Difu-Berichte 1/1999 - Handbuch Umweltcontrolling im Bereich der öffentlichen Hand
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Weitere Informationen: Dipl.-Sozialökonom |
In den vergangenen Jahren haben zahlreiche Verwaltungen in Bund, Ländern und Kommunen damit begonnen, sogenannte Umweltmanagementsysteme einzurichten. Vor allem in Städten werden Pilotprojekte mit dem Ziel durchgeführt, die in der Privatwirtschaft bewährten Verfahren des betrieblichen Umweltmanagements auf die Verwaltung oder kommunale Betriebe zu übertragen. Diese Aktivitäten stützen sich insbesondere auf die Anfang 1998 vom damaligen Bundeskabinett beschlossene Erweiterungsverordnung zum Umweltauditgesetz (UAG), die die Teilnahme öffentlicher Verwaltungen und Dienstleistungsunternehmen am Umweltauditsystem ermöglicht. Um ökologische und - angesichts der angespannten Haushaltssituation von Bund, Ländern und Gemeinden - auch ökonomische Einsparpotentiale ermitteln zu können, reicht ein formales Umweltmanagementsystem jedoch nicht aus. Umweltcontrolling kann dazu beitragen, solche Potentiale aufzuzeigen und zu erschließen. Ähnlich wie im gewerblichen Bereich kann damit eine doppelte Dividende erreicht werden: Die Umweltqualität wird verbessert, zugleich werden die öffentlichen Haushalte entlastet. Für gewerbliche Unternehmen gibt es zum Aufbau eines Umweltcontrollingsystems als praxisorientierten Leitfaden das "Handbuch Umweltcontrolling", das vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit und vom Umweltbundesamt (UBA) herausgegeben wurde. Die Möglichkeiten zur Einführung von Umweltcontrollingsystemen und vorliegende Erfahrungen in Einrichtungen der öffentlichen Hand wurden vom Deutschen Institut für Urbanistik und dem ÖKOTEC-Institut für angewandte Umweltforschung, Berlin, 1997 beschrieben und kürzlich in der Reihe "Texte" des UBA veröffentlicht. Als ein Hauptresultat der Studie wurde die inhaltliche Struktur eines Handbuchs "Umweltcontrolling im Bereich der öffentlichen Hand" entworfen.
Gemeinsam mit dem Institut für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW) in Berlin und der Deutschen Hochschule für Verwaltungswissenschaften in Speyer sowie weiteren Instituten hat das Difu die Kon zeption und Ausarbeitung des genannten Handbuchs übernommen. Das Handbuch soll für öffentliche Verwaltungen eine praktische Anleitung zum schrittweisen Aufbau eines effizienten Umweltcontrolling sein. Ziel ist die Integration dieses Steuerungsinstruments in den alltäglichen Verwaltungsablauf. Auch den politischen Entscheidungsträgern in den Behörden soll das Handbuch eine Grundlage bieten, Umweltschutzanforderungen in den Verwaltungsalltag zu integrieren. Seine volle Wirksamkeit kann das Umweltcontrolling aber erst dann entfalten, wenn es auf die spezifischen Besonderheiten in öffentlichen Verwaltungen maßgeschneidert entwickelt wird. Das Handbuch soll alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ansprechen, auch jene, die nur zeitweise mit Umweltschutzfragen betraut sind. Die Erarbeitung von Einführungs und Motivationsstrategien ist von besonderer Bedeutung, da Umweltcontrolling nur dann erfolgreich sein kann, wenn es gelingt, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für diese Aufgaben nachhaltig zu motivieren. |

