Difu-Berichte 1/2004 - Hauptprobleme der Stadtentwicklung und Kommunalpolitik - Ergebnisse der Difu-Umfrage
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Seit einem Vierteljahrhundert führt das Deutsche Institut für Urbanistik seine jährliche Städteumfrage zu aktuellen Problemen der Stadtentwicklung und Kommunalpolitik durch. Befragt werden dabei jeweils die Mitglieder der Fachkommission Stadtentwicklungsplanung des Deutschen Städtetages, der Konferenz der Dienststellen für Stadtentwicklungsplanung des Städtetages Nordrhein-Westfalen sowie die Difu-Ansprechpartner aus den neuen Bundesländern. Die über Jahre bei der Befragung unverändert gestellte Hauptfrage lautet: "Welche Probleme sind in diesem Jahr in Ihrer Stadt von besonderer Bedeutung? Bitte skizzieren Sie in Kurzform bis zu sechs Probleme und Aufgaben mit besonderem Handlungsdruck für Rat und Verwaltung." |
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Welche sechs Bereiche bestimmten im Jahr 2003 die kommunale Agenda? Die Spitzenstellung nimmt mit nahezu 30 Prozent der Nennungen der Bereich "Kommunalfinanzen, Haushaltskonsolidierung" ein. Auf dem zweiten Platz liegt mit neun Prozent der Bereich "Arbeitsmarkt, kommunale Wirtschaftsförderung, wirtschaftlicher Strukturwandel". Erst an dritter Stelle beginnt die Nennung von eher lokalen Problemen, die sich in ihren Nennungsanteilen wenig unterscheiden: Auf den Bereich "Innenstadtentwicklung" fallen sieben Prozent, auf "Suburbanisierung, Bevölkerungsentwicklung" sechs Prozent, auf das "Verkehrswesen" ebenfalls sechs Prozent und auf die "Einzelhandelsentwicklung" fünf Prozent der Nennungen. Insgesamt entfallen auf diese sechs Aufgaben- und Problembereiche 60 Prozent aller Nennungen, die aus den 66 antwortenden Städten eingegangen sind (Rücklaufquote 80,5 Prozent). Im Ost-West-Vergleich findet sich der auffälligste Unterschied in der Problemgruppe "Stadterneuerung, Städtebau": Mit 13 Prozent aller Nennungen liegt dieser Bereich bei den ostdeutschen Städten auf dem zweiten Rangplatz, während er bei den Städten der alten Länder kaum eine Rolle spielt. Hierbei heben die ostdeutschen Städte im Jahr 2003 Probleme hervor, die im Zusammenhang mit dem Programm "Stadtumbau Ost" stehen. So bemerkt die Stadt Greifswald zu dem Programm: "... Dabei erschweren die nicht ausreichende Bereitstellung der Rückbauund Aufwertungszuschüsse durch das Land, komplizierte und langwierige Antragsverfahren und die desolate Haushaltslage der Stadt den zügigen Umsetzungsprozess ...". Von den Städten der alten Länder werden hingegen stärker Probleme und Aufgaben in den Bereichen "Innenstadt" und "Einzelhandel" hervorgehoben. Stellvertretend für andere Städte liefert beispielsweise die Stadt München hierzu die folgenden Stichworte: "... Struktur- und raumverträgliche Einzelhandelsentwicklung/Zielkonflikte zwischen Landesplanung, Regionalplanung und kommunalen Interessen (FOC, Großmöbelhäuser etc.), Sicherung der wohnungsnahen Lebensmittelversorgung in den Stadtteilen ...". Auf der Grundlage der jährlich wiederholten Befragung lassen sich Zeitreihen bilden, die Einblicke in den Verlauf von "Problemkonjunkturen" ermöglichen. Das illustriert die nachfolgende Abbildung, in der solche Verläufe anhand ausgewählter Problembereiche im Zeitraum 1994 bis 2003 sichtbar gemacht werden.
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