Difu-Berichte 1/2006 - Das Difu trauert um Dieter Sauberzweig
Das Deutsche Institut für Urbanistik trauert um
PROF. DR. DIETER SAUBERZWEIG
Institutsleiter von 1981 bis 1991
Mit Dieter Sauberzweigs beruflichem Wirken ist keine Einrichtung in Berlin so eng und so lange verbunden gewesen wie das Deutsche Institut für Urbanistik. Nach Wolfgang Haus und Erika Spiegel übernahm er 1981 die Leitung des noch jungen Instituts.
Durch seine kollegiale und kooperative Führung prägte er dessen interdisziplinären und praxisorientierten Charakter.
Er führte das Institut sicher durch die Fährnisse der 80er Jahre, als es galt, das Interesse der einzelnen Städte an einer wissenschaftlichen Fundierung ihres Handelns zu wecken und wachzuhalten und die Erwartungen mit einem deutschlandweit wirksamen Institut angewandter Stadtforschung auch zu erfüllen. Seine persönlichen Netzwerke und seine gewinnende Art hat er immer wieder neu für diese als wichtig erkannte Aufgabe aktiviert.
Tief überzeugt von der großen, jahrtausendealten Bedeutung der Städte für die Entwicklung der Gesellschaft wie der einzelnen Bürgerinnen und Bürger, hoch engagiert für die Aufgabe, die Städte bei ihrem breit gefächerten kommunalen Handeln wissenschaftlich zu unterstützen, hat er der gemeinsamen Arbeit eine klare, qualitätsbewusste Richtung gewiesen.
Sichere Führung, dies gilt auch für das innere Selbstverständnis des Instituts, in dem nicht nur der Brückenschlag zwischen Wissenschaft und Praxis oder zwischen den Disziplinen seine helfende Hand brauchte, sondern in dem auch die wissenschaftliche Autonomie gegen eine vordergründige interessenpolitische Instrumentalisierung zu sichern war. Seine lange Erfahrung im Deutschen Städtetag kam ihm genauso zugute wie seine Sensibilität im Umgang mit Menschen und gerade auch mit jungen Wissenschaftlern.
Denn neben seinem Beruf im Difu und noch viele Jahre danach hat Dieter Sauberzweig eine Honorarprofessur im Fach Kommunalpolitik an der nicht gerade bequem erreichbaren Universität Konstanz Semester für Semester wahrgenommen. Er bewährte sich dort als ein engagierter, motivierender Lehrer, ein sorgfältiger und fairer Prüfer, Eigenschaften, die auch seinen Führungsstil im Difu mitbestimmten.
Dieter Sauberzweig ist zu sehen als doppelter Brückenbauer: aus der Wissenschaft in die kommunale Praxis, aber auch zurück aus dieser Praxis in die wissenschaftliche Ausbildung und Arbeit. Sein Wissen, seine Erfahrung, sein Urteil teilte er gern. Seinen breiten Erfahrungsschatz und sein sicheres Urteil zu den zentralen Fragen der Stadtpolitik konnte jeder nutzen.
Mit seiner Fähigkeit zuzuhören und seiner menschlichen Wärme hat er im Institut eine Atmosphäre der Toleranz begründet. Er war sachlich, aber nicht trocken, aufrecht, aber nicht steif, zugewandt und herzlich, auch im Disput. In dieser seiner Art bleibt Dieter Sauberzweig eine vorbildhafte Persönlichkeit. Er hat ein reiches Leben vollendet, Liebe, Freundschaft und Anteilnahme gegeben und empfangen. Im Institut, aber auch weit darüber hinaus, war er geachtet und beliebt, bleibt er unvergessen.
