Difu-Berichte 1-2/2005 - Difu-Fortbildungsprogramm für die zweite Jahreshälfte 2005

Marktorientierte Direktvergabe versus Ausschreibungen im ÖPNV

Seminar, 29.-30.8.2005, Berlin

Einigkeit herrscht darüber, dass Urbanität ohne einen leistungsfähigen ÖPNV nicht denkbar ist. Unklar ist indes noch, wie der erreichte ÖPNV-Standard künftig zu halten oder gar zu verbessern ist - und dies auch noch kostengünstiger als heute. Die einen setzen auf starke kommunale Unternehmen, die anderen auf Wettbewerb. Als ein Weg wird die marktorientierte Direktvergabe betrachtet, deren Gegner befürworten Ausschreibungen. Mit beiden Strategien sind Chancen und Risiken verbunden. Dabei gilt: Die Entscheidung für den "richtigen" Weg muss mittelfristig gefällt, aber heute schon vorbereitet werden. Im Seminar soll das Für und Wider beider Handlungspfade diskutiert und bewertet werden.

Umweltprüfung in der Bauleitplanung

Seminar, 24.-26.10.2005, Berlin

Mit In-Kraft-Treten des Gesetzes zur Anpassung des Baugesetzbuches an EU-Richtlinien (EAG-Bau) sind die Kommunen nunmehr verpflichtet, bei allen Plänen und Programmen (F- und B-Pläne) Umweltprüfungen durchzuführen, Umweltberichte für die Bauleitpläne zu erstellen sowie bei der Durchführung der Bauleitpläne die Auswirkungen der Umweltwirkungen zu überwachen (Monitoring). In dem Seminar sollen sowohl das Verfahren der Umweltprüfung und Überwachung als auch die Inhalte der Umweltprüfung und der Umweltberichte anhand erster Erfahrungen behandelt und offene Fragen diskutiert werden.

Reform des kommunalen Rechnungswesens Konzepte - Erfahrungen - Perspektiven

Seminar, 9.-11.11.2005, Berlin

Nach umfangreichen Vorarbeiten im Rahmen der Einführung des Neuen Steuerungsmodells ist mit der Verabschiedung des Optionsmodells durch die Innenministerkonferenz Ende 2003 die Reform des kommunalen Rechnungswesens in eine neue Phase getreten. Den Ländern bleibt freigestellt, ob sie sich für ein kommunales Rechnungswesen auf kaufmännischer Grundlage oder für die erweiterte Kameralistik entscheiden. Die Kameralistik in bisheriger Form hat jedoch definitiv ausgedient. Im Seminar soll der aktuelle Sachstand dargelegt und erörtert werden, wie das Neue Kommunale Finanzmanagement und die darauf aufbauenden Instrumente die mit ihnen verbundenen Zielsetzungen erfüllen können.

Standortfaktor Umwelt

Seminar, 28.-29.11.2005, Essen

Umweltqualität ist ein wichtiger Standortfaktor für die Stadt als Wohnort wie auch für den Bestand und die Neuansiedlung von Unternehmen. Letztere tragen jedoch meist erheblich zur Umweltverschmutzung bei. Im Zentrum des Seminars wird die Frage stehen, wie Kommunen und Betriebe bei der Verminderung von Umweltbelastungen einen gemeinsamen Weg einschlagen können.

Wirtschaftliche Aktivitäten von Migranten

Seminar, 28.-30.11.2005, Berlin

Durch Firmengründungen von Migranten wurden in Deutschland bislang ungefähr 800 000 Arbeitsplätze geschaffen. Damit einher geht ein jährlicher Umsatz von immerhin rund 2,5 Milliarden Euro. Nicht zuletzt diese Zahlen haben dafür gesorgt, dass die Bedeutung von Migrantenökonomien für die lokale wirtschaftliche Entwicklung ins Bewusstsein der Akteure vor Ort gerückt ist: Ethnische Ökonomien befinden sich mittlerweile im Blickfeld der Wirtschaftsförderung einer ganzen Reihe von Städten. Zudem nehmen im Rahmen des Bund-Länder-Programms "Stadtteile mit besonderem Entwicklungsbedarf - die soziale Stadt" Entwicklung und Förderung der Selbständigkeit von Migranten eine zentrale Bedeutung ein.

Ganztagsschulen als Aufgabe kommunaler Schulpolitik

Seminar in Zusammenarbeit mit dem DST, 21.-23.11.2005, Berlin

Die Einrichtung von Ganztagsschulen ist eine der sich unmittelbar auf die Kommunen auswirkenden Konsequenzen einer veränderten, zum Teil heftig umstrittenen Bildungspolitik. Dabei sind von den Kommunen vor allem personelle, bauliche, organisatorische und nicht zuletzt finanzielle Probleme zu bewältigen. Schwerpunkte des Seminars werden auf Fragen der Kooperation von Schulamt und Jugendamt und deren unterschiedlicher Zielsetzung, auf der Eignung und dem Umbau vorhandener Schulbauten für den Ganztagsbetrieb sowie der personellen Umsetzung der Konzeption dieses neuen Schulbetriebs liegen. Des Weiteren wird die Frage zu erörtern sein, nach welchen quartiers- und standortbezogenen Kriterien vorrangig Ganztagsschulen im Stadtgebiet eingerichtet werden sollen.

Rückkehr in die Stadt? Die Wiederentdeckung des innenstadtnahen Wohnens

Seminar, 5.-7.12.2005, Berlin

Das Ende der Suburbanisierung deutet sich an, und das Wohnen in der Stadt gewinnt wieder an Bedeutung. Die sinkende Bevölkerungszahl mit ihrem veränderten Altersaufbau, steigendes Bewusstsein in der Bevölkerung für die Kosten des Wohnens im Umland, eine zunehmend schwierige Infrastrukturversorgung, eine für die Städte im Verhältnis zum Umland teilweise günstige Arbeitsplatzentwicklung sowie verstärkte wohnungspolitische Bemühungen der Städte sind einige der Gründe, weshalb die Stadt als Wohnstandort an Attraktivität gewinnt. Insbesondere die Mittelschichten entdecken die Vorteile des innenstadtnahen Wohnens für sich. Sie erscheinen somit als Vorreiter einer Entwicklung, die erst an ihrem Anfang steht und über die Aufwertung einzelner innenstadtnaher Areale hinausgeht. Im Seminar sollen dieser Prozess im Einzelnen analysiert sowie die kommunalen Handlungs- und Steuerungsmöglichkeiten erörtert werden.

Weitere Veranstaltungen:

Im Einzelfall kann es aufgrund aktueller Erfordernisse zu Verschiebungen sowie zu zusätzlichen Veranstaltungen kommen. Detaillierte Programme zu den einzelnen Seminaren und Tagungen können jeweils angefordert oder aktuell über das Internet abgerufen werden. Die Gebühren für die Veranstaltungen sind dem jeweiligen Einzelprogramm zu entnehmen. Für Zuwenderstädte des Difu gelten Sonderkonditionen. Eine frühzeitige Anmeldung empfiehlt sich, da die Teilnehmerzahl begrenzt ist.