Difu-Berichte 1/2004 - Fläche im Kreis - Neues Forschungsprojekt zur Entwicklung von Strategien in der Kreislaufwirtschaft
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In Deutschland wird täglich eine Fläche von 105 Hektar für Siedlungszwecke umgewidmet. Das entspricht etwa der Größe von 150 Fußballfeldern. Welche Möglichkeiten gibt es, die Flächeninanspruchnahme zu stoppen und gleichzeitig die notwendige wirtschaftliche Dynamik nicht auszubremsen? Welche Lösungswege bieten sich für Stadtregionen an, um die Ziele der Nationalen Nachhaltigkeitsstrategie zu erreichen?
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Das Deutsche Institut für Urbanistik (Difu), Berlin, wird diese Probematik im Rahmen des dreijährigen Forschungsprojekts "Fläche im Kreis - Kreislaufwirtschaft in der städtischen/stadtregionalen Flächennutzung" in Kooperation mit der Projektgruppe Stadt + Entwicklung, Leipzig, und der Sonderforschungsgruppe Institutionenanalyse (sofia), Darmstadt, untersuchen. Beauftragt wurde das Difu vom Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung (BBR)/Bundesministerium für Verkehr, Bau- und Wohnungswesen (BMVBW). Anhand von Planspielen in fünf Stadtregionen sollen Akteure aus Verwaltung, Immobilienwirtschaft, Industrie, Gewerbe, Handel sowie anderer gesellschaftlicher Gruppen gemeinsam mit der Forschungsgruppe Strategien für die anzustrebende Flächenkreislaufwirtschaft entwickeln. Es soll ein geeigneter Policy-Mix erarbeitet werden, der es erlaubt, unter verschiedenen Rahmenbedingungen und der Berücksichtigung rechtlicher, planerischer und fiskalischer Instrumente die Ziele der Nationalen Nachhaltigkeitsstrategie zu erreichen: Reduzierung der Flächeninanspruchnahme auf 30 Hektar pro Tag sowie Vorrang für die Innenentwicklung. Dabei geht es um die Inanspruchnahme alter und neuer Flächen, im Sinne einer "Kreislaufwirtschaft", wobei das Flächenrecycling stärker als bisher zum Tragen kommt. Vorgesehen sind drei Planspiel-Varianten:
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Die Planspiele werden auch durch die Erstellung ausgewählter Expertisen vorbereitet. Expertisen sind zu Flächenpotenzialen, zur Brachflächenthematik, zu internationalen Erfahrungen im Flächenrecycling sowie zu ökonomischen, rechtlichen und planerischen Instrumenten und entsprechenden Akteuren einer Flächenkreislaufwirtschaft vorgesehen. Sie sollen Wissen aus Fachdiskussion bündeln, um auf dieser Basis konkrete Fragestellungen für die Konzeption der verschiedenen Planspielvarianten ableiten zu können. Die Auswahl der fünf Stadtregionen wird auf der Basis einer Ausschreibung erfolgen. Um die komplexen Anforderungen an eine stadtregionale Flächenkreislaufwirtschaft zu berücksichtigen, werden hierbei die spezifischen Entwicklungsdynamiken (wachsend, schrumpfend), verschiedene Raumkategorien (Verdichtungsräume, Stadt-Umland-Bereiche, ländliche Räume) sowie Gemeindegrößen (Groß-, Mittel- und Kleinstädte) von Stadtregionen der alten und neuen Bundesländer berücksichtigt. Gesucht werden innovationsfreudige Gebietskörperschaften, die das strategische Ziel einer deutlichen Minderung der Flächeninanspruchnahme im Sinne einer Flächenkreislaufwirtschaft aktiv verfolgen. Interessenten für das Planspiel können sich mit dem Difu in Verbindung setzen, um weitere Informationen zu erhalten. Die Ergebnisse dieses im Rahmen des "Experimentellen Wohnungs- und Städtebaus" (ExWoSt) geförderten Vorhabens werden in verschiedenen Veröffentlichungen in bundesweiten Veranstaltungen und öffentlichen Workshops in den beteiligten Stadtregionen sowie auf den Webseiten des BBR und in einer eigenen Homepage der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt.
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