Difu-Berichte 1/2002 - Ökonomie im (Schlepp-)Netz?
Online-Shopping und -Dienstleistungen -
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Christian Dach von ECC Handel informierte im ersten Beitrag über branchen- und betriebsformenspezifische Umsatzumverteilungseffekte, aus denen sich Schlussfolgerungen für Auswirkungen auf das traditionelle Zentren- und Standortsystem ziehen lassen. Die nachfolgenden Beiträge dreier Unternehmen machten deutlich, dass die Chancen groß, die Anpassungserfordernisse jedoch hoch sind. Marketingmaßnahmen, professionelle Auftritte, zusätzliche Serviceleistungen oder Mahnverfahren bedürfen eines hohen Einsatzes personeller und finanzieller Ressourcen. Vor allem die Dienstleistungsbranche hat zudem bereits Produktanpassungen bzw. eine Verlagerung der Tätigkeitsschwerpunkte durch den Interneteinsatz durchlaufen. Dabei geht es derzeit nicht um Gewinnmaximierung - bisher ist E-Shopping meist ein Verlustgeschäft -, sondern um die Positionierung am Markt. Entsprechende Anforderungen an Marketingstrategien bzw. der damit verbundene Aufwand legen die Vermutung nahe, dass es durch E-Shopping zu weiteren Konzentrationstendenzen in Handel und Dienstleistungen kommen wird. Dominik K. Heger vom Institut für Organisation, München, erläuterte in seinem Beitrag die Veränderung von Wertschöpfungsketten im E-Commerce, die sich vor allem aus der Virtualisierung klassischer sowie aus der Entbündelung und Auslagerung von klassischen Handelsleistungen ergeben. Über Beschäftigungs- und Arbeitsmarkteffekte von E-Shopping und die Schwierigkeit, diese zu prognostizieren, referierte Brigitte Preissl vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung. Sie verwies insbesondere auf parallel ablaufende Prozesse von Beschäftigungswachstum und -rückgang, die aus unterschiedlichen Phasen der Implementierung resultieren. Insgesamt komme es jedoch vermutlich nicht zu erheblichen Beschäftigteneinbußen auf lokaler Ebene. Zum Thema "Standortfragen" fehlt derzeit aussagekräftiges statistisches Material. Ergebnisse zu Standortwahl und -anforderungen ermöglichen zum einen der Vergleich mit ähnlich strukturierten Branchen wie Birgit Timm von der Uni Stuttgart und Petra Jähnke vom Institut für Regionalentwicklung und Strukturplanung, Erkner, erläuterten, zum anderen eine Kartierung, die über die Anzahl an Online-Handelsunternehmen nach Postleitzahlbezirken Auskunft gibt, wie Christoph Elineau vom Difu betonte. Deutlich wurde auch eine Konzentration auf Agglomerationsräume. Bei Online-Shops scheint eine stärkere Gleichverteilung der Standorte als bei den Multimedia-Unternehmen vorzuliegen. Zwei Beiträge widmeten sich Strategien zur Förderung des "E-Standorts": Das Mannheimer Unternehmensnetzwerk INTAKT, so Wolfgang Miodek) zeigt, dass solche Projekte zwar eines langen Atems und großen Einsatzes bedürfen, jedoch die Erfolge den Bemühungen offenbar Recht geben. Paul Blanke-Bartz erläuterte schließlich das Beispiel der "E-City Dortmund", das eine integrierte Gesamtstrategie zeigt, deren Ziele sehr breit und hoch gesteckt sind und hohe Erwartungen an die Steuerbarkeit ökonomischer Entwicklung dokumentieren. Im neuen Werkstattbericht sind die Referate sowie eine Zusammenfassung der Diskussionsbeiträge enthalten.
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