgesundheit.de
Bezugadresse
UBA-Texte 3/2006
Umweltbundesamt
APUG-Geschäftsstelle
PF 330022, 14195 Berlin
E-Mail:
apug@uba.de
Weitere Informationen zum Forschungsprojekt:
Deutsches Institut für Urbanistik
Dipl.-Ing. Christa Böhme
Telefon: 030/39001-291
E-Mail:
boehme@difu.de
