Difu-Berichte 1/1998 - Kostenvorteile durch Umweltmanagement-Netzwerke

Förderung von ökonomisch vorteilhaftem und regional nachhaltigem Wirtschaften


Das Deutsche Institut für Urbanistik ist Mitveranstalter beim Fachkongreß

Kostenvorteile durch Umweltmanagementnetzwerke

Kommunikation zwischen Wirtschaft, Kommunen, und Wissenschaft zur Förderung von ökonomisch vorteilhaftem und regional nachhaltigem Wirtschaften.

Termin: 16. und 17. Juni 1998
Ort: Kongreßhaus
Stadthalle Heidelberg
Kostenbetrag: 580,- DM
B.A.U.M.-Mitglieder 420,- DM
bei Besuch nur eines Veranstaltungstages: 390,- DM


    Das Deutsche Institut für Urbanistik führt zur Zeit das Projekt "Ökologisch orientierte Wirtschaftspolitik der Kommunen" in Kooperation mit den Städten Dortmund, Heidelberg, Konstanz, Leipzig und Nürnberg durch. Ziel des Projekts ist es, die Ansatzpunkte, Instrumente, Chancen, aber auch die Probleme und Risiken einer umfassenden ökologischen, an "nachhaltiger Entwicklung" orientierten Wirtschaftspolitik auf lokaler Ebene zu untersuchen und daraus Handlungsempfehlungen für die kommunale Praxis abzuleiten.

Daher beteiligt sich das Difu am Fachkongreß "Kostenvorteile durch Umweltmanagement-Netzwerke", der von der Stadt Heidelberg gemeinsam mit weiteren Partnern ausgerichtet wird. Im Mittelpunkt des Kongresses steht die Frage der Möglichkeiten und konkreten Gestaltung von "Netzwerken", einem Thema, das auch auf der kommunalen Ebene immer wichtiger wird.

Kooperationen zwischen sehr verschiedenartigen Interessenvertretern, sei es aus Kommunen, der Wirtschaft oder der Wissenschaft, gewinnen zunehmend an Bedeutung. Diese Netzwerke können zu Synergieeffekten führen, die vor allem im Umweltmanagementbereich in den letzten Jahren schon vieles bewegt haben. Gut ist, daß die Vielfalt dieser auch ökonomische Interessen einschließenden Netzwerkinitiativen zunimmt. Negativ ist allerdings, daß die informationelle Vernetzung zwischen den Einzelansätzen bislang äußerst bescheiden ist. Der dadurch nur beschränkte Austausch von Ideen, Konzepten und Erfahrungen erhöht die gesamtgesellschaftlich notwendigen Lernkosten, verhindert so vielfach die Realisierung bedeutenderer Umwelteffekte und erhöht das Risiko des Scheiterns für die Einzelinitiativen.

Der zweitägige Fachkongreß zielt darauf ab, den zur Förderung einer ökologisch verträglicheren Wirtschaftsweise notwendigen Erfahrungsaustausch zwischen Wirtschaft, Kommunen und Wissenschaft voranzutreiben.

Die Kongreßveranstaltung ist deshalb bewußt für Vertreter von Kommunen, Privatwirtschaft und Wissenschaft konzipiert, um durch diesen Dreiklang die für unsere Lebensumwelt notwendigen ressourcenschonenden Synergieeffekte zu erzielen.

Daß Ökologie und Ökonomie tatsächlich "Hand in Hand" gehen können, wenn bestimmte Maßnahmen und Austauschprozesse in Gang gesetzt werden, beweisen einzelwirtschaftliche Ansätze genauso wie das zunehmende Interesse an regional und überregional tätigen Netzwerken, auch unter Mitgestaltung privatwirtschaftlich tätiger Unternehmen.


Weitere Informationen:
Frau 
Barbara Neef
IUWA Heidelberg e.V.
Tiergartenstr. 17
69121 Heidelberg
Tel.: 06221/487-678
Fax: 06221/487-683

Ein detailliertes Veran-
staltungsprogramm wird

auf Anfrage zugeschickt.
Dieses Leitmotiv zieht sich als "roter Faden" durch den Fachkongreß: Stellvertretend für ein bereits über Jahre erfolgreich operierendes umweltorientiertes Unternehmensnetzwerk wird der B.A.U.M.-Geschäftsführer, Dr. Maximilian Gege, Rede und Antwort stehen. Karl Otto-Zimmermann, Europadirektor des International Council for Local Environmental Initiatives (ICLEI), wird mit Bezug auf die weltweite Koordinierung und Weiterentwicklung von "Lokale Agenda 21"-Ansätzen berichten, und ein führender Vertreter des europäischen Cleaner Production Networks (ERCP) beleuchtet aus seinem Blickwinkel Nachhaltigkeitsimpulse, die aus Netzwerkinitiativen zu beobachten sind.

In einem weiteren Kongreßteil stehen Beispiele für konkrete Projekte im Mittelpunkt, die sich durch die Kooperation verschiedenster Akteure entwickelten. So wird die "industrielle Symbiose" Kalundborg (Dänemark) vorgestellt, die bereits im Rahmen der Rio-Konferenz von 1992 weltweit für Aufmerksamkeit sorgte. STIMULAR (Rotterdam) und ÖKOPROFIT (Graz) sind zwei weitere aus einem lokalen Kern heraus entwickelte und inzwischen expandierende Netzwerke, die vorgestellt werden. Zum Abschluß dieser Kongreßeinheit wird mit TAURUS (Trier) ein Netzwerkansatz präsentiert, bei dem die Akteure zur Förderung der Nachhaltigkeit regionale Kooperationsansätze in den Vordergrund stellen.

Die verschiedenen Ansätze zur Förderung regionaler Nachhaltigkeit werden anschließend auf der Ebene einzelner Unternehmen weiter konkretisiert. Für Unternehmen muß ökologieorientiertes Handeln mit ökonomischen Vorteilen einhergehen, wenn es dauerhaft praktiziert werden soll. Die Darstellung umweltorientierter Verhaltensweisen und Erfolgspotentiale sind deshalb - auch vor dem Hintergrund betriebswirtschaftlich determinierter Effizienzvorstellungen und Rationalität - für die Realisierung von lokalen oder regional wirksamen Nachhaltigkeitsbeiträgen von herausragender Bedeutung.

Am zweiten Veranstaltungstag ist Gelegenheit, Netzwerkansätze vor Ort, im Rahmen von Firmenbesichtigungen, kennenzulernen. In Vorträgen und Diskussionen werden die kommunalen und regionalen Ansätze aus dem Rhein-Neckar-Raum sowie der Region Ulm vorgestellt und Instrumente beschrieben, die eine Kommune oder Wirtschaftsregion einsetzen kann, um umweltorientierte Netzwerke zu initiieren und aktiv zu fördern. Die abschließende Podiumsdiskussion unter der Leitung von Franz Alt soll noch einmal wesentliche Handlungsmuster herausfiltern und praktische Umsetzungsanregungen der Netzwerktagung zusammenführen.