Difu-Berichte 1/1999 - Internationale Bauausstellung Emscher Park
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Finale der Internationalen Bauausstellung Emscher Park 1987 war das letzte Jahr der IBA in Berlin. Angeregt durch einen Besuch gab danach der damalige nordrhein-westfälische Minister für Stadtentwicklung und Verkehr, Christoph Zöpel, den Auftrag, ein Konzept für eine Internationale Bauausstellung zur Revitalisierung einer alten Montanregion vorzulegen. Die Neubau- und die Altbau-IBA in Berlin lagen mit ihrer Programmatik sehr weit ab von den Aufgaben, die sich vor allem im Kern des Ruhrgebietes, im Emscherraum, stellten: die ökologische, ökonomische und kulturelle Erneuerung einer Region. Diese neue Bauausstellung im Gefolge der Berliner gab sich den Namen "Emscher Park". Der Planungsraum von Duisburg bis Dortmund mit seinen etwa 800 km² Fläche und 75 km Ost-West-Ausdehnung unter Beteiligung von 17 Städten erreichte die Dimensionen der Regionalplanung. Mit Blick auf den geringen Baubedarf mangels Nachfrage bei rückläufiger Bevölkerungs- und Wirtschaftsentwicklung einerseits und einer mittleren Siedlungsdichte von 2 000 Einwohnern pro km² andererseits wurden Freiraumsicherung und Freiraumgestaltung in den Mittelpunkt dieser Bauausstellung gerückt: daher der Name "Emscher Park". Damit wurde diese Bauausstellung in starkem Maße zu einer "Landschafts-Bauausstellung". Im Frühjahr 1989 nahm die Planungsgesellschaft die Arbeit auf - nach zehn Jahren steht nun das Finale an, die Abschlußpräsentation mit ihrem Beginn am 21. April und ihrem Ende Anfang Oktober 1999. ![]() Die 17 Städte haben zusammen mit Unternehmen und vielen bürgerschaftlichen Initiativen weit über 100 Projekte mit einer Investitionssumme in der Höhe von annähernd fünf Milliarden DM realisiert. 16 große Gewerbestandorte wurden auf ehemaligen Industriebrachen entwickelt. Mehr als 5 000 Wohneinheiten wurden modernisiert oder in Gestalt neuer Gartenstädte gebaut. Über eine Milliarde wurde in die Ausformung des Emscher Landschaftsparks investiert. Somit dürfte das Ruhrgebiet in den letzten zehn Jahren die "größte Landschaftsbaustelle" Europas gewesen sein. Zahlreiche industrielle Produktionsanlagen, meistens mit Denkmalcharakter, wurden erhalten und für neue Nutzungszwecke hergerichtet oder als Kulturdenkmäler unter Mitarbeit von Land schaftsarchitekten und bildenden Künstlern in den Emscher Landschaftspark gestellt. Nicht zuletzt wurde der Umbau des Emscher-Systems, bislang eine 350 km lange offene Abwasserstrecke, eingeleitet. ![]() Wenn man im Rückblick nach dem Prinzip dieser Bauausstellung fragt, dann kann man behaupten: Diese Bauausstellung hat dem wirtschaftlichen Strukturwandel ein ökologisches Fundament und eine baukulturelle Note gegeben. Das ökologische Fundament besteht in der Einführung der Kreislaufwirtschaft bei der Organisation der Siedlungsstruktur:
Die kulturelle Note drückt sich in der Architekturqualität aus und in der flächendeckenden Einbeziehung von Kulturschaffenden und bildenden Künstlern in die einzelnen Projekte sowie in der Belebung der Industriedenkmale. Viele Architekturpreise gingen inzwischen an Objekte dieser IBA. Der deutsche Beitrag für die Architekturbiennale in Venedig 1996 bestand aus der IBA Emscher Park. Gerade wenn kulturelle und architektonische Qualitäten offenkundig sind, wird in einer Region mit durchschnittlich 15 Pro zent Arbeitslosigkeit kritisch nach dem Beschäftigungsbeitrag gefragt - mit dem Unterton: Werden hier nicht Gelder an der falschen Stelle ausgegeben, für Luxus und Nachrangiges, wo es doch in erster Linie um neue Arbeitsplätze geht? Inzwischen ist der Beschäftigungsbeitrag der IBA Emscher Park unumstritten. Fünf Milliarden Investitionssumme haben einen erheblichen Nachfrageimpuls im Bereich der Bauwirtschaft, des Anlagenbaus und des Garten- und Landschaftsbaus ausgelöst. Vor allem aber haben sich Landschafts- und Stadtqualität und somit die weichen Standortfaktoren im Ruhrgebiet deutlich verbessert. Die Imagewirkung der einzelnen Projekte und der IBA Emscher Park insgesamt lassen sich an der Medienresonanz gut ablesen. ![]() Die Präsentation der zehnjährigen Arbeit im Finale 99 bringt eine Fülle von Veranstaltungen in den 17 Mitgliedsstädten der IBA Emscher Park. Diese sind wichtig, um vor allen Dingen der Bevölkerung in den Städten und in der Region Thema und Ergebnisse näherzubringen. Für auswärtige Besucher wird ein "geraffter Überblick" durch vier große Ausstellungen angeboten, an die vier "Routen" angehängt sind:
Zu diesen Themen und Routen werden auch dreitägige Pauschalreisen angeboten, die über die IBA Emscher Park (fon 0209-1475412/13, fax 0209-1475414) oder die Ruhrgebiet Tourismus GmbH (fon 0231-1816186, fax 0231-1816188) vertrieben werden. Die große "IBA-Gemeinde" im Ruhrgebiet lädt mit einem herzlichen Glückauf zu einem Besuch des IBA Finale 99 ein. |



