Forschungsassistenz Leihfahrräder

Öffentliche Fahrradverleihsysteme - innovative Mobilität in Städten
Themenfelder 
Bereich 
Mobilität und Infrastruktur
Bearbeiter 
Auftraggeber 
Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie GmbH, Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR)
Laufzeit 
2010 bis 2012
Status 
laufend

Im April 2009 wurde vom Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS) der Wettbewerb "Innovative öffentliche Fahrradverleihsysteme – Neue Mobilität in Städten" ausgelobt. 44 Kommunen hatten Konzepte eingereicht, wie ein klimafreundlicher und energieeffizenter Nahverkehr durch die Verknüpfung von öffentlichen Fahrradverleihsystemen mit dem öffentlichen Personenverkehr geschaffen werden kann. Die ausgewählten Modellregionen Mainz, Nürnberg, Saarbrücken, Dresden, Kassel, der Landkreis Ostvorpommern, die Metropolregion Ruhr und Stuttgart sowie zusätzlich der Landkreis Grafschaft Bentheim erhalten vom Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS) insgesamt 12,7 Mio. Euro für die Umsetzung öffentlicher Fahrradverleihsysteme. Dabei können Nutzer Fahrräder an verschiedenen Stationen der Stadt ausleihen und zurückgeben. Die Bezahlung soll in das Tarifsystem des öffentlichen Personennahverkehrs integriert werden.

Bei den geförderten Modellvorhaben handelt es sich um neue Systeme. Bei der Verknüpfung des öffentlichen Verkehrs mit einem Fahrradverleihsystem sowie dessen tariflicher Integration wird verkehrspolitisches Neuland betreten. Vielfach wird erst einmal experimentiert werden müssen. Übergeordnetes Ziel des Modellversuchs ist eine nachhaltige Stadtentwicklung. Zu untersuchen sind daher auch die Auswirkungen auf Verkehrsmittelwahl, auf Mobilitätschancen, Verkehrssicherheit und nicht zuletzt auf die Aufenthalts- und Lebensqualität in einer gesunden Stadt. Mit der Bewerbung haben sich die Vorhaben daher bereit erklärt, eine Evaluation durchzuführen. So können die Modellregionen einerseits voneinander lernen und andererseits können weitere Regionen an den Erfahrungen und Versuchsergebnissen teilhaben. Zur Vergleichbarkeit der Ergebnisse soll ein großer Anteil, derzeit von der Forschungsassistenz geschätzte 80 Prozent, der Evaluation nach gleichem Muster mit den gleichen Methoden und Erhebungsinstrumenten erfolgen. Die übrigen 20 Prozent ermöglichen die Berücksichtigung regionaler Besonderheiten (Topographie, Bevölkerungs- und Stadt- oder Raumstruktur etc.) und den unterschiedliche Projektaufbau.

Im Rahmen des Forschungsprogramms "Expertimenteller Wohnungs- und Städtebau" (ExWoSt) sichert das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) die wissenschaftliche Begleitung dieser Modellvorhaben durch eine Forschungsassistenz. Beauftragt wurden dafür das Wuppertal Institut für Klima, Umwelt und Energie (WI) gemeinsam mit dem Deutschen Institut für Urbanistik (Difu) und der Stiftung SPI. Neben der Unterstützung der Modellvorhaben bei der Erstellung ihrer Zuwendungsanträge hat die Forschungsassistenz die Aufgabe, das Evaluationsmodell sowie die Evaluationsmethoden gemeinsam mit den geförderten Städten und Regionen vorzubereiten, die Evaluation der Verleihsysteme zu begleiten, den Erfahrungsaustausch zu unterstützen und den Ergebnistransfer sowie ein Monitoring des Forschungsfelds durchzuführen.